Die Geheimsprache der EZB

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 09 / 09.03.2018

Aktuelles Marktgeschehen

Die Geheimsprache der EZB

Scheinbar ändert sich nichts – aber nur scheinbar. Wenn sich die europäischen Währungshüter treffen, um über den Leitzins im Euroraum zu entscheiden, müssen Marktbeobachter oft zwischen den Zeilen lesen. So war es auch bei der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die amtliche Verlautbarung: Der Leitzins bleibt auf dem historisch niedrigen Niveau von null Prozent. Für mehr Gesprächsstoff sorgte aber, was nicht gesagt wurde: In der Erklärung der EZB fehlt der übliche Hinweis, dass die Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm wieder ausweiten und verlängern könnte, wenn die wirtschaftliche Entwicklung schlechter wird. (Dieser Hinweis fand sich seit Dezember 2016 in jeder Mitteilung.) Dies deutet auf eine baldige Kehrtwende der ultralockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre hin. Volkswirte argumentieren, die EZB braucht diese Option aufgrund des merklichen Aufschwungs in der Eurozone nicht mehr. Ob und wann die EZB nun der US-Notenbank folgt und an der Zinsschraube dreht, ist noch unklar. Während die einen bereits im Herbst damit rechnen, erwarten die anderen die ersten Schritte erst im kommenden Jahr. Zu große Euphorie wollte EZB-Chef Mario Draghi dann doch nicht aufkommen lassen, auch im Hinblick auf die Inflation. Zwar liege die Inflationsrate bei 1,4 Prozent, und das voraussichtlich bis zum Jahresende. Allerdings entwickelten sich die zugrundeliegenden inflationstreibenden Preise noch nicht zufriedenstellend. Außerdem warnte er angesichts der drohenden Strafzölle aus den USA vor den Risiken eines „wachsenden Protektionismus“. Dies könne das Wachstum in der Eurozone gefährden.

Bundes- / Staatsanleihen

Zehnjährigen Bundesanleihen rentieren aktuell bei 0,65 Prozent. Für einige Experten ist die Ein-Prozent-Marke wieder in Sichtweite. So gehen die Geldhäuser der Dekabank, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der NordLB davon aus, dass dies im September geschieht. Dies erklärten sie bei der halbjährlichen Zinsprognose-Pressekonferenz öffentlicher Banken, die der Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) ausrichtet. Steigende Anleiherenditen gehen mit sinkenden Anleihekursen einher: Der Euro-Bund-Future, der die Entwicklung zehnjähriger deutscher Bundesanleihen widerspiegelt, gab etwas nach und notierte bei rund 157 Punkten. Auch die Renditen von US-amerikanischen Staatsanleihen haben zugelegt. Als ein Grund dafür gilt der Rücktritt des vergleichsweise liberalen US-Regierungsberaters Gary Cohn. Richtungweisende zehnjährige Anleihen rentierten mit 2,88 Prozent.

Weiterführende Links zu Anleihen

Basiswissen Anleihen
Anleihen-Finder
Marktübersicht Anleihen

Newsletter

Bonds Weekly – Der Anleihen-Newsletter

Bonds Weekly informiert interessierte Anleger wöchentlich über Neuigkeiten aus dem Anleihenhandel der Börse Stuttgart. Jeden Freitag erhalten Sie alles Wissenswerte zu den Anleihenmärkten—von aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten über Neuemissionen bis hin zu interessanten Hintergrundberichten und Wissensvermittlung.

Jetzt Newsletter abonnieren

Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung: 09.03.2018 10:15Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future157,01156,97160,38163,13
Bobl-Future130,24132,24132,71132,36
Schatz-Future111,81112,06112,14112,10
Euribor 3 Monate-0,33-0,33-0,33-0,33
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,03-0,34-0,30-0,31
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,650,420,480,48
EUR / USD1,231,231,241,18
EUR / CHF1,171,151,171,15
Gold in USD1319,811251,011287,731257,85
Silber in USD16,4916,1017,2416,23
Brent Crude Öl64,0151,3753,6452,42

Anlegertrends

Strafzoll belastet Anleihen von ThyssenKrupp

Wegen der Diskussion um Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahlimporte geriet nicht nur die Aktie von ThyssenKrupp in Bedrängnis. Auch Anleihen des Unternehmens wurden verstärkt verkauft (z.B. WKN wkn:A14j57; WKN: A14J58, WKN: A2BPET, WKN: A2AAPF): Die Papiere gaben bis zu einem Prozent nach. Die weitere Entwicklung der Anleihen hängt jetzt auch davon ab, wie der Streit um den Stahl ausgeht. (Stand: 8. März)

Hohe Volatilität in den Nachrang-Anleihen der HSH Nordbank

Auch zwei Nachrang-Anleihen der HSH Nordbank werden rege an der Börse Stuttgart gehandelt. So schwanken die 500 Millionen Euro schwere Anleihe mit der WKN 542696 und einem Zinssatz von 1,990 Prozent p.a. sowie die Anleihe mit der WKN A0EY63, mit einem Emissionsvolumen von 500 Millionen Dollar und einem Zinssatz von 7,250 Prozent p.a. aktuell stark. Beide Anleihen sind mit einer Mindeststückelung von 1.000 Euro bzw. USD nominal handelbar. Hintergrund ist, dass der Verkauf der HSH Nordbank durch Hamburg und Schleswig-Holstein an die Finanzinvestoren Cerberus und J.C.Flowers bei einigen Anleihegläubigern kritisch gesehen wird: Wegen der bevorstehenden Transformationsphase würden beispielweise Ausschüttungen auf die begebenen Hybridkapitalinstrumente nicht wie erwartet im Geschäftsjahr 2020, sondern erst 2024 geleistet, hatte die HSH Nordbank angekündigt.

Axa-Anleihe im Fokus der Anleger

Zu den Umsatzspitzenreitern an der Börse Stuttgart zählte diese Woche außerdem die Unternehmensanleihe der Axa (WKN A0DEGR), dem fünftgrößten Versicherer in Deutschland. Der Bond mit einem Volumen von 375 Millionen Euro wird mit 0,969 Prozent p.a. verzinst und kann mit einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal gehandelt werden. Aktuell notiert das Papier bei 93,60. Durch die Übernahme der amerikanischen Industrie- und Rückversicherer XL Group durch die Axa, in Höhe von 15,3 Milliarden Dollar kam es zu größeren Verkäufen in der Anleihe.
Solche Übernahmen wirken sich auf Anleihen kurzfristig eher negativ aus, da die Kosten für den Erwerb dann nicht zur Schuldentilgung zur Verfügung stehen.

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Sixt SEA2G9HU21.02.241,51,681000EUR995.056.597
Resparcs Funding II L.P.98425431.12.997,5k.A.1000EUR40,94.233.774
Bundesrepublik Deutschland11023915.02.260,50,410,01EUR100,7113.442.010
Volkswagen International Finance N.V.A1ZYTK31.12.993,5k.A.1000EUR99,972.241.568
Hella Finance INT B.V.A19HBR17.05.2410,961000EUR100,261.350.931
FCR Immobilien AGA2G9G620.02.2366,151000EUR99,951.244.937
Hochtief AGA1TM5X20.03.203,8750,241000EUR107,331.178.567
Fresenius SE & Co. KGaAA1HEWZ15.07.202,8750,11000EUR106,48914.046
Spanien, StaatA19B4030.04.220,40,221000EUR100,802815.435
Norwegen, StaatA1AXNA25.05.213,751,211000NOK107,93585.693
Deutsche Telekom International Finance B.V.A18Y8N03.04.230,6250,581000EUR100,21517.421
Petroleos MexicanosA1899113.03.225,3754,2310000USD104,35407.933
Deutsche Lufthansa AGA12UAP12.09.191,125-0,061000EUR101,785388.997
European Investment Bank (EIB)A1ZUWK21.12.268,1258,155000ZAR99,84361.399
Venezuela, StaatA0D1YH21.04.257,6539,51000USD28,5231.497

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 28.02.- 06.03.2018

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Bank of England (The Governor and the Company of the)A19XBP05.03.20212,52,711000USD99,478.034
Starbucks Corp.A19W9V01.03.20233,13,182000USD99,764.874
Mitsubishi UFJ Financial Group Inc.A19XC002.03.20283,9614,052000USD99,621.633
Frontier Communications Corp.A0NWUZ15.01.20277,87518,721000USD56,22943

*Die umsatzstärksten Anleihen-Neueinführungen der letzten 6 Tage mit einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Stand: 08.03.18

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Italien-Wahl: Wie schlimm ist der politische Stillstand?

Italien hat gewählt und das Ergebnis bedeutet faktisch politischen Stillstand. Ein Grund zur Sorge? Alles halb so schlimm – sagt Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Warum er die Situation so gelassen sieht und wie er den drohenden Handelskrieg mit den USA einschätzt verrät er im Interview mit Börse Stuttgart TV.

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 90
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
856387 1,031% Ageasfinlux perpetual - 58,05 250000 EUR BB+ -
A2RS5E 1,500% Agence Francaise Dev.. 31.10.2034 1,55 99,347 100000 EUR AA -
A195QH 0,500% Alandsbanken 13.09.2021 0,64 99,59 100000 EUR BBB -
A180V9 5,625% Banco de Sabadell 06.05.2026 - 108,93 100000 EUR BB+ -
A2RTCL 0,375% Bank of Nova Scotia 23.10.2023 0,48 99,48 100000 EUR - -
BLB53Z 0,400% BayernLB (BLB) 18.07.2028 - 100,00 1000 EUR - -
BLB6TU 2,250% BayernLB (BLB) 17.10.2033 - 100,50 1000 EUR - -
BLB6VG 0,110% BayernLB (BLB) 12.10.2022 0,19 99,70 1000 EUR - -
BLB6VH 0,280% BayernLB (BLB) 17.10.2023 0,51 98,90 1000 EUR - -
BLB6V6 0,800% BayernLB (BLB) 16.10.2025 1,21 97,30 1000 EUR - -
BLB6V7 1,000% BayernLB (BLB) 16.10.2026 1,35 97,40 1000 EUR - -
BLB6TV 1,750% BayernLB (BLB) 17.10.2028 - 98,06 1000 EUR - -
A2RTBJ 0,375% Belfius Bank 24.10.2023 0,41 99,844 100000 EUR - -
A1GZ2S 3,400% Berkshire Hathaway 21.01.2022 3,40 100,09 2000 USD AA -
BHY0GC 0,625% Berlin Hyp 22.10.2025 0,63 99,97 1000 EUR - -
A2RTBG 1,500% BNG Bank 15.07.2039 1,58 98,73 100000 EUR - -
A19D3L 0,729% BPCE 09.03.2022 - 101,25 100000 EUR A- -
A2RTBL 1,750% Caixabank 24.10.2023 1,90 99,32 100000 EUR BBB -
CZ40NG 1,250% Commerzbank 23.10.2023 1,32 99,66 100000 EUR BBB -
A182DW 3,250% Credit Mutuel Arkea 01.06.2026 - 102,52 100000 EUR BBB -
A1VDX0 5,300% CVS Health 05.12.2043 - 101,55 2000 USD BBB -
A1Z5EL 1,780% Daimler 19.08.2019 2,72 99,28 5000 CAD A -
DB9UNS 1,000% Deutsche Bank 18.10.2024 1,22 98,76 100 EUR - -
A2E4ZJ 0,472% Deutsche Pfandbriefb.. 01.12.2022 - 100,27 100000 EUR BBB- -
A2RS8V 0,250% Diageo 22.10.2021 0,21 100,12 100000 EUR A- -