Rating-FAQs

Hier finden sich Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zum Thema Ratings. Bei weiteren Fragen steht Anlegern auch die kostenfreie Kundenhotline der Börse Stuttgart unter der Telefonnummer 0 800 / 2 26 88 53 zur Verfügung.

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FAQ

Was machen Rating-Agenturen?

Ratingagenturen sind Unternehmen, die sich auf die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Schuldnern und Schuldtiteln spezialisiert haben und diese Bonitätsbeurteilungen, die sog. Ratings, veröffentlichen. Sie übernehmen somit die Rolle eines Mittlers zwischen Emittenten und potentiellen Investoren.

Was versteht man unter Rating?

Ein Rating ist die Beurteilung eines Schuldtitels oder eines Fremdkapitalnehmers nach vorab festgelegten Kriterien und einer darauf basierenden Klassifikation bzw. Benotung auf einer Ordinalskala.

Mit dem Rating ist keine quantitative Risikoaussage verbunden. Ein Rating ist lediglich als Einschätzung des relativen Bonitätsrisikos zu verstehen. Das heißt, dass Emissionen derselben Ratingklasse ein vergleichbares Risiko eines Zahlungsausfalls mit sich bringen. Entsprechend weisen Emissionen einer höheren Ratingklasse gegenüber solchen aus einer niedrigeren Ratingklasse ein geringeres Ausfallrisiko auf. Es handelt sich somit bei Ratings lediglich um „Meinungen“ über die zukünftige Kreditnehmerbonität und keinesfalls um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere.

Ratings lassen sich in Emittenten- und Emissionsratings untergliedern. Ein Emittentenrating beurteilt die generelle Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens, seinen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen jederzeit rechtzeitig und vollständig nachzukommen. Dagegen wird beim Emissionsrating das Ausfallrisiko einer bestimmten Emission abgeschätzt. Hierbei finden konkrete Ausgestaltungsfaktoren wie Sicherungselemente, Rangstellung und Anleihebedingungen Berücksichtigung.

Was bedeuten die Ratingurteile wie z.B. „Triple A“?

Das Ratingurteil und die damit einhergehende Risikoaussage drücken die Agenturen in einem Ratingsymbol aus, d.h. einer Kombination aus Buchstaben und Ziffern. Die Bewertungsskala reicht bei langfristigen Ratings von der bestmöglichen „Triple-A“-Bewertung (AAA bzw. Aaa) über zahlreiche Stufen und Ratingklassen bis hin zur Wertung C. In der Übersichtstabelle sind die Ratingsymbole der größten nationalen und internationalen Ratingagenturen und deren jeweilige Bedeutung dargestellt.

Mit der Zuordnung eines Ratingsymbols wird gleichzeitig eine Einteilung in einen Investment-Grade-Bereich und einen Speculative-Grade-Bereich vorgenommen.

Worin liegt der Nutzen des Ratings?

Anhand des Ratings kann der Investor die Bonität verschiedener Emittenten vergleichen. Für den Emittenten dient das Rating durch seine Zertifizierungsfunktion dazu, seine eigene Glaubwürdigkeit als Schuldner zu dokumentieren.

Die Bonitätseinstufung eines Emittenten bestimmt auch die Kosten der Fremdkapitalaufnahme. Je höher das Rating, d.h. je geringer das Ausfallrisiko, desto geringer ist der als Risikoprämie zu zahlende Zins und umgekehrt. Ein hohes Rating kommt somit einer Senkung der Kapitalkosten gleich, während ein niedriges Rating die Finanzierungskosten erhöht.