Zinsängste lassen Märkte beben

Der Newsletter rund um den Anleihenhandel. Ausgabe 05 / 09.02.2018

ZINSÄNGSTE LASSEN MÄRKTE BEBEN

Bank of England hält an lockerer Zinspolitik fest

Die Steuerreform der USA, zuletzt gute Konjunkturdaten sowie die Diskussion um die Strategie der EZB haben die Anleger an den Rentenmärkten verunsichert und entsprechende Turbulenzen ausgelöst. Angesichts der sehr freundlichen US-Konjunktur und des leer gefegten Arbeitsmarkts gelten weitere Zinsanhebungen durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) als unvermeidlich. Experten rechnen bereits im März mit einem weiteren Zinsschritt von einem Viertelprozentpunkt.

Die Bank of England (BoE) hält die Zinsen konstant und bereitet zugleich den Boden für eine Erhöhung. Die britische Notenbank entschied am Donnerstag auf ihrer Zinssitzung, den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geldinstitute bei 0,5% zu belassen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Auch das Volumen der Wertpapierkäufe zur Konjunkturstützung ließen sie unverändert.
Die Notenbank signalisierte, dass sie die Zügel angesichts aufgehellter Konjunkturaussichten „etwas früher und in etwas stärkerem Masse“ anziehen könnte als noch im November erwartet. Sie erhöhte zugleich ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf 1,8%. Im November hatte sie lediglich 1,6% veranschlagt.
Das britische Pfund hat seit der Brexit-Abstimmung vom Juni 2016 deutlich abgewertet, was Einfuhren verteuert und so die Lebenshaltungskosten auf der Insel nach oben treibt. Die Inflation ist mit 3 Prozent weit über die Zielmarke der BoE von 2 Prozent hinausgeschossen.

Bundes-/ Staatsanleihen

Die Finanzagentur des Bundes hat am Mittwoch die zehnjährige Bundesanleihe um 3 Milliarden Euro zu einer Durchschnittsrendite von 0,69 Prozent aufgestockt. Die Nachfrage lag bei knapp 3,8 Milliarden Euro und zeichnet damit ein zufriedenstellendes Ergebnis ab.
Deutsche Staatsanleihen sind durch das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem knappen Gut geworden. Dieser Engpass wird dadurch verschärft, weil der Bund immer weniger Bundesanleihen emittiert, um seinen Haushalt zu finanzieren. Wurden im Jahr 2010 noch mehr als 200 Milliarden Euro (ohne inflationsindexierte Anleihen) emittiert, werden es in diesem Jahr hingegen nur 147 Milliarden Euro sein.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag an die Verluste vom Vortag angeknüpft und sind weiter gefallen. Am Morgen hielt sich das Minus aber in Grenzen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Nachmittag auf 157,81 Punkte. Zehnjährige Bunds rentierten bei 0,76 Prozent.

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Die Marktdaten im Überblick

Die Marktdaten im Überblick

Aktualisierung: 08.02.2018 16:18Akt. KursW-TiefW-HochVorwoche
Bund Future157,32157,26159,30163,13
Bobl-Future130,20132,24132,71132,36
Schatz-Future111,81112,06112,14112,10
Euribor 3 Monate-0,33-0,33-0,33-0,33
5 J-Rendite, dt. Staatsanleihen-0,06-0,34-0,30-0,31
10 J-Rendite, dt. Staatsanleihen0,800,420,480,48
EUR / USD1,231,221,251,18
EUR / CHF1,151,151,161,15
Gold in USD1313,771251,011287,731257,85
Silber in USD16,3616,1017,2416,23
Brent Crude Öl65,2651,3753,6452,42

Anlegertrends

Nachrangige Anleihen von VW und Bayer unter Druck

Bewegt zeigten sich in der Handelswoche die nachrangigen Titel von Volkswagen und Bayer. So zum Beispiel die 1,75 Milliarden Euro schwere Hybridanleihe (WKN: A1ZE21) der Volkswagen Intl. Finance N.V., die bis zum 24.03.2026 mit 4,625 Prozent p.a. verzinst wird und zu diesem Termin erstmalig durch den Emittenten gekündigt werden kann. Auch der im Juli 2074 endfällige und mit einem Kupon von 3,75 Prozent ausgestattete Hybridtitel (WKN: A11QR7 ) der Bayer AG Stand im Fokus der Anleger an der Börse Stuttgart. Mit den schwachen Aktienmärkten gerieten die beiden nachrangigen Unternehmensanleihen zunächst unter Druck. Es kam zu größeren Verkäufen in beiden Papieren. Am Mittwoch beruhigte sich die Lage. Mit der Erholung der Aktienmärkte ging es auch bei den Hybridtiteln wieder bergauf, Anleger griffen zu den günstigeren Kursen wieder zu.

Polen begibt Staatsanleihe

Das Land Polen hat eine Anleihe (WKN: A19VY7) im Volumen von 1 Milliarde Euro mit Laufzeit 07.08.2026 begeben. Der von der Ratingagentur Standard & Poor’s mit BBB+ bewertete Bond wird mit einem Zinssatz von 1,125 Prozent p.a. verzinst. Handelbar ist das Papier zu einer Mindeststückelung von 1.000 Euro nominal. Vergleicht man die Rendite dieser Anleihe mit einer vergleichbaren Bundesanleihe beträgt der Renditespread gegenüber der Bundesanleihe 0,6844. In der Zinsstrukturkurvenmatrix kann man die jeweiligen Anleihetypen im Vergleich zur Bundesanleihe auswählen und vergleichen. Schauen sie doch mal rein.

Neue US-Dollar Anleihen von Petróleos Mexicanos

Der staatliche Mineralölkonzern Mexikos Petróleos Mexicanos hat jüngst zwei neue Anleihen im Gesamtvolumen von 4 Milliarden US-Dollar (USD) begeben. Der 2,5 Milliarden USD schwere Bond (WKN: A19V2W) läuft bis Februar 2028. Die Verzinsung beträgt 5,35 Prozent p.a., die Zinszahlung erfolgt immer zum 18.08. Der Emittent kann die Anleihe unter Zahlung einer Prämie von 0,40 Prozent jederzeit vorzeitig kündigen. Die zweite Anleihe (WKN: A19V2Y) läuft bis Februar 2048, sofern der Emittent nicht von seinem Sonderkündigungsrecht, unter Zahlung einer Prämie von 0,50 Prozent Gebrauch macht. Der Bond wird mit 6,35 Prozent p.a. verzinst, die Zinszahlung erfolgt ebenso immer zum 12.08. Beide Anleihen können zu einer Mindeststückelung von 10.000 USD nominal gehandelt werden.

Anleihen im Fokus

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

Die meist gehandelten Anleihen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
European Financial Stability Facility EFSFA1G0DQ11.10.240,3750,561000EUR98,784.483.271
Volkswagen International Finance N.V.A1ZYTK31.12.993,5k.A.1000EUR99,512.560.310
Infineon Technologies AGA13SAP10.03.221,50,381000EUR104,512.250.297
Deutsche Bank AGDB7XJJ17.02.252,75k.A.1000EUR99,392.148.597
Fresenius Finance Ireland PLCA19B3G30.01.241,51,011000EUR102,841.854.856
thyssenkrupp AGA14J5725.11.201,750,461000EUR103,551.632.858
Deutsche Telekom International Finance B.V.A18Y8N03.04.230,6250,651000EUR99,91.020.404
Bundesrepublik Deutschland10305415.04.230,1k.A.0,01EUR106,375934.502
Stada Arzneimittel AGA14KJP08.04.221,751,381000EUR101,5884.484
Argentinien, StaatA0DUDC31.12.382,264,641EUR68,95884.305
Berlin Hyp AGBHY0GH23.10.230,1250,411000EUR98,416824.665
METRO AGA14J8319.03.251,51,71000EUR98,67757.383
USA, StaatA1ZVHF31.01.221,52,51100USD96,32686.899
Sixt SEA2BPDU02.11.221,1251,061000EUR100,3663.589
Spanien, StaatA1Z2RV31.10.252,151,081000EUR107,9485.154

*Umsatzstärkste Anleihen jeder Kategorie, mit einer Mindestanzahl von 10 Preisermittlungen und einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR
Zeitraum 31.01.- 06.02.2018

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

Anleihen-Neueinführungen in Stuttgart*

EmittentWKNLaufzeitKupon %Rendite %kl. hdlb. EinheitWhrg.Letzter KursUmsatz in €
Polen, StaatA19VY707.08.20261,1251,191000EUR99,52.059.755
Rumänien, StaatA19V3T08.02.20383,3753,521000EUR97,9153.969

*Die umsatzstärksten Anleihen-Neueinführungen der letzten 6 Tage mit einer kleinsten handelbaren Einheit von maximal 10.000 EUR. Stand: 08.02.18

Börse Stuttgart TV

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Crash, Panik, Ausverkauf: Von wegen…

Dow Jones Index minus 4,6 Prozent, Nikkei Index minus 4,7 Prozent – An den Aktienbörsen geht es rund und mancher spricht schon wieder von einem Börsencrash. Panikmache, sagt hingegen Michael Bloss, EIFD-Direktor und Finanzbuchautor im Gespräch mit Börse Stuttgart TV. Was hinter den Kursverlusten steckt und welche Rolle Algorithmen spielen können, erklärt er im Interview.

Neueinführungen

Neueinführungen

  • Gefundene Datensätze: 60
  • Angezeigte Datensätze: 1 bis 25
  • Sortiert nach Emittent ( aufsteigend )


WKN
Rechner
A1TNDW 2,500% Aareal Bank 14.10.2022 - 101,00 1000 EUR - -
A14JY6 0,431% Baden-Württemberg 19.07.2021 - 102,82 1000 EUR AAA -
A14JY7 0,375% Baden-Württemberg 20.07.2048 1,48 73,387 1000 EUR AAA -
A14JY8 0,431% Baden-Württemberg 20.07.2020 - 101,878 1000 EUR AAA -
A1G0PC 0,970% Banco Bilbao Vizcaya.. perpetual - 90,00 50000 EUR - -
BLB53K 1,500% BayernLB (BLB) 18.07.2033 1,73 97,00 1000 EUR - -
BLB53Z 0,400% BayernLB (BLB) 18.07.2028 - 100,00 1000 EUR - -
BLB530 0,740% BayernLB (BLB) 18.01.2027 - 98,00 1000 EUR - -
BLB537 0,200% BayernLB (BLB) 18.07.2022 0,61 98,40 1000 EUR - -
BLB55S 1,100% BayernLB (BLB) 18.07.2027 1,72 94,90 1000 EUR - -
BLB55R 1,180% BayernLB (BLB) 23.08.2019 2,52 98,60 1000 EUR - -
A1GXWZ 5,000% Bekaert 06.12.2019 2,20 103,741 1000 EUR - -
A1914X 3,500% Best in Parking 27.06.2025 2,56 105,95 1000 EUR - -
A19U0Z 2,375% Broadcom 15.01.2020 3,56 98,36 2000 USD BBB- -
A193UH 1,500% Citi 24.07.2026 1,53 99,81 100000 EUR - -
A193GN 3,250% Commonwealth Bank of.. 20.07.2023 3,34 99,71 250000 USD - -
A19YVF 6,500% Coty 15.04.2026 7,19 96,65 2000 USD BB -
A193LX 0,000% Credit Agricole 20.07.2028 - 99,23 1000000 USD - -
DM338Q 1,300% Deutsche Bank 18.07.2024 1,66 97,98 1000 EUR - -
A2G8S7 1,000% Deutsche Post 13.12.2027 1,27 97,64 1000 EUR - -
A193RR 2,200% Deutsche Telekom 25.07.2033 2,09 101,50 100000 EUR - -
A1Z85J 0,375% Development Bank of .. 21.10.2019 0,05 100,411 100000 EUR A -
A193CJ 2,875% European Investment .. 15.08.2023 2,97 99,67 1000 USD - -
A1ZDNT 0,873% European Investment .. 17.02.2020 0,59 100,46 1000 GBP AAA -
A193J0 0,125% Großbritannien 10.08.2041 - 149,14 0.01 GBP - -