MÄRKTE EUROPA/Weiter Druck auf Rüstung - US-Stundenlöhne im Blick

(Dow Jones Newswires)

DOW JONES--Mit deutlicheren Abgaben zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Freitag im frühen Handel. Nach der Euphorie zur Wochenmitte wegen laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, kam es zuletzt erneut zu Kampfhandlungen. Die Märkte reagieren darauf mit einer erneuten Risikoscheu. Der DAX fällt um 0,9 Prozent auf 24.448 Punkte, der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 1,1 Prozent auf 5.910 Punkte. Der Ölpreis reagiert dagegen nur recht moderat auf die jüngsten Entwicklungen: Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent steigt um 1,2 Prozent auf 101,24 Dollar. Im Tief am Vortag notierte Brent allerdings schon unter der Marke von 97 Dollar.

Für etwas Verwunderung sorgt, dass US-Präsident Trump sagte, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft, und die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps" bezeichnete. Händler wundern sich über diese unübliche Reaktion. Entsprechend hoch setzen sie die Wahrscheinlichkeit auf einen Frieden an und machen den Stoxx-600-Index der Rüstungswerte mit 1,7 Prozent Minus zum schwächsten Sektor in Europa. Rheinmetall setzen ihren Absturz mit 4,1 Prozent Minus fort und belasten als Schwergewicht den DAX.

Etwas unter geht der sonst im Fokus stehende monatliche US-Arbeitsmarkt-Bericht. Die bereits vorgelegten Indikatoren wie der ISM-Index und andere deuten auf eine sehr robuste US-Wirtschaft mit starkem Preisanstieg hin. "Der Fokus liegt jedoch schonungslos auf den durchschnittlichen Stundenlöhnen - dem ultimativen Indikator für die künftige Inflation und die Zinspolitik der Fed", sagt Marktstratege Frank Sohlleder von ActivTrades.

Erwartet werden für den April 55.000 neue Stellen und ein Anstieg der Stundenlöhne um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Eine Zinssenkung durch die Fed wäre mit diesen Daten keinesfalls zu rechtfertigen.

Gute Nachrichten gibt es zu den neuen US-Strafzöllen: Das US-Handelsgericht hat den globalen Zehn-Prozent-Zoll von US-Präsident Trump für unrechtmäßig erklärt. Die USA werden die Zölle auf europäische Autos und Lkw laut Trump zudem diese Woche nicht erhöhen. Die Frist läuft nun bis zum zum 4. Juli.

Wegen des von den USA begonnenen Krieges mit dem Iran dürfte sich auch die Stimmung der US-Verbraucher verschlechtert haben. Beim Index der Uni Michigan wird am Nachmittag mit einem leichten Rückgang gerechnet. Dies würde künftigen Druck auf den US-Konsum anzeigen.

Auch die Berichtssaison läuft weiter. Commerzbank geben nach Zahlen 0,7 Prozent ab, allerdings fällt auch Europas Bankensektor um 1,5 Prozent. Die Zahlen seien vom normalen Bankgeschäft bis zu den Zinseinnahmen besser gewesen, hieß es im Handel. Daher erhöht die Bank auch das Gewinnziel für 2026 auf "mindestens 3,4" nach "mehr als 3,2" Milliarden Euro.

Die Aktien von British-Airways-Mutter IAG fallen um 3,8 Prozent. Hier zeigen sich die Blessuren der Explosion bei den Treibstoffpreisen. Die Airline hat zwar ein starkes Quartal abgeschlossen, muss wegen der Kerosionkosten aber die Jahresprognose senken. Lufthansa geben 1,8 Prozent nach

In der zweiten Reihe warten Evonik mit durchwachsenen Zahlen auf. Der Umsatz lag leicht unter Erwartung, jedoch war die Profitabilität deutlich höher. Der Markt honoriert das mit 1,8 Prozent Plus.

Bei Getränkemaschinen-Hersteller Krones werden die Daten als ordentlich bezeichnet, die Aktien geben nur 0,9 Prozent ab. Die Aufträge legten im ersten Quartal um 5,3 Prozent zu, die EBITDA-Marge kletterte auf 10,8 nach 10,6 Prozent.

Als überraschend gut werten Händler die Zahlen von Bechtle. Das entkräftet Sorgen vor Investitionszurückhaltung auf Unternehmensseite, denn die Auftragslage ist nun auf einem Rekordniveau. Die Aktien klettern um über 4 Prozent.

Dazu bewegen Umstufungen: So haben UBS nach Händlerangaben Hellofresh die Kaufempfehlung entzogen, die Aktien notieren 3,3 Prozent tiefer. Bei Infineon geht es gegen den Markt 1,1 Prozent höher, da Goldman Sachs das Kursziel deutlich erhöht hat. Suss Microtec brechen wie befürchtet um 5,4 Prozent ein, nachdem die Deutsche Bank die Buy-Empfehlung gestrichen hat.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   5.910,14   -1,1     -62,51        5.972,65        2,1 
Stoxx-50        5.061,87   -1,0     -52,12        5.113,99        2,9 
DAX            24.448,24   -0,9    -215,37       24.663,61       -0,2 
MDAX           31.410,83   -0,5    -150,40       27.039,42        2,6 
TecDAX          3.785,49   -0,3     -10,28        3.091,28        4,5 
SDAX           18.514,09   -0,4     -74,11       13.062,07        7,8 
FTSE           10.191,09   -0,8     -85,86       10.276,95        2,6 
CAC             8.127,56   -0,9     -74,52        8.202,08       -0,3 
SMI            13.049,96   -0,7     -85,47       13.135,43       -1,6 
ATX             5.894,79   -0,8     -46,63        5.941,42       10,7 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 13:50 
EUR/USD           1,1745   +0,2     0,0020          1,1725     1,1695 
EUR/JPY           184,15   +0,1     0,1800          183,97   183,8300 
EUR/CHF           0,9149    0,0     0,0000          0,9149     0,9174 
EUR/GBP           0,8644   -0,1    -0,0006           0,865     0,8636 
USD/JPY           156,79   -0,1    -0,1200          156,91   157,1400 
GBP/USD           1,3583   +0,2     0,0032          1,3551     1,3540 
USD/CNY           6,8036   +0,0     0,0022          6,8014     6,8300 
USD/CNH           6,8033   -0,1    -0,0046          6,8079     6,8278 
AUS/USD           0,7225   +0,2     0,0016          0,7209     0,7176 
Bitcoin/USD    79.500,23   -0,5    -369,05       79.869,28  78.806,24 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          95,23   +0,4       0,42           94,81 
Brent/ICE         101,24   +1,2       1,18          100,06 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.708,76   +0,5      23,58        4.685,18 
Silber             79,68   +1,5       1,21           78,48 
Platin          2.045,62   +1,2      23,62        2.022,00 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 08, 2026 03:57 ET (07:57 GMT)