Handelsstreit droht zu eskalieren - weltweite Angst vor Konjunktureinbruch

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 24 / 22.06.2018

Aktuelles Marktgeschehen

Handelsstreit droht zu eskalieren – weltweite Angst vor Konjunktureinbruch

Die Schlagzeilen um den Handelsstreit zwischen den USA und China reißen nicht ab: Seit wenigen Tagen ist bekannt, dass Donald Trump weitere Strafzölle auf Güter aus China angeordnet hat. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Handelskrieges: China fühlt sich durch die neuen Ankündigungen erpresst und plant als Gegenmaßnahme Vergeltungszölle. Doch auf diese droht Trump mit weiteren Zöllen. Auch Russland zieht inzwischen in Erwägung, Strafzölle auf US-Importe zu verhängen. Die EU hat sich bereits entschieden: Als Reaktion auf die Anfang Juni von Trump verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa, sollen ab diesem Freitag EU-Strafzölle auf US-Produkte gelten. Ökonomen befürchten, dass sich der Handelsstreit negativ auf die globale Konjunktur auswirken könnte. Anleger flüchten aus Angst vor dem Handelskrieg aus Aktien, wovon der Rentenmarkt profitiert. Die Kurse von US-Staatsanleihen sind zu Beginn der Woche deutlich angestiegen. Doch China könnte im Handelsstreit damit beginnen, US-Anleihen zu veräußern. Das würde die Notierungen wieder drücken – die Volksrepublik hält 30 Prozent aller Auslandspositionen bei US-Anleihen. Der internationale Bankenverband IIF hat außerdem vor weiteren Mittelabflüssen aus Schwellenländern als Folge eines eskalierenden Handelsstreits gewarnt: Seit der jüngsten Fed-Sitzung am 12. und 13. Juni sind 5,5 Milliarden US-Dollar abgeflossen – davon entfielen 1,3 Milliarden auf Anleihen.

Anleger blickten diese Woche auch auf die Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra mit den Zentralbankchefs der Eurozone, der USA, Japans und Australiens. EZB-Präsident Mario Draghi bestätigte dabei die vorsichtige Haltung der Notenbank. Bei der Bestimmung für den Zeitpunkt für eine erste Leitzinsanhebung werde man „geduldig“ sein und danach schrittweise bei der Anpassung der Geldpolitik vorgehen. Von einem Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik kann also noch keine Rede sein.

Bundes-/Staatsanleihen

Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China hatte die Anleger zu Beginn der Woche stark verunsichert und in die als sicher geltenden deutschen Anleihen getrieben. Am Dienstag stiegen die Kurse deutscher Bundesanleihen deutlich an. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte bis zum Dienstagabend auf 161,51 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel im Gegenzug um 0,03 Prozentpunkte auf 0,37 Prozent. Auch in den meisten anderen Ländern der Eurozone gaben die Renditen nach. Zur Wochenmitte fehlten dann die Impulse – die Kurse bewegten sich kaum mehr. Auch der Euro-Bund-Future handelte am Mittwoch schwächer, mit Kursen über 161 Prozent aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Leicht belastet wurde der Anleihenmarkt zum einen durch die Erholung des Aktienmarkts von den Verlusten zum Wochenanfang. Zum anderen durch die Erzeugerpreise, die im Mai in Deutschland stärker als erwartet gestiegenen waren. Die Teuerungsrate kletterte auf 1,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte – einen höheren Stand erreichte sie zuletzt im März 2012.

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Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung: 21.06.2018 16:04StandW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future162,08160,75162,09161,16
Bobl-Future132,16131,50132,18131,68
Schatz-Future112,10111,98112,10112,00
Euribor 3 Monate-0,32-0,32-0,32-0,32
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen-0,30-0,25-0,21-0,23
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,340,340,400,40
EUR / USD1,161,151,161,16
EUR / CHF1,151,151,161,16
Gold in USD1266,101260,841303,081279,00
Silber in USD16,3016,1617,2516,51
Brent Crude Öl73,2372,4576,0673,44

Anlegertrends

Neue Anleihe der BASF in Stuttgart handelbar

Der Chemiekonzern BASF besorgt sich frisches Kapital in Höhe von 250 Millionen: Seit dem 20. Juni ist in Stuttgart eine neue Unternehmensanleihe (WKN A2LQZM) des Chemiekonzerns handelbar. Das Papier hat eine Laufzeit von vier Jahren und ist mit 1,375 Prozent verzinst. Es handelt sich um eine Fremdwährungsanleihe in Britischen Pfund (GBP), die vom Emittenten nicht gekündigt werden kann. Der Bond ist außerdem anlegerfreundlich gestückelt: Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Pfund. Käufe und Verkäufe der Anleihe können an der Börse Stuttgart in Euro abgewickelt werden. Die BASF SE mit Hauptsitz im deutschen Ludwigshafen am Rhein gehört zu den größten Chemiekonzernen weltweit. Im vergangen Geschäftsjahr setzte der Konzern weltweit 64,5 Milliarden Euro um.

Pharmakonzern Sanofi begibt zwei neue Anleihen

Seit dem 19. Juni sind auch zwei neue Anleihen des Biopharmakonzerns Sanofi in Stuttgart handelbar. Es sind Fremdwährungsanleihen mit einer Stückelung von je 2.000 US-Dollar. Das Gesamtvolumen beider Anleihen beträgt zwei Milliarden. Die erste Anleihe mit der WKN A192DF hat eine Laufzeit von fünf Jahren, der Kupon beträgt 3,375 Prozent. Das Papier ist mit einer Make Whole Call Option bis zum 19. Mai 2023 ausgestattet. Im Falle einer Kündigung vor diesem Datum erhält der Gläubiger eine Rückzahlung zum Barwert plus 0,1 Prozent. Im Anschluss kann Sanofi sie zu 100 Prozent kündigen. Der zweite Bond (WKN A192DG) hat eine Laufzeit von 10 Jahren und ist mit 3,625 Prozent jährlich verzinst. Auch hier gibt eine Make Whole Call Option mit einem Aufschlag von 0,15 Prozent auf den Barwert, sollte die Anleihe vor dem 19. Mai 2028 gekündigt werden. Danach ist sie zum Rückzahlungskurs 100,00 Prozent vom Emittenten kündbar. Die Ratingagentur Standard & Poors bewertet die Sanofi S.A. mit AA und somit als eine sichere Anlage.

Australien holt sich 2,5 Milliarden neues Kapital

Anleger in Stuttgart können seit dem 20. Juni eine neue Staatsanleihe von Australien erwerben. Das Emissionsvolumen beträgt 2,5 Milliarden australische Dollar (AUD). Der Bond (WKN A1918W) hat einen Kupon von 2,500 Prozent und eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 AUD. Der Kauf und Verkauf kann an der Börse Stuttgart in Euro erfolgen. Das Papier ist zum 21. Mai 2030 fällig und vom Emittenten nicht kündbar. Die nächste Zinszahlung erfolgt am 15. November.

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Stada Arzneimittel AGA14KJP08.04.221,751,211000EUR100,742.433.084
Deutsche Postbank Funding Trust IIA0DHUM31.12.994,196k.A.1000EUR100,382.114.249
Evonik Industries AGA14J1H23.01.2310,341000EUR103,031.969.539
Volkswagen International Finance N.V.A1ZE2131.12.994,625k.A.1000EUR105,11.315.908
Petroleos MexicanosA0DY6J24.02.255,53,8110000EUR109,95968.455
Bundesrepublik Deutschland10305215.04.201,75k. A.0EUR106,005927.797
Norwegen, StaatA1AXNA25.05.213,751,091000EUR107,44917.273
Provinz Buenos Aires, RegionA0GJKV01.05.2045,361EUR98,25806.276
Knorr-Bremse AGA2LQP513.06.251,1251,041000EUR100,6802.500
Deutsche Telekom International Finance B.V.A18Y8N03.04.230,6250,5310000EUR100,43662.292

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 13.06.- 22.06.2018

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Kreditanstalt für WiederaufbauA2G9H007.03.2023331000NZD10024.01.3000
Mercedes-Benz Australia/Pacific Pty. Ltd.A19JZS23.06.20202,62532000AUD10017.05.3044
USA, StaatA1HPL715.08.20232,53100USD9926.12.3570
Norwegen, StaatA1AXNA25.05.20213,7521000NOK10725.12.4356
USA, StaatA1VNPV31.03.20211,253100USD9604.01.6442

*Die umsatzstärksten Anleihen-Neueinführungen der letzten 6 Tage mit einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Stand: 21.06.18

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Handelsstreit: Das Spiel mit dem Feuer

Der Handelsstreit zwischen den USA und China geht in die nächste Runde. Jüngst forderte dieser Streit sogar ein erstes, prominentes Opfer aus Deutschland: Daimler gab bekannt, dass man aufgrund des Handelsstreits seine Jahresprognose revidieren müsse. Hat der Streit das Potenzial die Weltwirtschaft nachhaltig zu belasten? Wird die Weltkonjunktur abgewürgt? Tilmann Galler von JP Morgan Asset Management bei Börse Stuttgart TV.

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 47
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
A2RUA0 2,625% Allergan 15.11.2028 2,60 100,31 100000 EUR BBB -
A2RUA1 0,000% Allergan 15.11.2020 - 100,00 100000 EUR BBB -
A2RUAZ 1,500% Allergan 15.11.2023 1,45 100,24 100000 EUR BBB -
A2RT8J 1,875% AVIVA 13.11.2027 1,94 99,48 100000 EUR - -
BLB53Z 0,400% BayernLB (BLB) 18.07.2028 - 100,00 1000 EUR - -
BLB6U0 1,100% BayernLB (BLB) 02.11.2027 1,35 97,90 1000 EUR - -
BLB6UZ 1,000% BayernLB (BLB) 02.11.2026 1,09 99,30 1000 EUR - -
A2RUAS 0,250% BMW 14.01.2022 0,38 99,58 1000 EUR - -
A2RUAT 1,000% BMW 14.11.2024 1,14 99,19 1000 EUR - -
A2G8W3 1,500% Bremen 12.11.2038 1,51 99,939 1000 EUR - -
A2RT04 1,500% Coca-Cola 08.11.2027 1,50 100,02 100000 EUR BBB+ -
A2RS81 4,300% ConAgra Brands 01.05.2024 4,40 99,75 2000 USD BBB -
A0T6G6 6,500% ConocoPhillips 01.02.2039 4,63 125,10 2000 USD A- -
A2RTZ0 3,252% Daimler 05.11.2021 - 100,03 150000 USD A -
A2RTZY 3,750% Daimler 05.11.2021 3,91 99,66 150000 USD A -
A2RT9B 0,375% DNB Boligkreditt AS 14.11.2023 0,40 99,858 100000 EUR - -
A2G9HE 0,500% DZ HYP 13.11.2025 0,58 99,439 1000 EUR - -
A1G0EA 0,200% EFSF 17.01.2024 0,26 99,714 1000 EUR - -
A2NBK3 6,500% Hertha BSC 08.11.2023 5,98 102,80 1000 EUR - -
A1ZP7H 4,950% Humana 01.10.2044 - 100,74 2000 USD BBB+ -
A2RUAL 2,500% ING Groep 15.11.2030 2,42 100,87 100000 EUR - -
A2RUAK 2,125% Intercontinental Hot.. 15.05.2027 2,16 99,77 100000 EUR - -
A2RT9P 3,375% Intertrust 15.11.2025 - 100,44 100000 EUR - -
107314 6,000% Italien 01.05.2031 3,59 123,996 1000 EUR - -
A2RTYU 2,250% Kanada 01.03.2024 2,49 98,96 1000 CAD AAA -