US-Zinsentscheid im Fokus

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 36 / 18.09.2015

US-ZINSENTSCHEID IM FOKUS

Märkte vor US-Zinsentscheid uneinheitlich
An den Aktienmärkten ging es zur Wochenmitte wieder leicht aufwärts. Die Marktakteure setzten mehrheitlich auf eine spätere Zinserhöhung. Aber auch positive Vorgaben aus Asien stimmten den Markt freundlich. Am Donnerstag pendelte das deutsche Börsenbarometer um die Marke von 10.250 Punkten. Anleger zeigten sich vor der mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheidung der US-Notenbank zurückhaltend. An den Anleihemärkten hingegen signalisierten zunächst steigende Renditen Zinserhöhungsfantasien. Jedes Lager deutete aktuell veröffentlichte US-Konjunkturdaten jeweils entsprechend.

Die Einzelhandelsumsätze in den USA sind im August etwas schwächer als erwartet gestiegen. Sie wuchsen im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent, nachdem Volkswirte einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet hatten. Der Juli verzeichnete dagegen noch einen Zuwachs um 0,7 Prozent (revidiert von +0,6 Prozent). Die Umsätze der sogenannten „Kontrollgruppe“, also ohne Autos, Baumaterialien und Treibstoffe, nahmen um 0,4 Prozent zu. Der Wert von Juli wurde von 0,6 Prozent auf 0,9 Prozent verbessert. Der Einzelhandel macht etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus. Dieser wiederum steht für rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Schlechte Nachrichten kamen diese Woche aus Mannheim. Das Konjunkturbarometer des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist nach dem Sommer kräftig abgesackt. Der ZEW-Konjunkturindex sank um 12,9 auf 12,1 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit November 2014. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf 18,5 Punkte gerechnet. Für den Index der Lagebeurteilung ging es indes um 1,8 auf 67,5 Zähler nach oben. Hier hatten Experten im Schnitt mit einem Rückgang auf 64 Punkte gerechnet. “Die Konjunkturabschwächung in den Schwellenländern dämpft den Ausblick für die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft”, kommentierte ZEW-Präsident Clemens Fuest die Entwicklung. “Während das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal noch stark von der Außenhandelsnachfrage geprägt war, dürften vom Export künftig weniger positive Wachstumsimpulse ausgehen.”

Bundesanleihen
Am Mittwoch wurde die 30-jährige Bundesanleihe um 2 Milliarden Euro aufgestockt. Die Nachfrage zeigte sich zum aktuellen Renditeniveau von 1,5 Prozent im sehr langen Laufzeitenbereich verhalten. Lediglich 1,549 Milliarden Euro konnten im Markt platziert werden. Marktteilnehmer begründeten die Unterdeckung mit der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank sowie mit Verkäufen bestehender Bundesanleihen in diesem Laufzeitsegment, vor allem aus Asien.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag vor der US-Zinsentscheidung leicht gestiegen. Nach der Entscheidung der Fed, die Zinsen erneut auf dem Rekordtief zu belassen und die Zinsanhebung erneut zu verschieben, konnte der Bund-Future wieder zulegen und notierte am Freitagmorgen bei 154,75 Punkten und damit rund 100 Ticks höher als noch am Vortag.

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Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung:18.09.15 10:14Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future 154,76153,50155,51155,25
Bobl-Future 128,68128,34128,91128,82
Schatz-Future 111,27111,23111,33111,31
BondM-Index 92,7092,1492,8192,04
Euribor 3 Monate -0,04-0,04-0,04-0,04
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen 0,050,030,110,02
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen 0,700,660,780,65
EUR / USD 1,14371,12141,14411,1339
EUR / CHF 1,09591,09161,10121,0986
Gold in USD 1130,501102,511133,201107,50
Silber in USD 15,1214,2415,2414,61
Brent Crude Öl 49,3645,9850,3448,14

Anlegertrends

RWE wieder gefangen
Versorger galten lange Jahre als defensives Investment. Spekulationen über fehlende 30 Milliarden Euro an Rückstellungen für den Rückbau von Atomkraftwerken ließen den Aktienkurs von RWE nun aber am Dienstag um 10 Prozent einbrechen. Nachdem die Regierung diese Zahlen dementierte, kam es zu einer deutlichen Kurserholung. Auch die Anleihen von RWE, EnBW und E.ON verloren zunächst deutlich.

An der Börse Stuttgart trennten sich Anleger insbesondere von dem zum 28.09.2015 gekündigten Hybridtitel von RWE (WKN: A1EWR0). Auch der in US-Dollar notierende nachrangige Bond (WKN: A13SHX) mit einem Kupon von 6,625 Prozent sowie die bis 2075 laufende nachrangige Anleihe (WKN: A14KAB) des Energiekonzerns, ausgestattet mit einem Kupon von 3,5 Prozent p.a., gerieten extrem unter Druck. Analog der Entwicklung der Aktien trat auch bei diesen Titeln eine leichte Erholung ein, nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie darauf hingewiesen hatte, dass die Stresstests noch nicht abgeschlossen seien. Zudem war Mitte der Woche ein deutlicher Anstieg bei den Ölpreisen zu verzeichnen nachdem ein überraschender Rückgang der US-Rohöllagerbestände gemeldet worden war.

Brasilien herabgestuft – BRL-Anleihen unter Druck
Vergangene Woche hat die brasilianischen Regierung die Rechnung für ihre chaotische Wirtschafts- und Fiskalpolitik der vergangenen Monate bekommen: Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) stufte die Kreditwürdigkeit des Landes von „BBB-„ auf „BB+“ (Ramschniveau) herab. Brasilianische Staatsanleihen gelten nun offiziell als spekulative Investments und zahlreiche Fonds und konservative Investoren dürfen sogenannte „Junk-Papiere“ nicht mehr halten. Brasilianische Unternehmen und der Staat werden künftig höhere Zinsen für ausländische Kredite bezahlen müssen. Denn je niedriger das Rating, desto höher die Ausfallwahrscheinlichkeit und dementsprechend die Risikoaufschläge. Der Brasilianische Real befindet sich im freien Fall. Seit Januar hat sich der Abwärtstrend beschleunigt und Experten erwarten eine weitere Verbilligung der Landeswährung. Aktuell kostet ein US-Dollar 3,82 Real.

Hohe Umsätze waren in Anleihen brasilianischer Unternehmen an der Börse Stuttgart festzustellen. Mit der weiter unter Druck geratenen Währung kam es zudem zu hohen Umsätzen in Titeln, die in Brasilianischen Real notieren.

Portugal Telecom unter Druck
Vermehrt verkauften Anleger die im Juli 2016 fällige Unternehmensanleihe des portugiesischen Telekommunikationsunternehmens Portugal Telecom (WKN: A1UB78). Der 400 Millionen Euro schwere Bond ist mit einem Kupon von 6,25 Prozent ausgestattet.

Der Telekommunikationskonzern agiert neben dem wichtigsten Absatzmarkt Portugal insbesondere in Brasilien, Mosambik, Angola, Kenia und China. Bis der französische Kabelkonzern Altice das Unternehmen im Frühjahr 2015 vollumfänglich gekauft hatte, gehörte es dem brasilianischen IT-Unternehmen Oi.

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Bundesrepublik Deutschland11354004.07.203,0000,030,01EUR114,5722.045.165
Deutsche Lufthansa AGA161YP12.08.755,1255,021.000EUR101,988.323.147
Merck Financial Services GmbHA161Y802.09.190,7500,751.000EUR100,156.245.325
BMW Finance N.V.A1GLL528.01.163,2500,201.000EUR101,155.092.996
Spanien, StaatA1ZLR231.01.201,4000,861.000EUR102,543.686.644
Compagnie de Financement Foncier SAA1GKYD14.01.162,8750,011.000EUR100,983.347.834
ThyssenKrupp AGA14J5725.11.201,7502,131.000EUR98,153.319.108
Portugal Telecom International Finance B.V.A1UB7826.07.166,2504,091.000EUR101,762.551.043
RWE AGA1EWR031.12.994,625k.A.1.000EUR100,132.119.777
Volkswagen Leasing GmbHA0JCC311.08.200,7500,911.000EUR99,251.629.125
Argentinien, StaatA0DUDC31.12.382,2606,181EUR53,501.379.179
Deutsche Bank AGDB7XJJ17.02.252,7503,271.000EUR95,801.207.230
Deutsche Lufthansa AGA12UAP12.09.191,1251,181.000EUR100,031.069.675
Deutsche Pfandbriefbank AGA12UAR17.09.191,5001,451.000EUR100,18883.807
OMV AGA1HTRM25.11.191,7500,741.000EUR104,14647.850
Kreditanstalt für WiederaufbauA1X3DQ14.12.1710,50010,625.000BRL98,60525.868
ThyssenKrupp Finance Nederland B.V.A0T61L25.02.168,5000,841.000EUR103,55407.712
Land Nordrhein-WestfalenNRW23Q30.05.179,25012,515.000BRL95,73339.151
Deutsche Bank AG, LondonDB9ZKZ28.10.162,000k.A.100EUR100,86325.536
Norwegen, StaatA0GS9C19.05.174,2500,591.000NOK106,05301.019

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 09.09.- 15.09.2015

Neueinführungen

Neueinführungen

BMW US Capital LLC
Mit der BMW US Capital LLC hat der bayerische Autobauer neben der BMW Finance N.V. eine zweite Finanzierungstochter insbesondere für die Tochtergesellschaften in den USA. Das in Wilmington, Delaware beheimatete Unternehmen hat jüngst eine neue eine Milliarde Euro schwere Unternehmensanleihe (WKN: A1Z6M1) begeben. Das aufgrund der Garantie der deutschen Konzernmutter von Moody’s mit A2e geratete Papier mit Zinslaufbeginn am Freitag dieser Woche wird am 18. September 2021 fällig. Unterteilt in Inhaberteilschuldverschreibungen à 1.000 Euro bietet das Wertpapier eine jährliche Verzinsung von 1,125 Prozent. Emittiert zu 99,689 notiert die Anleihe aktuell knapp darunter. Das in Stuttgart bereits seit Freitag letzter Woche handelbare Papier weist seit Einführung bereits Umsätze von über 800.000 Euro auf und ist damit eine der am stärksten nachgefragten Neueinführungen der letzten Tage.

Home Depot Inc.
Mit Home Depot war die US-amerikanische Baumarktkette in der vergangenen Woche am Kapitalmarkt aktiv. Das Unternehmen mit Sitz in Atlanta – gegründet übrigens 1978 – betreibt nach eigenen Angaben mehr als 2.200 Baumärkte insbesondere in den USA, Kanada und Mexico und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen Gewinn von 6,3 Milliarden US-Dollar (USD) bei über 83 Milliarden USD Umsatz.

Die begebene Unternehmensanleihe (WKN: A1Z6JN) mit einem Emissionsvolumen von einer Milliarde USD, gestückelt in 2.000 USD, wird im September 2025 fällig. Die von S&P mit A bewertete Anleihe wird mit 3,35 Prozent p.a. verzinst bei halbjährlicher Zinszahlung. Emittiert zu 99,857 notiert das Wertpapier aktuell knapp über pari.

American Express Credit Corp.
Die zur American Express Company gehörende Emittentin platzierte in dieser Woche 1,5 Milliarden US-Dollar (USD) am Kapitalmarkt in Form einer fünfjährigen Unternehmensanleihe (WKN: A1Z6PG). S&P bewertet das mit 2,6 Prozent p.a. verzinste Wertpaper mit A-. Zinszahlungen erfolgen, wie zumeist bei Bonds US-amerikanischer Emittenten, halbjährlich. Gestückelt in 2.000 USD notiert das zu 99,921 begebene Papier aktuell bei 100,36.

Übrigens ist der American Express Konzern seit 2011 Eigentümer der Loyalty Partner GmbH – dem Betreiber des Multipartner-Bonusprogramms Payback.

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Yuan: Stützt China die Währung durch Bundesanleihen-Verkäufe?

Die Turbulenzen in China haben Gerüchten zufolge auch Einfluss auf die Entwicklung am deutschen Anleihenmarkt. Anleihenhändler von Banken berichten, dass bei Bundesanleihen mit kurzer Laufzeit ein ungewöhnlicher Renditeanstieg zu beobachten gewesen sei, der eigentlich nur dadurch zu erklären sei, dass China sich auch von Bundesanleihen getrennt habe. Was ist dran an den Gerüchten? Wird das Ziel der EZB dadurch konterkariert, die Deflationsrisiken zu senken? Einschätzungen von Dietmar Zantke, Zantke Asset Management, im Gespräch mit Börse Stuttgart TV.

Neueinführungen

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  • Gefundene Datensätze: 80
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WKN
Rechner
A19QNF 4,000% 3AB Optique Developp.. 01.10.2023 3,96 100,44 100000 EUR B -
A19PUX 2,250% 3M Company 15.03.2023 2,28 99,92 2000 USD AA- -
A19PUY 2,875% 3M Company 15.10.2027 2,95 99,58 2000 USD AA- -
A19QK3 4,750% Altice Finco 15.01.2028 4,71 100,76 100000 EUR B- -
A19E37 5,625% Argentinien 26.01.2022 4,06 106,25 1000 USD B -
A19NYZ 3,250% Arrow Global 08.09.2024 3,49 98,75 2000 USD BBB- -
A19QN3 0,625% ASB Finance 18.10.2024 0,54 100,599 100000 EUR - -
479371 1,588% Australia and New Ze.. perpetual - 81,15 10000 USD - -
A19QRK 2,250% Australien 21.11.2022 2,35 99,50 1000 AUD - -
A19QUS 0,250% Autobahn Schnell 18.10.2024 0,28 99,78 100000 EUR AA+ -
A14JY3 0,000% Baden-Württemberg 19.10.2021 - 104,109 1000 EUR AAA -
A19QWN 4,875% Bancolombia 18.10.2027 - 100,25 200000 USD - -
A19QHU 4,650% Bank of Nova Scotia perpetual - 100,50 1000 USD BBB- -
BLB46Q 0,600% BayernLB (BLB) 11.12.2024 0,89 98,00 1000 EUR - -
BLB47K 0,010% BayernLB (BLB) 06.10.2022 0,52 97,50 1000 EUR - -
BLB47M 0,600% BayernLB (BLB) 11.10.2024 - 98,75 1000 EUR - -
BLB47P 0,800% BayernLB (BLB) 06.10.2028 1,50 93,00 1000 EUR - -
A19P72 1,625% Belgien 15.01.2020 1,78 99,69 200000 USD - -
A2EYWT 0,000% Belgien 08.03.2018 -0,65 100,25 0.01 EUR - -
A2EYW0 0,000% Belgien 11.10.2018 -0,59 100,58 0.01 EUR - -
A19P3R 0,750% CA Immobilien Anlage.. 04.04.2025 0,65 100,73 100000 EUR - -
A19P7Q 2,100% Canadian Imperial Ba.. 05.10.2020 2,16 99,87 2000 USD A+ -
A1VE3P 5,375% CF Industries 15.03.2044 5,76 95,91 2000 USD BB+ -
DB9UDR 0,800% Deutsche Bank 12.10.2023 0,88 99,54 100 EUR - -
A2GS37 0,600% Deutsche Wohnen 05.01.2026 0,47 101,03 100000 EUR - -