Viel Rauch um nichts?

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 14 / 13.04.2018

Aktuelles Marktgeschehen

Viel Rauch um nichts?
Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny hat sich diese Woche bei der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Freunde gemacht. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, die EZB sollte nicht zu lange mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik warten. Nowotny, der in seiner Eigenschaft als Währungshüter des Alpenlandes im Entscheidungsgremium der EZB sitzt, hat zudem mit seinen Äußerungen zur Zukunft der Anleihekäufe und möglichen Zinsschritten an den Märkten für großes Aufsehen gesorgt. Er sagte im Interview, die EZB werde wohl ihr billionenschweres Anleihen-Kaufprogramm bis zum Jahresende auslaufen lassen. Dies werde den Weg für die erste Zinserhöhung seit 2011 bereiten. Die Statements veranlassten dann die EZB klarzustellen: Die Äußerungen repräsentierten ausdrücklich nicht die Sicht des EZB-Rats. An den Märkten schlug der Euro daraufhin die Gegenrichtung ein. Die europäische Gemeinschaftswährung brach seinen Kursanstieg ab und gab Gewinne, die er zuvor gegenüber dem US-Dollar erzielte hatte, wieder ab. Und die Moral von der Geschicht‘? Wo es qualmt, da brennt es. Zumindest kommt bei der EZB wieder Bewegung in die Debatte, wann die Zinswende in der Eurozone eingeläutet wird. Vielleicht ist am 26. April mehr zu erfahren. Dann tagt der EZB-Rat offiziell.

Die Währungsschwankungen hierzulande sind aber noch harmlos im Vergleich zu Russland. Die jüngsten US-Sanktionen schickten den Rubel auf Talfahrt. Innerhalb von drei Tagen verlor die russische Landeswährung zehn Prozent ihres Wertes gegenüber Euro und Dollar. Vor einer Woche hatte die amerikanische Regierung eine Liste mit den Namen von 24 Wirtschaftsbossen und 14 Unternehmen aus Russland veröffentlicht, mit denen keine Geschäfte mehr gemacht werden dürfen.

Bundes- / Staatsanleihen

Bei den Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen hat sich diese Woche nicht viel getan. Sie rentieren nach wie vor bei rund 0,5 Prozent. Folgerichtig lief auch der richtungsweisende Euro-Bund-Future seitwärts. Er spiegelt die Entwicklung zehnjähriger deutscher Bundesanleihen wider und notiert – wie vor einer Woche auch – bei rund 159 Punkten. Nach wie vor sind mit US-Staatsanleihen deutlich höhere Renditen möglich. Zehnjährige US-Bonds rentieren aktuell bei 2,78 Prozent. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen Bundesanleihen und zehnjährigen US-Staatsanleihen lag am Donnerstag bei 228 Basispunkten. Ende 2017 waren es noch 198 Punkte Abstand gewesen.

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Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung: 12.04.2018 16:55Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future159,31159,00159,65159,50
Bobl-Future131,11130,90131,24131,22
Schatz-Future111,91111,86111,95111,94
Euribor 3 Monate-0,33-0,33-0,33-0,33
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen-0,08-0,09-0,06-0,10
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,510,500,510,50
EUR / USD1,231,231,241,23
EUR / CHF1,191,181,191,18
Gold in USD1338,821321,161365,231332,89
Silber in USD16,4916,2516,8716,35
Brent Crude Öl71,2566,8673,0967,11

Anlegertrends

VW im Aufwind

In einer offiziellen Stellungnahme kündigte Volkswagen diese Woche an, die Führungsstruktur im Konzern verändern zu wollen. Als Nachfolger von Vorstandschef Müller wird bereits Markenchef Diess gehandelt. Die Meldung gab der VW-Aktie in dieser Woche kräftigen Aufwind – das wirkte sich auch auf die Anleihen von VW aus. So war beispielsweise die neu emittierte Anleihe mit der WKN A2LQJ0 bei Anlegern in Stuttgart stark nachgefragt. Sie läuft bis zum 21. April 2021, hat ein Emissionsvolumen von 500 Millionen Euro und wird mit 0,375 Prozent p.a. verzinst. Der Bond ist mit 1.000 Euro anlegerfreundlich gestückelt.

BMW begibt vier neue Bonds

Auch der Automobilhersteller BMW war in dieser Handelswoche am Kapitalmarkt aktiv und gab vier neue Anleihen mit Laufzeiten zwischen zwei und vierzig Jahren und einem Volumen von insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar aus. Die Anleihen (WKN: A19Y5R, A19Y5R, A19Y5P, A19Y5M) haben Fälligkeiten zwischen drei, fünf und zehn Jahren und Kupons zwischen 3,100 und 3,750 Prozent. Die nächste Zinszahlung ist jeweils im Oktober 2018, die kleinste handelbare Einheit liegt bei 2.000 US-Dollar. Die Rating-Agentur S&P bewertet die Bonität des Unternehmens mit A+.

Neue US-Dollar-Anleihen von General Motors

General Motors besorgt sich frisches Kapital: Der US-amerikanische Automobilkonzern hat jüngst drei neue drei- bzw. siebenjährige Anleihen im Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden US-Dollar (USD) begeben. Der 500 Millionen USD schwere Bond mit der WKN: A19Y45 läuft bis April 2021. Die Verzinsung beträgt 3,187 Prozent p.a. Die zweite Anleihe (WKN: A19Y46) läuft ebenfalls bis April 2021. Der Bond wird mit 3,550 Prozent p.a. verzinst, die Zinszahlung erfolgt das nächste Mal im Oktober. Die dritte Anleihe (WKN: A19Y47) mit einem Emissionsvolumen von 1 Milliarde US-Dollar läuft bis April 2025 und wird mit 4,350 Prozent p.a. verzinst. Alle drei Anleihen können zu einer Mindeststückelung von 2.000 US-Dollar nominal gehandelt werden. GM landet laut Forbes mit einem Umsatz von 166,4 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 9,4 Mrd. USD auf Platz 40 der weltgrößten Unternehmen (Stand 2017). Das Unternehmen wird beispielsweise von S&P mit der Note BBB bewertet.

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Deutsche Bank AGDB7XJJ17.02.252,75k.A.1000EUR100,943.040.948
METRO AGA14J8319.03.251,51,751000EUR98,22.886.739
Volkswagen International Finance N.V.A1ZYTK31.12.993,5k.A.1000EUR100,652.427.344
R-Logitech S.A.R.L.A19WVN29.03.238,58,141000EUR101,881.861.091
Russland, StaatA1HFLY19.01.287,057,461000RUB97,581.467.213
Bundesrepublik Deutschland10305615.04.260,1k.A.0,01EUR110,2951.143.407
European Investment Bank (EIB)A19YDR27.03.2112,513,81000TRY96,721.020.851
Commerzbank AGCZ40LR13.09.230,50,911000EUR97,55993.829
Stada Arzneimittel AGA14KJP08.04.221,751,151000EUR102,3943.481
Volkswagen Bank GmbHA1X3P115.06.230,750,891000EUR99,16779.808
Evonik Industries AGA14J1H23.01.2310,431000EUR102,49745.576
Deutsche Telekom International Finance B.V.A18Y8N03.04.230,6250,591000EUR100,15656.761
USA, StaatA1ZNDQ15.08.242,3752,85100USD98,09483.782
PROKON Regenerative Energien eGA2AASM25.06.303,55,289,28EUR84,25374.182

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 04.04.- 10.04.2018

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Volkswagen Financial Services AGA2LQJ012.04.20210,3750,341.000EUR100,11270.333
Volkswagen Financial Services AGA2LQJ112.04.20230,8750,921.000EUR99,73253.345
BMW US Capital LLCA19Y5R12.04.20283,753,82.000USD99,98.131
Erste Group Bank AGEB0FFF06.04.202012,513,191.000TRY98,8664.909
General Mills Inc.A19Y1H17.04.20284,2k.A.2.000USD100,694.908

*Die umsatzstärksten Anleihen-Neueinführungen der letzten 6 Tage mit einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Stand: 12.04.18

Börse Stuttgart TV

Börse Stuttgart TV

Neue Sanktionen: Russische Anleihen unter Druck

Aktienanleger haben halbwegs erleichtert auf den Chefwechsel bei der Deutschen Bank reagiert. Die Aktie des Geldhauses avancierte gestern zum großen Gewinner am deutschen Aktienmarkt. Ob sich dies jedoch auch auf dem Rentenmarkt widerspiegelt, wollen wir heute wieder mit Bianca Becker, Rentenhändlerin an der Börse Stuttgart klären. Zudem wollen wir die Situation am russischen Finanzmarkt etwas näher beleuchten. Nachdem neue Sanktionen gegen Russland verkündet wurden, ging es insbesondere am russischen Aktienmarkt deutlich bergab. Am Rentenmarkt auch?

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 48
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
A2RUA3 4,375% Baidu 14.05.2024 4,38 100,20 200000 USD - -
A2RUA4 4,875% Baidu 14.11.2028 5,00 99,50 200000 USD - -
A193JY 1,000% Banca Popolare dell.. 22.07.2023 1,19 99,154 100000 EUR - -
A1ZUZN 0,875% Banca Popolare dell.. 22.01.2022 0,80 100,23 100000 EUR - -
A19U70 1,000% Banco BPM 23.01.2025 1,55 96,79 100000 EUR - -
A1Z6JD 0,875% Banco BPM 14.09.2022 1,01 99,504 100000 EUR - -
A1ZXQH 0,750% Banco BPM 31.03.2022 0,94 99,395 100000 EUR - -
A18335 2,250% Bank of China 12.07.2021 - 96,20 200000 USD - -
BLB53Z 0,400% BayernLB (BLB) 18.07.2028 - 100,00 1000 EUR - -
BLB6VY 0,400% BayernLB (BLB) 14.11.2023 0,48 99,60 1000 EUR - -
BLB6V3 0,400% BayernLB (BLB) 14.11.2023 - 99,00 1000 EUR - -
BLB6V4 0,700% BayernLB (BLB) 14.11.2025 - 99,00 1000 EUR - -
BLB6V5 1,200% BayernLB (BLB) 14.11.2028 - 98,70 1000 EUR - -
BLB6X7 0,740% BayernLB (BLB) 16.11.2026 1,41 95,00 1000 EUR - -
BLB6X8 0,350% BayernLB (BLB) 16.11.2023 0,91 97,30 1000 EUR - -
PB1K35 2,375% BNP Paribas 20.11.2030 - 97,86 100000 EUR BBB+ -
A2RUF7 0,625% BPIFRANCE Finance 25.05.2026 0,68 99,622 100000 EUR - -
A2RUF1 0,875% CEZ AS 21.11.2022 0,84 100,15 100000 EUR A- -
DB9URC 1,000% Deutsche Bank 15.11.2024 1,21 98,79 100 EUR - -
DDA0NB 0,500% DZ Bank 02.10.2023 - 100,38 100000 EUR - -
A2RUFU 1,375% Flämische Gemeinscha.. 21.11.2033 1,45 99,031 100000 EUR - -
A2RUF0 2,949% Gazprom 24.01.2024 3,08 99,40 100000 EUR BBB- -
A1685Y 0,000% Hamburg 21.11.2023 - 103,044 1000 EUR - -
A2RUJH 0,534% Industrial Bank 20.11.2021 - 99,85 100000 EUR - -
A2RTRG 0,000% Italien 27.11.2020 1,62 96,814 1000 EUR - -