Öl- und Goldpreise steigen
Der Rohstoffmarkt bleibt angespannt: Gold und Öl ziehen im Umfeld des Iran-Kriegs wieder an und auch der Preis für Orangensaft stieg gestern.
Ein Resolutionsentwurf zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus ist im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Zwar stimmten nach Angaben aus dem Rat 11 Mitglieder für den von Bahrain eingebrachten Text, doch verhinderten Russland und China mit ihren Gegenstimmen als Vetomächte die Annahme. Zwei weitere Mitglieder enthielten sich. In dem Entwurf wurden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieß. Zudem sollte der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen. Um den Resolutionstext war tagelang im Hintergrund gerungen worden. In einer vorangegangenen Version des Dokuments wurde etwa explizit auf Kapitel 7 der Charta der Vereinten Nationen verwiesen, das dem Sicherheitsrat die Befugnis einräumt, Maßnahmen von Sanktionen bis zu militärischer Gewalt zu ergreifen. Dagegen hätten sich etwa die Vertreter Russlands und Chinas gewehrt, hieß es. Die Ölpreise stiegen gestern vergleichsweise moderat. So legte die Nordsee-Sorte Brent um 0,6 Prozent auf 109,70 Dollar je Barrel (159 Liter) zu, die US-Sorte WTI stieg um 0,7 Prozent auf rund 113 Dollar.
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Brent-Öl (Chart auf Stundenbasis in Euro); Quelle: Trading Desk der Börse Stuttgart, powered by TraderFox Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für eine Wertentwicklung in der Zukunft.
Die Edelmetallpreise haben auf Sicht der vergangenen sieben Tage zugelegt. So kletterte Gold um 3,6 Prozent auf 4.678 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Silber verteuerte sich um 2,9 Prozent auf rund 72 Dollar. Seit Beginn des Iran-Krieges war der Zusammenhang zwischen Ölpreis und Goldpreis zumeist negativ – ein steigender Ölpreis ging mit einem fallenden Goldpreis einher und umgekehrt. Grund für diesen ungewöhnlichen Zusammenhang war, dass mit dem Ölpreisanstieg die Inflationsrisiken zunahmen und daraufhin zuvor erwartete Zinssenkungen der US-Notenbank ausgepreist wurden. Bei einem fallenden Ölpreis wurden dagegen Zinssenkungen wieder als etwas wahrscheinlicher erachtet. Zuletzt stiegen jedoch der Goldpreis und auch der Ölpreis.
Der Preis für Orangensaft ist seit Ende März gestiegen. Gestern legte er um 1 Prozent auf rund 2 Dollar je amerikanischem Pfund (0,45 kg) zu. Wesentlicher Grund dafür sind massive Ernteausfälle in Brasilien. Das Land ist eines der wichtigsten Produzenten weltweit. Auch in Spanien gab es zuletzt wetterbedingte Ausfälle bei der Orangenernte.
Quelle: Börse Stuttgart, Stand: 07.04.2026, 22:00 Uhr. Die Emittentin ist berechtigt, Wertpapiere mit open-end Laufzeit zu kündigen.
Benjamin Feingold, Mit-Gründer und Redakteur bei Feingold Research

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