MÄRKTE USA/Positive Signale aus Peking treiben Börse auf Rekordhochs

(Dow Jones Newswires)

DOW JONES--Am Donnerstag ist es an den US-Börsen weiter nach oben gegangen auf neue Rekordstände. Der Dow-Jones-Index eroberte die Marke von 50.000 Punkten zurück und schloss 0,8 Prozent höher bei 50.063 Punkten. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite gewannen 0,8 und 0,9 Prozent. Den 1.655 (1.064) Kursgewinnern an der Nyse standen 1.102 (1.683) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 60 (89) Titel. Das beherrschende Thema war der US-chinesische Gipfel. Und von dort kamen ermutigende Signale. Vom chinesischen Außenministerium hieß es in einer ersten Stellungnahme, die USA und China hätten sich darauf geeinigt, eine "konstruktive, strategische Stabilität" zu etablieren.

Der Aktienmarkt erhofft sich von dem Treffen der beiden Staatschefs Donald Trump und Xi Jinping in erster Linie eine Verringerung der Handelsspannungen zwischen den beiden Supermächten. Bei dem Besuch dürfte US-Präsident Trump versuchen, sein Pendant XI auf seine Seite zu ziehen mit Blick auf den Iran-Krieg und insbesondere das Bemühen, die Straße von Hormus wieder passierbar zu machen - zumal China einen Großteil seines Öls aus dem Iran bezieht. Laut dem Weißen Haus sind Trump und Xi übereingekommen, dass der Iran keine Zahlungen für die Nutzung der Straße von Hormus verlangen dürfe. Derweil betonte Xi in einem ersten Treffen die Bedeutung der Taiwan-Frage als wichtigsten Punkt.

Neben der Geopolitik mussten wichtige Konjunkturdaten verarbeitet werden. Der Anstieg der Einzelhandelsumsätze hat sich April wie erwartet verlangsamt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche etwas stärker als erwartet. Und die Importpreise zogen im vergangenen Monat überraschend stark an, was vor allem auf sprunghaft gestiegene Importpreise für Öl zurückzuführen war. Dieser neuerliche Hinweis auf einen verstärkten Inflationsdruck gab dem Dollar etwas Auftrieb; der Dollarindex stieg um 0,3 Prozent.

Die US-Marktzinsen zeigten sich nach ihrem jüngsten Anstieg wenig verändert, nachdem die Importpreise für eine fortgesetzt straffe Geldpolitik der US-Notenbank gesprochen hatten. Die Zehnjahresrendite stand bei 2,48 Prozent. Am späten Mittwoch war der Trump-Kandidat Kevin Warsh mit eher knapper Mehrheit vom Senat als neuer Vorsitzender der US-Notenbank bestätigt worden. Bei einer früheren Anhörung hatte Warsh versichert, dass die Geldpolitik während seiner Amtszeit "streng unabhängig" bleiben werde und er Trump keine Versprechungen gemacht habe. Trump fordert immer wieder vehement niedrigere Zinsen von der US-Notenbank und hatte im Zuge dessen aus Sicht der Märkte auch deren Unabhängigkeit zum Thema gemacht.

Die Ölpreise zeigten sich volatil und notierten im späten Handel fester - die Bedeutung einer Öffnung der Straße von Hormus haben die Vertreter beider Staaten auf dem Gipfel in Peking betont. "Der Markt könnte zu viel Hoffnung darauf setzen, dass die Gespräche zwischen den USA und China einige positive Ergebnisse in Bezug auf den Iran bringen", erläuterten die ING-Analysten. Der Goldpreis tendierte etwas leichter. Auf dem Edelmetall lasteten der festere Dollar und das geringere Sicherheitsbedürfnis der Anleger angesichts der steigenden Aktienmärkte. Die sinkenden Marktzinsen stützten nicht.

Ein Kursfeuerwerk erlebte die Aktie von Cisco Systems, nachdem der Netzwerkausrüster mit Umsatz und Ergebnis im jüngsten Quartal die Erwartungen übertroffen und die Prognosen erhöht hatte. Dazu kündigte Cisco an, Tausende von Arbeitsplätzen abzubauen, um mehr Raum für Künstliche Intelligenz im Unternehmen zu schaffen. Das Unternehmen will mehr Ressourcen in die Bereiche Silizium, Optik, Sicherheit und KI investieren. Der Kurs schoss um 13,4 Prozent nach oben.

Ein fulminantes Börsendebüt feierte die Aktie des KI-Chipherstellers Cerebras. Der erste Kurs war mit 350 Dollar fast doppelt so hoch wie der Ausgabekurs, der mit 185 Dollar schon deutlich über den Erwartungen des Markts gelegen hatte. Zum Handelsschluss notierte die Aktie 69 Prozent höher bei 312,66 Dollar. Das IPO war stark überzeichnet, so dass viele Interessenten gezwungen waren, die Aktie an der Börse zu kaufen. Cerebras gilt als Nvidia-Konkurrent.

Uneinheitlich ging es bei den zuletzt stark gesuchten Halbleiteraktien zu. Die Aktie der KI-Ikone Nvidia stieg um 4,4 Prozent auf ein neues Rekordniveau. AMD (+0,9%) und Intel (-3,7%) hinkten hinterher. Bei Nvidia stützte, dass die USA rund zehn chinesischen Unternehmen den Kauf von H200-Chips genehmigen, darunter Alibaba, Bytedance und Tencent. Auch einige Distributoren wie Lenovo und Foxconn erhalten die US-Zulassung für den Erwerb der Nvidia-Chips. Für Fantasie sorgte aber auch, dass Nvidia-Chef Jensen Huang und eine Reihe weiterer hochkarätiger Unternehmenschefs die Trump-Delegation in China begleiten.

Doximity knickten um 23 Prozent ein. Die digitale Plattform für US-Gesundheitsfachkräfte verzeichnete im vierten Geschäftsquartal einen geringeren Gewinn aufgrund gestiegener Betriebskosten und verfehlte auch die Erwartung des Marktes. StubHub erzielte im ersten Quartal bei einem anziehenden Umsatz einen Gewinn. Laut dem Unternehmenschef sind die Trends im Bereich Live-Veranstaltungen und im Zweitmarkt für Tickets weiterhin gesund, mit starker Verbrauchernachfrage und einem robusten Veranstaltungskalender. Für den Kurs ging es darauf um 13,50 Prozent nach oben.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA           50.063,46   +0,8    +370,26       49.693,20 
S&P-500         7.501,24   +0,8     +56,99        7.444,25 
NASDAQ Comp    26.635,22   +0,9    +232,88       26.402,34 
NASDAQ 100     29.580,30   +0,7    +213,36       29.366,94 
 
US-Treasuries    Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre             4,01  +0,02       4,02            3,95 
5 Jahre             4,14  +0,01       4,15            4,08 
10 Jahre            4,48  +0,00       4,48            4,44 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Di, 17:05 
EUR/USD           1,1669   -0,4    -0,0041          1,1710     1,1733 
EUR/JPY           184,81   -0,1    -0,1100          184,92   184,9500 
EUR/CHF           0,9145   -0,1    -0,0012          0,9157     0,9168 
EUR/GBP           0,8709   +0,6     0,0051          0,8658     0,8676 
USD/JPY           158,37   +0,3     0,5200          157,85   157,6200 
GBP/USD           1,3396   -0,9    -0,0126          1,3522     1,3520 
USD/CNY           6,7851   -0,1    -0,0057          6,7908     6,7920 
USD/CNH           6,7868   +0,0     0,0010          6,7858     6,7946 
AUS/USD           0,7219   -0,5    -0,0039          0,7258     0,7227 
Bitcoin/USD    81.567,64   +2,4   1.899,44       79.668,20  80.451,74 
 
ROHOEL           zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex         102,03   +1,0       1,01          101,02 
Brent/ICE         106,47   +0,8       0,84          105,63 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.651,31   -0,8     -36,13        4.687,44 
Silber             83,38   -5,2      -4,59           87,98 
Platin          2.053,31   -3,9     -84,09        2.137,40 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 14, 2026 16:11 ET (20:11 GMT)