Handel

1. Gehandelte Papiere

Das Handelssegment Euwax ist mit über 1,4 Millionen gelisteten Wertpapieren (Stand April 2017) das größte börsliche Segment für verbriefte Derivate in Europa. Das Segment Euwax wurde 1999 gegründet, seit 2007 erfolgt der Handel im elektronischen Handelssystem der Börse Stuttgart.

Im Euwax-Segment können Anleger ein breites Produktspektrum an verbrieften Derivaten handeln. Zu den derivativen Hebelprodukten zählen unter anderem Optionsscheine, Knock-out-Produkte und Faktor-Zertifikate. Die derivativen Anlageprodukte umfassen Anlagezertifikate wie Bonus-, Discount-, oder Indexzertifikate sowie Aktienanleihen.

2. Funktion des Market Makers

Market Maker spielen im Handel mit derivativen Hebel- und Anlageprodukten eine wichtige Rolle. Sie stellen den Referenzmarkt für diese Wertpapiere dar und sind in den meisten Fällen identisch mit dem Emittent der Produkte. Die Börsenordnung verpflichtet die Market Maker, während der Handelszeit für ein bestimmtes Mindestvolumen fortlaufend so genannte Market-Maker-Quotes mit einer Geld- und Briefseite für ihre Produkte zu stellen. Diese Market-Maker-Quotes werden durch den Quality-Liquidity-Provider (QLP) plausibilisiert und anschließend an das elektronische Handelssystem weitergeleitet, das sie bei der Preisermittlung berücksichtigt. So erhöhen die Market Maker die Liquidität im Handel mit verbrieften Derivaten.

Grundsätzlich gilt im Segment Euwax das Best-Price-Prinzip: Der Auftrag eines Anlegers wird durch das elektronische Handelssystem mindestens so gut ausgeführt, wie der Market Maker für die Size der Preisermittlung zum Zeitpunkt der Orderausführung quotiert. Somit führt das Handelssystem den Kaufauftrag eines Anlegers höchstens zur Briefseite des Market-Maker-Quotes aus – oder sogar billiger. Ein Verkaufsauftrag wird mindestens zur Geldseite des Market-Maker-Quotes ausgeführt, oder aber zu einem höheren und damit für den Anleger besseren Preis.

Für den Anleger ist derjenige Quote am besten, der beim gesuchten Volumen den engsten Spread zwischen Geld- und Briefseite ausweist. Bei seiner Quotierung berücksichtigt der Market Maker unterschiedliche Einflussfaktoren und orientiert sich an den liquidesten Märkten für seine Produkte. Auf diese Weise finden diese Referenzmärkte auch im Market-Maker-gestützten elektronischen Handel Eingang in die Preisermittlung.

Folgende Kriterien sorgen für höchste Handelsqualität:

  • Das Handelsvolumen, für das ein vom Market Maker gestellter Quote mindestens Gültigkeit hat (Mindestquotierungsvolumen), muss für stücknotierte Wertpapiere mindestens 3.000 Euro (Hebelprodukte) bzw. 10.000 Euro (Anlageprodukte) oder 10.000 Stück betragen. Für Wertpapiere, die in Prozent notiert werden, muss der Quote mindestens bis zu einem Nominalbetrag von 10.000 Euro gültig sein.

  • Alle von Market Makern gemeldeten Quotierungsunterbrechungen werden transparent auf der Website der Börse Stuttgart veröffentlicht.

3. Funktion des Quality-Liquidity-Providers (QLP):

Für größtmögliche Preisqualität und Liquidität im Handel mit verbrieften Derivaten sorgt der QLP. Er hat nicht nur die Aufgabe, die von den Market Makern übermittelten Quotes auf ihre Plausibilität zu prüfen. Der QLP stellt auch zusätzliche Liquidität für den elektronischen Handel mit verbrieften Derivaten im Handelssegment Euwax zur Verfügung.

In welchem Umfang sich der QLP liquiditätssteigernd einbringen darf, hängt vom Emittenten des jeweiligen Produkts ab.

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