Aktienanleihen
Rüstungssektor zwischen Rekorden und Rückschlägen
12.05.2026
ADVERTORIAL / GASTBEITRAG


Hohe Auftragsbestände, steigende Erlöse, und dennoch sinkende Aktienkurse. Die Berichtssaison für das erste Quartal 2026 zeigt die widersprüchliche Situation im europäischen Verteidigungssektor deutlich auf. Rheinmetall, Hensoldt und RENK präsentierten starke operative Ergebnisse, während an den Börsen gleichzeitig Skepsis überwog. So verlor die Aktie von Rheinmetall am 11. Mai zeitweise mehr als neun Prozent und fiel auf etwa 1.155 Euro, den niedrigsten Stand seit Mai 2025. Auch die Papiere von Hensoldt und RENK gerieten im Zuge dessen deutlich unter Druck. Doch worauf basiert diese Korrektur, und wie ist die aktuelle Situation der drei Unternehmen tatsächlich zu bewerten?
Zwischen Rekordbestellungen und operativen Herausforderungen
Die veröffentlichten Quartalszahlen wirken auf den ersten Blick äußerst überzeugend, Rheinmetall erhöhte seinen Umsatz im ersten Quartal auf 1,94 Milliarden Euro und erzielte damit ein Wachstum von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Auftragsbestand auf 73 Milliarden Euro, wobei das Management bis Jahresende sogar ein Volumen von 135 Milliarden Euro anstrebt. Hensoldt konnte den Umsatz um 25 Prozent auf 496 Millionen Euro steigern und meldete mit 9,8 Milliarden Euro den höchsten Auftragsbestand der Unternehmensgeschichte. Auch RENK verzeichnete mit einem Auftragseingang von 582 Millionen Euro den stärksten Jahresauftakt seit Gründung des Unternehmens aus Augsburg (Rheinmetall, Hensoldt, RENK, 11.05.2026).
Allerdings zeigt sich zunehmend ein Problem zwischen Auftragseingängen und deren tatsächlicher Umsetzung in Umsatz. Engpässe bei Lieferketten, fehlende Kapazitäten bei Spezialstahl und Halbleitern sowie verzögerte Abnahmen bremsen die Auslieferungen aus. Die Folge sind volle Auftragsbücher, während das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen des Marktes zurückbleibt.

Weshalb der Markt dennoch negativ reagiert
Für die jüngste Schwäche der Aktienkurse gibt es mehrere Gründe. Einerseits hat der Sektor seit dem Jahr 2022 eine außergewöhnlich starke Kursentwicklung erlebt. Die Aktie von Rheinmetall hat sich in diesem Zeitraum verzehnfacht, während sich Hensoldt und RENK ebenfalls um ein Vielfaches verteuerten. Nach einer solchen Rallye reichen bereits kleinere Enttäuschungen aus, um Gewinnmitnahmen auszulösen.
Andererseits wird immer deutlicher, dass zwischen politischen Ankündigungen und der operativen Umsetzung erhebliche Zeiträume liegen. Produktionskapazitäten müssen erweitert, qualifizierte Fachkräfte eingestellt und Lieferketten stabilisiert werden, Prozesse, die Monate oder sogar Quartale in Anspruch nehmen. Zusätzlich belastet die geopolitische Unsicherheit den Sektor. Bereits neue Gesprächsansätze im Ukraine-Konflikt führen regelmäßig zu reflexartigen Verkäufen von Rüstungsaktien, obwohl sich an der grundsätzlichen Sicherheitslage und dem langfristigen Modernisierungsbedarf Europas kaum etwas verändert hat. Entscheidend wird daher in den kommenden Monaten weniger die Frage nach der Nachfrage sein, sondern vielmehr, wie schnell die Unternehmen ihre Rekordaufträge tatsächlich in Umsatz- und Gewinnwachstum umsetzen können.

Der langfristige Trend bleibt intakt
Trotz der kurzfristigen Unsicherheit bleiben die politischen Rahmenbedingungen für die Branche weiterhin günstig. Deutschland plant für das Jahr 2026 Verteidigungsausgaben von mehr als 108 Milliarden Euro. Außenminister Wadephul unterstützt zudem die Forderung, künftig fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung aufzuwenden. Parallel dazu erhöhen zahlreiche NATO-Mitglieder ihre Militärausgaben, während die Bundeswehr ihre Modernisierung mit hoher Geschwindigkeit vorantreibt - Entwicklungen, die den Unternehmen weiterhin volle Auftragsbücher sichern.
Auch deshalb haben alle drei Konzerne ihre Jahresprognosen bestätigt. Hensoldt erwartet für 2026 einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro, RENK rechnet mit Erlösen von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Rheinmetall arbeitet gleichzeitig an der Erweiterung seines Geschäftsportfolios und hat ein Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben, wodurch der Konzern künftig auch im Marineschiffbau stärker vertreten sein könnte.
Multi-Aktienanleihen als mögliche Strategie
Die gestiegene Volatilität bringt nicht nur höhere Risiken mit sich, könnte zugleich interessante Möglichkeiten für strukturierte Anlageprodukte ermöglichen. Gerade in einem schwankungsreichen Marktumfeld profitieren Aktienanleihen häufig von höheren Optionsprämien, was wiederum höhere Kupons ermöglichen, die jedoch als Ausgleich für die damit verbundenen Risiken zu verstehen sind. Vor diesem Hintergrund können Multi-Aktienanleihen eine interessante Alternative für Anleger darstellen. Denkbar wäre beispielsweise eine Multi-Aktienanleihe mit Barriere auf die Basiswerte der Aktien von Rheinmetall, RENK und Hensoldt. Anleger erhalten dabei einen festen Kupon. Dem steht jedoch das Risiko gegenüber, dass es – abhängig von der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktien – zu Verlusten bis hin zum vollständigen Kapitalverlust kommen kann.
Im Gegenzug verzichten Investoren jedoch auf Dividendenzahlungen sowie auf weitere Aktionärsrechte. Die Rückzahlung hängt maßgeblich von der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktien ab. Entwickelt sich eine der Aktien deutlich negativ, kann dies zu einer verminderten Rückzahlung oder zu Verlusten führen.
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