ROUNDUP: ProSiebenSat.1 mit Umsatzrückgang wegen anhaltender TV-Werbeflaute
(dpa-AFX) UNTERFÖHRING (dpa-AFX) - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat auch zu Jahresbeginn den anhaltend schwachen TV-Werbemarkt zu spüren bekommen. Trotz des Umsatzrückgangs kehrte das Unternehmen aber dank Kostensenkungen operativ in die schwarzen Zahlen zurück. Das Management um Vorstandschef Marco Giordani bestätigte seine Jahresprognose. An der Börse drehte der Aktienkurs am frühen Nachmittag ins Plus.
UNTERFÖHRING (dpa-AFX) - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat auch zu Jahresbeginn den anhaltend schwachen TV-Werbemarkt zu spüren bekommen. Trotz des Umsatzrückgangs kehrte das Unternehmen aber dank Kostensenkungen operativ in die schwarzen Zahlen zurück. Das Management um Vorstandschef Marco Giordani bestätigte seine Jahresprognose. An der Börse drehte der Aktienkurs am frühen Nachmittag ins Plus.
Für die im SDax gelisteten Papiere ging es zuletzt um gut 1 Prozent nach oben, vorangegangen war in der Spitze ein Abschlag von 1,5 Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Anteilsscheine allerdings gut ein Fünftel an Wert verloren, in den vergangenen zwölf Monaten sogar fast die Hälfte.
Laut Analyst Annick Maas vom US-Analysehaus Bernstein sind die deutschen TV-Konzerne träge ins Jahr gestartet. Dies sei angesichts des konjunkturellen Umfelds aber auch so erwartet worden. ProSiebenSat.1 habe im ersten Quartal jedoch schlechter abgeschnitten als der Konkurrent RTL.
Der Umsatz sank im ersten Quartal um 9,3 Prozent auf 775 Millionen Euro, wie die zum italienischen Medienkonzern MFE gehörende Sendergruppe am Mittwoch in Unterföhring mitteilte. Organisch, sprich bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, waren die Erlöse um 3 Prozent rückläufig.
Im Kerngeschäft Entertainment gingen die Werbeumsätze um zehn Prozent zurück. Während die klassische TV-Werbung rückläufig war, verzeichnete ProSiebenSat.1 mit digitaler Werbung bei Streaming-Angeboten oder Apps Zuwächse. Wachstumstreiber war dabei vor allem die Streaming-Plattform Joyn, die bei werbefinanzierten Angeboten deutlich zulegte.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 44 Millionen Euro nach einem Verlust von 6 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zurückzuführen sei dies auf Sparmaßnahmen und einen ergebnismindernden Sondereffekt im Vorjahr, hieß es. Auch wegen einer geringeren Steuerlast reduzierte sich der auf die Aktionäre entfallende Verlust unter dem Strich auf 41 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch minus 60 Millionen gewesen.
ProSiebenSat.1 war im September 2025 vom italienischen Berlusconi-Konzern Media for Europe (MFE) übernommen worden. Im Oktober hatte der neue Mehrheitseigentümer das Spitzenmanagement der Senderkette ausgetauscht. Marco Giordani, zuvor MFE-Finanzvorstand, übernahm den Chefposten von Bert Habets. MFE besitzt auch Fernsehketten in Italien und in Spanien. Geplant ist der Ausbau zu einem europäischen Verbund./err/tav/jha/
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