MORNING BRIEFING - USA/Asien

(Dow Jones Newswires)

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Bank of Japan hat die Zinssätze auf ein 31-Jahreshoch angehoben und stemmt sich damit gegen die Inflationsrisiken, die von einem kriegsbedingten Anstieg der Energiekosten ausgehen. Die japanische Zentralbank hob ihren Leitzins von 0,75 Prozent auf 1 Prozent an, womit die Kreditkosten den höchsten Stand seit 1995 erreichen. Die mit 7 zu 1 Stimmen getroffene Entscheidung ist die erste Straffung der Geldpolitik der Bank seit vergangenem Dezember. Es bestehe das Risiko, dass die Kerninflation aufgrund steigender Energiekosten über das Ziel von 2 Prozent ansteige, teilte die BOJ in ihrer mit und fügte hinzu: "Es wird erwartet, dass die akkommodierenden Finanzierungsbedingungen auch nach der Änderung des Leitzinses beibehalten werden und die Wirtschaftstätigkeit weiterhin tatkräftig unterstützen." Die Entscheidung wurde von Anlegern und Ökonomen weithin erwartet und war an den Märkten bereits fast vollständig eingepreist.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:30 Import- und Exportpreise Mai 
          Importpreise 
          PROGNOSE: +0,8% gg Vm 
          zuvor:    +1,9% gg Vm 
 
          Baubeginne und Baugenehmigungen 
          Baubeginne 
          PROGNOSE: -3,8% gg Vm 
          zuvor:    -2,8% gg Vm 
          Baugenehmigungen 
          PROGNOSEN: -1,5% gg Vm 
          zuvor:     +5,8% gg Vm

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

Index                         zuletzt  +/- % 
E-Mini-Future S&P-500        7.553,25   -0,1 
E-Mini-Future Nasdaq-100    30.510,00   -0,2 
S&P/ASX 200 (Sydney)         8.908,90   -0,1 
Nikkei-225                  69.465,09   +0,2 
Topix-500 (Tokio)            3.985,64   -0,4 
Kospi (Seoul)                8.690,20   +1,7 
Shanghai-Composite           4.090,48   -0,2 
Hang-Seng-Index (Hongkong)  24.472,55   -1,5

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Die Aktienmärkte zeigen kein einheitliches Bild. Während der japanische Nikkei-225 nach der Zinsentscheidung der Notenbank erstmals über die Marke von 70.000 Punkten springt, belasten schwache Daten in China. In Südkorea treibt die Rally bei Halbleiterwerten den technologielastigen Kospi nach oben. Die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Krieges hatte die regionalen Börsen bereits am Vortag beflügelt, wirkt aber tendenziell noch ein wenig nach. Der Nikkei-225 kommt nach seinem Rekordsprung über die Marke von 70.000 Punkten leicht zurück. Die Zinsentscheidung war von Anlegern und Ökonomen weithin erwartet worden und an den Märkten bereits fast vollständig eingepreist. Daher regiert der Yen kaum. Weitere Zinserhöhungen könnten sich nach Ansicht von Ökonomen als schwierig erweisen. Zudem wurde beschlossen, die Reduzierung von Ankäufen von Staatsanleihen ab April 2027 zu unterbrechen. Der Kospi steht erneut an der Spitze der regionalen Indizes - getragen von andauernden Aufschlägen bei Technologie- und Halbleiterwerten. Der Sektor folgt den kräftigen Kursgewinnen seiner US-Pendants vom Vortag. Samsung Electronics und SK Hynix ziehen um 1,6 bzw. 3,6 Prozent an. In China hinken die Börsen hinterher. Der australische S&P/ASX-200 gebremst durch Verluste bei Bergbau- und Bankaktien. Die Reserve Bank of Australia hat die Zinsen bestätigt. Dieser Schritt war allgemein erwartet worden, gleichwohl gibt der australische Dollar leicht nach.

WALL STREET

INDEX            zuletzt  +/- %        +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           51.671,03   +0,9         +468,77       51.202,26 
S&P-500         7.554,29   +1,7         +122,83        7.431,46 
NASDAQ Comp    26.683,94   +3,1         +795,10       25.888,84 
NASDAQ 100     30.543,92   +3,1         +907,97       29.635,95 
 
                     Montag    Freitag 
Umsatz NYSE (Aktien) 1,39 Mrd  1,18 Mrd 
Gewinner                1.535     1.813 
Verlierer               1.245       937 
Unverändert                71        99

Sehr fest - Die Nachricht über eine Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs löste eine Kursrally aus. Für Risikobereitschaft sorgte insbesondere, dass ab Freitag die Seestraße von Hormus wieder geöffnet werden soll, wenngleich die Nachrichtenlage in den Details unklar war. Besonders stark legten die Nasdaq-Indizes zu. Sie profitierten angesichts ihrer stärkeren Zinsempfindlichkeit stärker von gesunkenen Marktzinsen, aber auch der Euphorie um den gelungenen Börsengang von SpaceX. Zu den Tagesgewinnern gehörten mit den weiter gesunkenen Ölpreisen Reise- und Freizeittitel. Dagegen wurden Ölpapiere verkauft. Der Kurs des Börsenneulings SpaceX machte nochmals einen Satz um fast 20 Prozent. Micron zogen um 10,8 Prozent an. Händler verwiesen auf ein knappes Angebot an Speicherchips. Entsprechend schnellten auch Western Digital um 16,1 oder Sandisk um 6,5 Prozent nach oben. Fox sackten um 16,8 Prozent ab. Der Medienkonzern will 22 Milliarden Dollar in die Hand nehmen für die Übernahme von Roku. Im Handel hieß es, der Markt zweifle offenbar daran, dass die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen tatsächlich abgeschlossen werde. Roku profitierten daher nicht von der Nachricht, sondern gaben um 1,9 Prozent nach.

US-ANLEIHEN

             Rendite    +/-       Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre         4,07  -0,01            4,07            4,02 
5 Jahre         4,19  -0,02            4,19            4,14 
10 Jahre        4,48  -0,01            4,48            4,42

Die gesunkenen Ölpreise dämpften Inflationssorgen und drückten auf die Anleiherenditen. Zugleich sorgte die Entwicklung für zusätzliche Spannung im Hinblick auf die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung in den USA. Ein Zinsschritt wird zwar nicht erwartet, am Zinsterminmarkt sank aber Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September.

DEVISEN

DEVISEN                  zuletzt  +/- %      00:00       Mo, 09:04  % YTD 
EUR/USD                   1,1578   -0,1     1,1590          1,1602   -1,4 
EUR/JPY                   185,55   -0,1     185,81          185,77   +0,9 
EUR/GBP                   0,8640    0,0     0,8640          0,8632   -0,9 
USD/JPY                   160,23   -0,1     160,32          160,12   +2,3 
USD/KRW                 1.512,80   -0,0   1.513,32        1.513,20   +5,0 
USD/CNY                   6,7600   +0,0     6,7570          6,7581   -3,3 
USD/CNH                   6,7616   +0,1     6,7582          6,7591   -3,1 
USD/HKD                   7,8323   -0,0     7,8347          7,8355   +0,6 
AUD/USD                   0,7054   -0,2     0,7071          0,7071   +5,7 
NZD/USD                   0,5807   -0,2     0,5821          0,5846   +0,9 
BTC/USD                66.052,27   -0,7  66.481,54       65.694,44  -24,7

Der Dollar gab mit gesunkenen Marktzinsen nach, auch war er mit der Nachricht über das bevorstehende Friedensabkommen als sicherer Hafen nicht gesucht. Der Euro zog auf 1,1587 Dollar an, hatte im Tageshoch aber auch bei fast 1,1620 gelegen.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.319,49   +0,3      13,66        4.305,84 
Silber                     69,39   -0,9      -0,62           70,02 
Platin                  1.756,94   -0,6     -10,31        1.767,25 
(Angaben ohne Gewähr)

Das Gold profitierte von gesunkenen Marktzinsen, dem schwächeren Dollar und den zurückgegangenen Zinserhöhungsspekulationen. Die Feinunze verteuerte sich im US-Handel um 102 Dollar auf 4.321.

ÖL

ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  80,44   -0,4      -0,31           80,75 
Brent/ICE                  82,68   -0,6      -0,49           83,17

Die Ölpreise fielen mit der angekündigten Wiederöffnung der Straße von Hormus nach den Einbußen der Vortage nochmals kräftig, und zwar um gut 4 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Anfang März, kurz nach Ausbruch des Krieges.

+++++ MELDUNGEN SEIT MONTAG, 20.00 UHR +++++

IRAN-KRIEG

Laut US-Präsident Donald Trump soll die Straße von Hormus am Freitag vollständig geöffnet sein - am selben Tag, an dem die USA und Iran planten, in der Schweiz ein Friedensabkommen abzuschließen, das den viermonatigen Krieg beendet und Nuklearverhandlungen einleitet. "Das Abkommen ist bereits unterzeichnet und die Straße ist schon teilweise geöffnet", sagte Trump zu Beginn der G7-Gespräche. Doch ranghohe US-Beamte sagten, es könne mehr als zwei Wochen dauern, bis der normale Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstraße wieder aufgenommen werden könne.

GELDPOLITIK AUSTRALIEN

Die Reserve Bank of Australia hat die Zinsen nach drei aufeinanderfolgenden Anhebungen stabil gehalten. Die Zentralbank will damit mehr Klarheit über den voraussichtlichen Inflationspfad und die Auswirkungen der Volatilität an den Ölmärkten gewinnen. Die Zentralbank beließ den Leitzins bei 4,35 Prozent, was von Ökonomen und Händlern erwartet worden war.

KONJUNKTUR CHINA

Die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für den Konsum, fielen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent. Dies war eine Verschlechterung gegenüber dem Anstieg von 0,2 Prozent im April und verfehlte die Erwartung einer unveränderten Entwicklung. Der Mai-Wert markiert den ersten Rückgang seit Chinas strenge Covid-Politik die landesweiten Aktivitäten beeinträchtigt hatte.

Separate Daten zeigen, dass die Anlageinvestitionen in China von Januar bis Mai im Jahresvergleich um 4,1 Prozent schrumpften, da die Immobilienkrise andauerte. Der Rückgang weitete sich damit gegenüber dem Minus von 1,6 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres aus. Erwartet war eine Abnahme von 2,0 Prozent.

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June 16, 2026 01:44 ET (05:44 GMT)