
Wochenausblick: Berichtssaison, EZB-Zinsentscheidung und der große US-Arbeitsmarktbericht im Fokus
Der Auftakt ins Börsenjahr 2026 war von deutlicher Unsicherheit und einem spürbaren Wechsel der Anlegerfavoriten geprägt. Zwar bestimmen die USA weiterhin maßgeblich das Marktgeschehen, doch die großen Technologiewerte konnten ihre bisherige Stärke nicht halten. Stattdessen rückten kleinere Tech-Unternehmen aus dem Speichersegment sowie konjunktursensitivere Aktien stärker in den Mittelpunkt. In der laufenden Woche richtet sich der Blick neben wichtigen Konjunktursignalen wie dem US-Arbeitsmarktbericht besonders auf die anstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Gleichzeitig bleibt die Berichtssaison der Unternehmen ein zentraler Treiber für die Marktbewegungen.
In den USA und Europa nimmt die Berichtssaison spürbar Fahrt auf. Hierzulande macht Sartorius am Dienstag den Auftakt. Am Mittwoch folgen der Chiphersteller Infineon sowie der Labordienstleister Qiagen mit ihren Zahlen. Am Donnerstag präsentieren anschließend Siemens Healthineers aus dem Medizintechnikbereich und die Hannover Rück ihre Ergebnisse. Europaweit öffnet Novo Nordisk am Mittwoch seine Bücher, während am Donnerstag der Energiekonzern Shell und der Konsumgüterhersteller Unilever ihre aktuellen Geschäftszahlen vorlegen.
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DAX 40 (Chart auf Stundenbasis in Euro) Quelle: Trading Desk der Börse Stuttgart, powered by TraderFox Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für eine Wertentwicklung in der Zukunft.
Die Woche beginnt zwar mit einem eher überschaubaren Datenkalender, dennoch richten die Märkte ihre Aufmerksamkeit früh auf die bevorstehenden Inflations- und Arbeitsmarktzahlen. In Deutschland stehen zunächst die Einzelhandelsumsätze für Januar sowie der HCOB-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe an. Für den Index wird ein unveränderter Wert von 48,7 Punkten erwartet – und damit weiterhin ein Niveau unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Am Mittwoch folgen der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor, der voraussichtlich bei 53,3 Punkten liegen dürfte, sowie der harmonisierte Verbraucherpreisindex der Eurozone. Dieser gilt als zentraler Gradmesser für die Preisentwicklung und spielt eine wichtige Rolle für die geldpolitischen Entscheidungen der EZB. Ebenfalls am Mittwoch werden die Erzeugerpreise der Eurozone veröffentlicht, für die eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat prognostiziert wird. Der Donnerstag steht ganz im Zeichen der Notenbanken: Sowohl die Bank of England als auch die Europäische Zentralbank verkünden ihre Zinsentscheidungen. Ökonomen rechnen dabei nicht mit einer Änderung des EZB-Leitzinses. Ergänzend dazu erscheinen die Einzelhandelsumsätze der Eurozone, die Hinweise auf die aktuelle Konsumstärke liefern. Zum Abschluss der Woche rücken schließlich deutsche Konjunkturdaten in den Vordergrund: Die Veröffentlichung der Industrieproduktion und der Handelsbilanz gibt weiteren Aufschluss über die wirtschaftliche Lage zum Jahresbeginn.
Quelle: Börse Stuttgart, Stand: 30.01.2026, 22:00 Uhr.
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Die Emittentin ist berechtigt, Wertpapiere mit open-end Laufzeit zu kündigen.
In den USA gewinnt die Berichtssaison in dieser Woche deutlich an Dynamik, wobei der Fokus auf den Schwergewichten der großen Indizes liegt. Besonders viel Aufmerksamkeit dürften die Zahlen von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, sowie von Amazon auf sich ziehen. Zum Wochenauftakt legen Palantir Technologies und der Unterhaltungskonzern Walt Disney ihre Ergebnisse vor. Am Dienstag folgen der Chipproduzent AMD, der Pharmakonzern Pfizer und der Lebensmittelriese PepsiCo. Der Mittwoch bringt eine ganze Reihe weiterer Veröffentlichungen, allen voran die Zahlen von Alphabet. Zudem berichten Qualcomm, der Fahrdienstvermittler Uber, der Pharmakonzern Eli Lilly und das Biopharmaunternehmen AbbVie über ihr Geschäftsquartal. Am Donnerstag richtet sich der Blick dann vor allem auf Amazon; außerdem präsentiert auch Linde, ehemals in Deutschland beheimatet, seine aktuellen Ergebnisse. Den Abschluss der Woche bildet am Freitag der Tabakkonzern Philip Morris.

USA 500 (Chart auf Stundenbasis in Euro); Quelle: Trading Desk der Börse Stuttgart, powered by TraderFox Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für eine Wertentwicklung in der Zukunft.
Quelle: Börse Stuttgart, Stand: 30.01.2026, 22:00 Uhr.
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Der Datenkalender fällt in dieser Woche vergleichsweise überschaubar aus, im Mittelpunkt steht jedoch der umfangreiche US-Arbeitsmarktbericht. Zum Wochenauftakt wird zunächst der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Für den ISM-Industrieindex wird im Januar ein leichter Anstieg auf 48,4 Prozent erwartet. Am Dienstag folgt der ISM-Index für den Dienstleistungssektor, der mit 53,3 Prozent etwas schwächer prognostiziert wird. Zudem stehen die JOLTS-Daten zu offenen Stellen an, die mit unverändert rund 7,1 Millionen erwartet werden und bereits einen ersten Eindruck über die Lage am Arbeitsmarkt vermitteln. Der Mittwoch bringt den ADP-Bericht zur privaten Beschäftigung, der traditionell als Vorindikator für den großen Arbeitsmarktbericht gilt. Am Donnerstag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die leicht höher bei etwa 212.000 erwartet werden. Der Höhepunkt der Woche wird schließlich am Freitag erreicht, wenn die offiziellen Arbeitsmarktdaten für Januar veröffentlicht werden. Ökonomen rechnen mit einem moderaten Stellenzuwachs von rund 55.000, während Arbeitslosenquote und Lohnwachstum voraussichtlich stabil bei 4,4 beziehungsweise 0,3 Prozent bleiben. Ergänzend liefert das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan ein Stimmungsbild der US-Konsumenten, wobei ein Rückgang von 56,4 auf 54 Punkte erwartet wird. Die US-Aktienindex-Futures verlieren heute früh teilweise mehr als 1 Prozent, nachdem ein Rückgang des Bitcoin-Kurses am Wochenende und der massive Ausverkauf von Edelmetallen am Freitag einen turbulenten ersten Monat des Jahres 2026 abgeschlossen hatten.
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Autor: Benjamin Feingold, Feingold Research.
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