"Made in Germany": deutsche Produkte in Europa stark nachgefragt

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 18 / 11.05.2018

AKTUELLES MARKTGESCHEHEN

„Made in Germany“: Deutsche Produkte in Europa stark nachgefragt

Das politisch wie auch wirtschaftlich dominierende Thema in dieser Woche ist zweifellos der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran. Am Dienstagabend kündigte US-Präsident Donald Trump den Deal – und erntete heftige Kritik. Das Atomabkommen kam 2016 zustande und hatte den Zweck, Iran von der Entwicklung einer Atomstreitmacht abzuhalten. Die einstigen Vertragspartner Frankreich, Deutschland und Großbritannien wollen auch nach der Kündigung durch Trump den Vertrag aufrechterhalten.

Aus wirtschaftlicher Sicht könnten von Trumps Entscheidung vor allem Energieversorger mittelbar betroffen sein: Mit einer Fördermenge von 3,8 Millionen Barrel pro Tag, ist Iran weltweit der drittgrößte Exporteur von Erdöl – hinter Saudi-Arabien und dem Irak (Kündigung des Atom-Abkommens – Die Verlierer aus wirtschaftlicher Sicht). Sollte Trump tatsächlich, wie schon angekündigt, die „höchste Stufe von Wirtschaftssanktionen“ gegen Iran durchsetzen wollen, könnte sich dies schon bald ändern. Eine Reaktion folgte prompt: Der Ölpreis stieg auf ein dreieinhalb Jahreshoch. Die Kurse von US-Staatsanleihen haben sich am Dienstag nach dem beschlossenen US-Ausstieg mit leichten Verlusten präsentiert. Am deutschen Rentenmarkt hat sich die Nachricht hingegen nicht groß bemerkbar gemacht. Das dürfte auch daran liegen, dass die Handelsbeziehungen von Deutschland zum Iran noch nicht so stark ausgeprägt sind. Deutschland ist aktuell zwar der fünftgrößte Import-Handelspartner des Iran, das reale Handelsvolumen ist aber vergleichsweise überschaubar. 2017 importierte Teheran Güter im Gesamtwert von rund 70 Milliarden US-Dollar. Auf Deutschland entfiel dabei lediglich ein Anteil von vier Prozent.

Anleger blicken deshalb hierzulande vielmehr auf die Konjunkturdaten: Anfang der Woche hat das Statistische Bundesamt die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Daraus geht hervor, dass vor allem die starke Nachfrage aus der Europäischen Union nach „Made in Germany“ den deutschen Export in den ersten drei Monaten des Jahres am Laufen hielt. Insgesamt wurden im ersten Quartal Waren im Wert von 327,9 Milliarden Euro ausgeführt – knapp drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe stiegen ebenfalls um knapp drei Prozent. Rückgänge gab es jedoch im Handel mit Großbritannien und den USA. Hier spielt nicht zuletzt die Unruhe durch den Handelskonflikt der USA mit Europa und China eine Rolle.

Bundes- / Staatsanleihen

Der richtungsweisende Bund Future, der die Entwicklung zehnjähriger deutscher Bundesanleihen widerspiegelt, brach zu Beginn der Woche leicht ein und unterschritt am Dienstag wieder die Marke von 159 Prozentpunkten, die er erst in der vergangene Woche überspringen konnte. Zu dem Einbruch trugen unter anderem neue Konjunkturdaten aus Deutschland bei. Diese zeichneten ein versöhnliches Bild zum Quartalsabschluss: Nach fast durchweg schwachen Daten in den Vormonaten waren die Zahlen vom deutschen Außenhandel und aus der Industrie im März solide. Diese positiven Signale drückten die Kurse deutscher Staatsanleihen zu Beginn der Woche leicht nach unten. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen stieg im Gegenzug an.

Weiterführende Links zu Anleihen

Basiswissen Anleihen
Anleihen-Finder
Marktübersicht Anleihen

Newsletter

Bonds Weekly – Der Anleihen-Newsletter

Bonds Weekly informiert interessierte Anleger wöchentlich über Neuigkeiten aus dem Anleihenhandel der Börse Stuttgart. Jeden Freitag erhalten Sie alles Wissenswerte zu den Anleihenmärkten—von aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten über Neuemissionen bis hin zu interessanten Hintergrundberichten und Wissensvermittlung.

Jetzt Newsletter abonnieren

Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung: 10.05.2018 16:27Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future159,21158,52159,42159,08
Bobl-Future131,21130,95131,25131,12
Schatz-Future111,93111,89111,94111,91
Euribor 3 Monate-0,33-0,33-0,33-0,33
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen-0,08-0,07-0,04-0,07
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,540,530,560,54
EUR / USD1,191,181,201,20
EUR / CHF1,191,191,201,20
Gold in USD1318,681304,111322,761314,65
Silber in USD16,7016,3016,7416,49
Brent Crude Öl76,5473,1078,0074,87

Anlegertrends

Daimler besorgt sich frisches Kapital

Der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler hat über seine Finanztochter Daimler International Finance B.V. diese Woche zwei neue Unternehmensanleihen auf den Markt gebracht. Der erste Bond mit der WKN A190ND hat ein Emissionsvolumen von einer Milliarde Euro und ist mit 1.000 Euro anlegerfreundlich gestückelt. Der Zinslauf beginnt am 11. Mai 2018 mit einem Zinssatz von 0,25 Prozent. Die Laufzeit beträgt vier Jahre, das Papier ist somit zum 11. Mai 2022 fällig. Die zweite Unternehmensanleihe (WKN: A190NE) hat ein Emissionsvolumen von 1,25 Milliarden Euro, läuft ebenfalls ab dem 11. Mai und hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Der Zinssatz beträgt 1,0 Prozent. Auch dieser Bond hat eine Stückelung von 1.000 Euro. Das Unternehmen hat im ersten Quartal dieses Jahres mehr Fahrzeuge verkauft als jemals zuvor, berichtete Dr. Dieter Zetsche bei der Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen. Insgesamt setzte Daimler von Januar bis März weltweit 806.900 Pkw und Nutzfahrzeuge ab.

Mondelēz begibt vier neue Anleihen

Vergangene Woche war auch Mondelēz am Kapitalmarkt aktiv. Der Lebensmittelhersteller emittierte gleich vier neue Bonds (WKN: A190Q5, A190Q6, A190Q7 und A190Q8) mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden US-Dollar. Die kleinste handelbare Einheit beträgt jeweils 2.000 Dollar, die Zinsläufe starteten am 7. Mai 2018. Die Zinszahlungen erfolgen im Halbjahresabstand. Der Bond mit der WKN A190Q5 läuft zum 7. Mai 2023 aus und ist ab dem 7. April 2023 zu 100,00 Prozent kündbar. Die Laufzeit der Anleihe mit der WKN A190Q6 beträgt nur zwei Jahre bei einem Zinssatz von 3,0 Prozent. Die dritte Anleihe (WKN: A190Q7) ist zum 7. Mai 2028 fällig und hat einen Zinssatz von 4,125 Prozent. Sie ist ab dem 7. Februar 2028 zu 100,00 Prozent kündbar. Die vierte Anleihe (WKN: A190Q8) läuft 30 Jahre und hat einen Zinssatz von 4,625 Prozent. Zum 7. November 2047 kann sie zu 100,00 Prozent gekündigt werden. Mondelēz International ist einer der weltweit größten Hersteller von Lebensmitteln, seit 2012 vor allem von Snacks und Süßwaren, darunter Marken wie Milka und Oreo. Und das Unternehmen wächst weiter: Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Mondelēz den Kekshersteller Tate’s Bake Shop für knapp 500 Millionen Dollar kauft.

Neue US-Staatsanleihen

Die USA hat drei neue Staatsanleihen mit einem Gesamtvolumen von knapp 88 Milliarden US-Dollar begeben (WKN: A19Z27, A19Z8S und A19Z2E). Anleger können die Anleihen an der Börse Stuttgart ab einer Mindeststücklung von 100 US-Dollar nominal handeln. Beim Kauf und Verkauf über die Börse werden diese jeweils in Euro abgerechnet. Es ist dabei kein Währungskonto erforderlich. Die Zinszahlung erfolgt jeweils zum 31. Oktober. Der Bond mit der WKN A19Z27 ist zum 30. April 2020 fällig. Die zweite Staatsanleihe (WKN: A19Z8S) hat eine fünfjährige Laufzeit bis 30. April 2023 bei einem Zinssatz von 2,750 Prozent. Der dritte Bond (WKN: A19Z2E) läuft bis zum 15. April 2023 und hat einen Zinssatz von 0,625 Prozent. US Bonds sind derzeit stark nachgefragt. Die Rendite erreichte vor knapp zwei Wochen erstmals seit Ende 2013 die magische Grenze von drei Prozent.

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Sixt Leasing SEA2LQKV02.05.221,51,421541000EUR100,2254.844.838
Deutsche Bank AGDB7XJJ17.02.252,752,740691000EUR100,152.341.707
Provinz Buenos Aires, RegionA0GJKR15.05.3546,307451EUR75,752.064.707
Volkswagen International Finance N.V.A1ZYTKperpetual3,5n.a.1000EUR99,82.036.101
Bundesrepublik Deutschland10305415.04.230,1-1,404320,01EUR107,6821.976.838
Hochtief AGA1TM5X20.03.203,8750,301381000EUR106,631.858.705
Sixt SEA2G9HU21.02.241,51,673621000EUR98,91.544.311
USA, StaatA18URF15.11.252,252,94857100USD95,291.440.015
European Investment Bank (EIB)A1ZC0229.01.243,253,043011000USD101,091.308.204
Sixt Leasing SEA2DADR03.02.211,1251,087081000EUR100,191.156.751

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 02.05.- 09.05.2018

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
American Express Credit Corp.A1ZE1Q18.03.20192,1252,741982.000USD99,491.140.692
Citigroup Inc.A19HQA17.05.20242,984942,658481.000USD101,79775.675
JPMorgan Chase & Co.JPM37Z23.09.20223,253,546172.000USD98,81269.344
Statoil ASAA1ZR6L10.11.20243,253,422041.000USD99253.826
Deutsche Bank AGXM1L1N13.01.20264,14,747171.000USD95,9171.189

*Die umsatzstärksten Anleihen-Neueinführungen der letzten 6 Tage mit einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Stand: 10.05.18

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Rentenmarkt: Steigende US-Zinsen lassen Bundesanleihen kalt

Es war in den vergangenen Tagen viel zu lesen über die Renditeentwicklung bei US-Staatsanleihen: Erstmals – seit wirklich langer Zeit – stiegen die Renditen für die US-Benchmark-Anleihe wieder über drei Prozent. Aber was ist eigentlich so schlimm daran? Wirkt sich das auch auf Bundesanleihen aus? Rentenhändlerin Bianca Becker bei Börse Stuttgart TV.

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 78
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
A1TNDW 2,500% Aareal Bank 14.10.2022 - 101,00 1000 EUR - -
A1HPHQ 5,100% Anthem 15.01.2044 - 103,90 2000 USD A -
A18ZBN 6,375% Avis 01.04.2024 6,48 100,00 2000 USD BB -
A1ZYMT 5,250% Avis 15.03.2025 7,06 91,12 2000 USD BB -
A14JY6 0,431% Baden-Württemberg 19.07.2021 - 102,82 1000 EUR AAA -
A14JY7 0,375% Baden-Württemberg 20.07.2048 1,48 73,387 1000 EUR AAA -
A14JY8 0,431% Baden-Württemberg 20.07.2020 - 101,878 1000 EUR AAA -
A1G0PC 0,970% Banco Bilbao Vizcaya.. perpetual - 90,00 50000 EUR - -
A18V4F 4,500% Bank of Nova Scotia 16.12.2025 - 99,96 2000 USD BBB+ -
BLB53K 1,500% BayernLB (BLB) 18.07.2033 1,73 97,00 1000 EUR - -
BLB53Z 0,400% BayernLB (BLB) 18.07.2028 - 100,00 1000 EUR - -
BLB530 0,740% BayernLB (BLB) 18.01.2027 - 98,00 1000 EUR - -
BLB537 0,200% BayernLB (BLB) 18.07.2022 0,61 98,40 1000 EUR - -
BLB55S 1,100% BayernLB (BLB) 18.07.2027 1,72 94,90 1000 EUR - -
BLB55R 1,180% BayernLB (BLB) 23.08.2019 2,52 98,60 1000 EUR - -
A1GXWZ 5,000% Bekaert 06.12.2019 2,20 103,741 1000 EUR - -
A1914X 3,500% Best in Parking 27.06.2025 2,56 105,95 1000 EUR - -
A19U0Z 2,375% Broadcom 15.01.2020 3,56 98,36 2000 USD BBB- -
A193R1 4,650% Citi 23.07.2048 4,69 100,23 1000 USD - -
A193UH 1,500% Citi 24.07.2026 1,53 99,81 100000 EUR - -
A193GN 3,250% Commonwealth Bank of.. 20.07.2023 3,34 99,71 250000 USD - -
A19YVF 6,500% Coty 15.04.2026 7,19 96,65 2000 USD BB -
A193LX 0,000% Credit Agricole 20.07.2028 - 99,23 1000000 USD - -
DM338Q 1,300% Deutsche Bank 18.07.2024 1,66 97,98 1000 EUR - -
A2G8S7 1,000% Deutsche Post 13.12.2027 1,27 97,64 1000 EUR - -