Griechenland-Krise belastet die Märkte

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 20 / 29.05.2015

Griechenland-Krise belastet die Märkte

Anleger suchen sicheren Hafen
In einer verkürzten Handelswoche bereitete Griechenland den Finanzmärkten erneut Sorgen. In einem Interview am Montag warnte der Chef des Europäischen Rettungsschirms, Klaus Regling, vor einer Staatspleite Griechenlands. Athen müsse sich mit den Gläubigern auf ein Reformpaket schnell einigen, hieß es. Griechenland soll bis 5. Juni die erste von 4 IWF-Kredittranchen von insgesamt 1,6 Milliarden Euro zurück bezahlen. Die unterschiedlichen Aussagen zum Stand der Verhandlungen beunruhigten die Anleger. Nachdem der DAX am Dienstag zwischenzeitlich erneut die 11.900 Marke erreichte, geriet er danach unter Abgabedruck und schloss am selben Tag bei 11.625 Punkten.

Die Äußerung des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Mittwochnachmittag, dass Griechenland kurz vor einer Einigung mit den Geldgebern stehen würde, ließ die Aktienkurse steigen. Die Reaktion des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble am selben Tag brachte aber keine Klarheit: “In der Sache sind die Verhandlungen zwischen den drei Institutionen und der griechischen Regierung noch nicht sehr viel weiter gekommen” sagte Schäuble am Mittwochabend. Der DAX kam darauf hin wieder unter Druck und eröffnete am Donnerstag 0,5 Prozent im Minus bei 11.716 Punkten.

Die Verunsicherung wegen der andauernden griechischen Schuldenkrise belastete auch den Euro, der wieder stärker unter Druck geriet und im Wochenverlauf die Marke von 1,08 US-Dollar testete.

Die Ergebnisse der Regional- und Kommunalwahlen in Spanien Anfang der Woche sorgten auch für Verunsicherung an den Märkten. Die Kommunalwahlen gelten als Test für die kommende spanische Parlamentswahl im Herbst. In vielen Regionen hat die konservative Regierungspartei Stimmen verloren während neue Linksparteien wie Podemos und Ciudadanos dagegen Wahlerfolge erzielen konnten. Spanische Staatsanleihen gerieten unter Druck, die Renditen stiegen. Bei 10-jährigen spanischen Staatsanleihen stieg die Rendite auf 1,82 Prozent. Auch die Renditen für italienische und portugiesische Staatsanleihen legten zu. So stiegen die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen auf 1,86 Prozent und die für 10-jährige portugiesische Staatsanleihen auf 2,54 Prozent.

Positive Konjunkturdatenkamen von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Am Mittwoch gab die GfK bekannt, dass der Konsumklima-Index um 0,1 Punkt auf 10,2 Punkte gestiegen ist und damit den besten Wert seit Oktober 2001 erreicht hat. Experten hatten sogar mit einem Rückgang gerechnet.

Bundesanleihen
Die Märkte reagierten auf die griechische Schuldenkrise sowie die Ergebnisse der Kommunalwahl Spaniens. Während die Renditen bei südeuropäischen Staatsanleihen stiegen, waren Bundesanleihen bei den Anlegern gefragt. Bundesanleihen gelten in schwierigen Marktsituationen als sicherer Hafen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen lag am Donnerstag bei 0,53 Prozent. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Donnerstag auf 155,04 Prozent.

Ende April kündigte Starinvestor Bill Gross an, gegen 10-jährige Bundesanleihen spekulieren zu wollen. (Wir berichteten in Bonds Weekly Ausgabe 15, 22. April). Er setzt darauf, dass die Zinsen von Bundesanleihen stark steigen werden. Donnerstag dieser Woche räumte er jedoch in seinem Investoren-Brief ein, bei der Wette versagt zu haben. Er sagte, dass die “Short-Wette zwar gut getimt, allerdings schlecht ausgeführt” gewesen sei. Er hatte darauf gesetzt, dass die Kurse sich in einer engen Handelsspanne bewegen würden. Obwohl die Bundesanleihen tatsächlich unmittelbar nach seiner Ankündigung fielen, kam es in den folgenden Wochen wieder zu einem leichten Anstieg.

Weiterführende Links zu Anleihen

Basiswissen Anleihen
Anleihen-Finder
Marktübersicht Anleihen

Newsletter

Bonds Weekly – Der Anleihen-Newsletter

Bonds Weekly informiert interessierte Anleger wöchentlich über Neuigkeiten aus dem Anleihenhandel der Börse Stuttgart. Jeden Freitag erhalten Sie alles Wissenswerte zu den Anleihenmärkten—von aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten über Neuemissionen bis hin zu interessanten Hintergrundberichten und Wissensvermittlung.

Jetzt Newsletter abonnieren

Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung: 29.05.2015 09:20Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future155,16153,55155,37154,00
Bobl-Future128,81128,50128,86128,56
Schatz-Future111,20111,17111,21111,18
BondM-Index90,4890,3091,5790,42
Euribor 3 Monate-0,01-0,01-0,01-0,01
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,020,030,070,06
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,520,510,600,60
EUR / USD1,09441,08201,10091,1015
EUR / CHF1,03511,03071,03871,0388
Gold in USD1188,701180,551208,601205,88
Silber in USD16,7116,5117,1717,11
Brent Crude Öl62,9461,2466,2265,37

Anlegertrends

Griechische Staatsanleihen unter Druck
Die Schuldenkrise ließ diese Woche die Kurse der griechischen Staatsanleihen erneut einbrechen. Die Rendite 10-jähriger griechischer Staatsanleihen lag am Donnerstag bei 11,24 Prozent. Neben Verkäufen waren aber auch spekulative Käufe bei den Anleihen zu beobachten.

Unternehmensanleihen gefragt
Die verkürzte Handelswoche in Verbindung mit der Ferienzeit machte sich diese Woche bemerkbar. Es gab nur wenige Neuemissionen und vergleichbar niedrige Umsätze.

Einmal mehr war die Anleihe der Mahle GmbH unter den Umsatzspitzenreitern zu finden. Der Bond (WKN: A161HE) im Volumen von 500 Millionen Euro läuft bis Mai 2022 und wird mit 2,375 Prozent verzinst. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Euro nominal. Das Papier notierte am Donnerstag bei 101,05 Prozent.

Die Hybridanleihe von Volkswagen International Finance (WKN A1ZYTK) mit einem Emissionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro und einen Zinssatz von 3,50 Prozent war auch diese Woche gefragt bei den Anlegern. Das Papier notierte am Donnerstag bei 98,60 Prozent.

Ebenfalls zu den Umsatzspitzenreitern zählten in dieser Woche Anleihen von Stada Arzneimittel AG (WKN A14KJP) und ThyssenKrupp AG (WKN A14J57).

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Bundesrepublik Deutschland11023715.02.250,5000,560,01EUR99,577.894.529
Volkswagen International Finance N.V.A1ZYTK31.12.993,500k.A.1.000EUR97,426.731.232
Mahle GmbhA161HE20.05.222,3752,231.000EUR100,974.863.342
Stada Arzneimittel AGA14KJP08.04.221,7501,711.000EUR100,283.834.820
ThyssenKrupp AGA14J5725.11.201,7501,951.000EUR98,983.442.820
Air Berlin PLCAB100B19.04.188,2509,871.000EUR96,051.967.530
Deutsche Bank AGDB7XJJ17.02.252,7502,921.000EUR98,501.822.184
Norwegen, StaatA0GS9C19.05.174,2500,711.000NOK106,981.690.633
Land Nordrhein-WestfalenNRW0GJ16.02.230,3750,531.000EUR98,621.418.243
RWE AGA1EWR031.12.994,625k.A.1.000EUR100,771.341.012
Deutsche Lufthansa AGA12UAP12.09.191,1251,041.000EUR100,251.257.257
Provinz Buenos Aires, RegionA0GJKR15.05.352,0007,661,00EUR64,001.096.072
European Investment Bank (EIB)A1HC3Y15.09.201,3750,201.000EUR106,191.091.355
Finnland, StaatA1ZN3515.09.200,3750,151.000EUR101,201.058.728
HOCHTIEF AGA12TZ928.05.192,6251,691.000EUR103,70884.091
BMW US Capital LLCA1G7EH20.07.161,2500,191.000EUR101,22853.874
Deutsche Telekom International Finance B.V.A1HBX830.10.192,0000,421.000EUR106,94832.281
German Pellets GmbHA13R5N27.11.197,2506,771.000EUR101,80519.459
Deutsche Bank AG, LondonDB9ZKZ28.10.163,500k.A.100EUR101,29485.348
SeniVita Social Estate AGA13SHL12.05.206,5006,301.000EUR101,55356.271

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 20.05.-26.05.2015

Neueinführungen

Neueinführungen

McDonald‘s Corp.
Die McDonald Corporation betreibt und konzessioniert Fast-Food-Restaurants auf der ganzen Welt. Im Geschäftsjahr 2014 weist der Konzern einen Umsatz von 27,441 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn belief sich in 2014 auf 4,76 Mrd. US-Dollar.

In dieser Berichtswoche hat der Konzern zwei neue Anleihen begeben. Die Laufzeit der ersten Emission (WKN: A1Z14B) beträgt fünf Jahre und wird mit 1,125 Prozent per anno verzinst. Ab der kleinsten handelbaren Einheit von 100.000 Euro nom. kann diese gehandelt werden. Die Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 800 Mio. Euro wird von der Ratingagentur S&P mit A- bewertet.

Der zweite Bond (WKN: A1Z14C) wird am 26.05.2027 fällig und hat einen Kupon von 1,875 Prozent p.a.. Auch hier ist die Mindeststückelung bei 100.000 Euro nom. Für die 600 Millionen Euro Emission vergibt die Ratingagentur ebenfalls die Ratingnote A-.

Illinois Tool Works Inc.
Das US-amerikanische Unternehmen hat einen Bond (WKN: A1Z16E) mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Verzinst wird die Anleihe mit 1,25 Prozent p.a. und die Rückzahlung erfolgt voraussichtlich am 22.05.2023. Das Unternehmen hat außerdem ein Kündigungsrecht bis zum 22.02.2023 auf Basis des Barwertes plus einer Prämie von 0,15 Prozent. Ab dem 22.02.2023 kann zu 100,00 Prozent gekündigt werden.

Die Gesellschaft wurde 1912 zur Herstellung und dem Verkauf von Metall-Schneidwerkzeugen gegründet. Mittlerweile gehören zur ITW Unternehmensgruppe ca. 825 Tochtergesellschaften in 56 Ländern. Bei dem Maschinenbauunternehmen arbeiten rund 51.000 Mitarbeiter. Die Illinois Tool Works Inc. produziert und konzipiert Verschlüsse, Komponenten, Equipment und die Produktpalette umfasst unter anderem industrielle Flüssigkeiten, Klebstoffe, Schweißprodukte und Qualitätsmessgeräte und –systeme.

Erste Group Bank AG
Eine weitere Emission kam diese Woche an den Markt, die Tier 2 Anleihe der Erste Group Bank AG (WKN: EB0EW9). Die nachrangige Anleihe wird am 20.05.2025 fällig. Die Verzinsung liegt bei vier Prozent p.a. und wird vierteljährlich ausbezahlt. Der 250 Mio. Euro Bond kann ab einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nom. gehandelt werden.

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Charts & Co.: Jochen Stanzl – ‘Ich bin weiter bullish für Gold’

Es ist erst gut eine Woche her, da kletterte der Goldpreis auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Doch offenbar war die Renaissance des Edelmetalls nur ein Strohfeuer. Mittlerweile notiert der Preis für die Feinunze Gold wieder unterhalb der 1.200 US-Dollar Marke. Dennoch nutzen derzeit einige Anleger in Stuttgart den Rücksetzer bereits wieder zum Einstieg. Doch ist jetzt bereits wieder ein guter Zeitpunkt um auf eine Trendwende zu setzen? Finanzmarktanalyst Jochen Stanzl, GodmodeTrader, bei Börse Stuttgart TV.

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 76
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
A19L4T 2,700% Alimentation Couche.. 26.07.2022 2,70 100,11 2000 USD BBB -
A19M91 2,400% Amazon.com 22.02.2023 2,39 100,13 2000 USD - -
A19M93 2,800% Amazon.com 22.08.2024 2,77 100,34 2000 USD - -
A19M95 3,150% Amazon.com 22.08.2027 3,13 100,38 2000 USD - -
A19M97 3,875% Amazon.com 22.08.2037 3,83 101,13 2000 USD - -
A19M99 4,050% Amazon.com 22.08.2047 4,08 100,24 2000 USD AA- -
A19M9Z 1,900% Amazon.com 21.08.2020 1,87 100,12 2000 USD - -
A19NAB 4,250% Amazon.com 22.08.2057 4,23 101,20 2000 USD AA- -
A1HP83 5,000% American Tower 15.02.2024 3,19 110,64 2000 USD BBB- -
A19M9Q 2,513% Apple 19.08.2024 2,49 100,14 2000 CAD AA+ -
BLB432 0,700% BayernLB (BLB) 16.02.2024 0,86 99,00 1000 EUR - -
BLB44Y 0,050% BayernLB (BLB) 10.08.2020 0,53 98,60 1000 EUR - -
BLB45D 0,100% BayernLB (BLB) 11.08.2022 0,26 99,20 1000 EUR - -
A1GX0Z 3,125% Becton Dickison 08.11.2021 2,65 101,95 2000 USD BBB+ -
A2AAPQ 0,000% Berlin 15.09.2022 0,01 99,937 1000 EUR - -
A18W0X 3,125% Chile 21.01.2026 2,81 102,50 200000 USD A+ -
A1ZYEW 7,158% Costa Rica 12.03.2045 6,81 105,70 200000 USD BB- -
DB9UDB 0,650% Deutsche Bank 17.08.2022 0,79 99,31 100 EUR - -
A1HJST 5,875% Dominikanische Repub.. 18.04.2024 4,56 107,80 100000 USD BB- -
A1ZHP0 7,450% Dominikanische Repub.. 30.04.2044 6,20 117,60 100000 USD BB- -
A19L8A 1,375% Dream Global Funding 21.12.2021 1,40 99,89 100000 EUR - -
A19JL0 4,375% Guatemala 05.06.2027 4,44 99,90 200000 USD BB -
HSH341 2,000% HSH Nordbank 08.11.2019 1,70 100,65 1000 EUR - -
HSH4QB 2,250% HSH Nordbank 09.04.2020 - 99,44 1000 EUR - -
HSH4QQ 2,000% HSH Nordbank 24.01.2019 1,26 101,04 1000 EUR - -