Aktien New York: Nasdaq erholt sich - Dow schwächelt weiter

(dpa-AFX) NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Tech-Verkaufswelle greifen Aktienanleger in New York hier am Montag wieder zu. Auch die weiter prekäre Lage im Nahen Osten und steigende Ölpreise schreckten sie zu Wochenbeginn nicht.

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Tech-Verkaufswelle greifen Aktienanleger in New York hier am Montag wieder zu. Auch die weiter prekäre Lage im Nahen Osten und steigende Ölpreise schreckten sie zu Wochenbeginn nicht.

Zuletzt gewann der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 1,98 Prozent auf 29.531 Punkte. Er hatte am Freitag mit einem Minus von fast 5 Prozent besonders deutlich unter Gewinnmitnahmen gelitten - befeuert zusätzlich durch einen soliden Arbeitsmarktbericht, der die Spekulationen bestärkte, dass die US-Notenbank demnächst ihren Leitzins erhöhen wird.

Für den marktbreiten S&P 500 , der vor dem Wochenende ebenfalls unter Druck geraten war, ging es am ersten Handelstag der neuen Woche um 0,58 Prozent auf 7.426 Punkte hoch. Dagegen stand beim zunächst stabilisierten Dow Jones Industrial ein Minus von 0,08 Prozent auf 50.827 Punkte zu Buche.

Die Marktstrategen der US-Bank Morgan Stanley sprachen mit Blick auf den vergangenen Freitag von einem ebenso unvermeidlichen wie gesunden Rücksetzer. Mit Blick auf die Unternehmensgewinne und robuste Konjunkturdaten bleiben sie bei ihrer positiven Einschätzung der Börsen. Sie trauen dem S&P 500 mit 8.000 Punkten im laufenden Jahr ein Kursplus von knapp 17 Prozent zu - bisher steht ein Anstieg um 8,5 Prozent zu Buche. Die Experten der Citigroup sind mit einem auf 8.100 Punkte angehobenen Kursziel noch etwas optimistischer.

Zu Wochenbeginn bleibt der Nahost-Krieg im Fokus. Der Iran und Israel überzogen sich erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit Angriffen. Israel begann in der Nacht mit Gegenangriffen auf den Iran, nachdem dieser das Land wieder mit Raketen beschossen hatte. Nun wollen beide Länder ihre Angriffe aber einstellen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte eine Feuerpause nach der jüngsten Konfrontation mit dem Iran.

Unter den Einzeltiteln fanden sich die am Freitag gebeutelten Halbleiterwerte unter den größten Gewinnern. Die Citigroup bleibt für die Branche zuversichtlich. Die Anteilsscheine von Branchentitel Marvell Technology wurden zusätzlich von der Meldung angetrieben, dass sie am 22. Juni in den breiten Aktienindex S&P 500 aufgenommen werden: Sie zogen an der Nasdaq-100-Spitze um 14,4 Prozent an. Weichen muss dafür der Lebensmittelkonzern Campbell's , dessen Aktien trotz einer positiven Gewinnüberraschung für das abgelaufene Quartal ein Prozent einbüßten.

Bei Intel sorgte die Nachricht, dass der Google -Mutterkonzern Alphabet dem Unternehmen einen Auftrag zur Herstellung von mehr als 3 Millionen seiner speziellen KI-Chips erteilt hat, für einen Kurssprung von 12,2 Prozent.

Alphabet habe sich nach monatelangen Tests für Intel als Partner für die Herstellung einiger seiner Tensor Processing Units (TPUs) entschieden, berichtete "The Information" unter Berufung auf zwei ungenannte Quellen. Zudem wird Alphabet Elon Musks Weltraumfirma SpaceX in den kommenden Jahren jeden Monat 920 Millionen Dollar für vermietete Rechenleistung bezahlen. Die Alphabet-Titel sanken um 1,1 Prozent.

Die Aktien des Tech-Riesen Apple sprangen während einer Keynote-Präsentation auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz kurzzeitig auf ein Rekordhoch. Zuletzt drehten sie aber mit einem Minus von 0,.8 Prozent in die Verlustzone.

Außerhalb der Technologiebranche machte der Pharmakonzern Eli Lilly bei einer Branchenveranstaltung mit Daten zu seiner neuen Abnehmspritze von sich reden. Das Produkt, das unter dem Namen Retatrutide verkauft wird, kann Patienten demnach dabei helfen, innerhalb von etwa zwei Jahren 30 Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren. Die Titel verteuerten sich daraufhin um 2,4 Prozent. Der dänische Konkurrent Novo Nordisk gab derweil bekannt, dass sein neues Medikament Wegovy gegen Fettleibigkeit bereits mehr als 3 Millionen Mal verschrieben wurde./gl/men