MORNING BRIEFING - USA/Asien

(Dow Jones Newswires)

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

===

+++++ TAGESTHEMA +++++

Broadcom hat im abgelaufenen Quartal dank einer beschleunigten Nachfrage nach KI-Chips höhere Einnahmen verzeichnet. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich dieser Trend im laufenden Quartal fortsetzen wird. Die Aktien des Halbleiter- und Softwareherstellers fielen im nachbörslichen Handel jedoch um 12 Prozent, da der Bericht und die Prognose die hohen Erwartungen einiger Anleger nicht erfüllten. Broadcom meldete für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg von 48 Prozent auf 22,19 Milliarden Dollar verglichen mit Analystenschätzungen von 22,13 Milliarden. Der Gewinn von Broadcom belief sich auf 9,31 Milliarden Dollar oder 1,91 Dollar je Aktie verglichen mit 4,97 Milliarden Dollar oder 1,03 Dollar je Aktie im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,44 Dollar verglichen mit Schätzungen von 2,40 Dollar je Aktie. Für das laufende dritte Quartal prognostiziert Broadcom einen Gesamtumsatz von 29,4 Milliarden Dollar verglichen mit der Analystenprognose von 28,25 Milliarden Dollar.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
          PROGNOSE:  215.000 
          zuvor:     215.000 
 
          Produktivität ex Agrar (2. Veröffentlichung) 1Q 
          annualisiert 
          PROGNOSE:    1. Quartal: +0,5% gg Vq 
          1. Veröff.:  1. Quartal: +0,8% gg Vq 
          zuvor:       4. Quartal: +1,6% gg Vq 
          Lohnstückkosten 
          PROGNOSE:    1. Quartal: +2,4% gg Vq 
          1. Veröff.:  1. Quartal: +2,3% gg Vq 
          zuvor:       4. Quartal: +4,6% gg Vq 
          durchschnittliche Stundenlöhne 
          PROGNOSE:  +0,3% gg Vm/+3,4% gg Vj 
          zuvor:     +0,2% gg Vm/+3,6% gg Vj

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

Index                         zuletzt  +/- % 
E-Mini-Future S&P-500        7.542,50   -0,4 
E-Mini-Future Nasdaq-100    30.476,25   -0,5 
S&P/ASX 200 (Sydney)         8.684,60   -1,2 
Topix-500 (Tokio)            3.949,44   -1,2 
Kospi (Seoul)                8.647,62   -1,8 
Shanghai-Composite           4.060,53   -0,6 
Hang-Seng-Index (Hongkong)  25.263,72   -1,4

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Die Aktienmärkte folgen der negativen Vorlage der US-Börsen. Verkauft werden unter anderem Technologieaktien. Marktteilnehmer sprechen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally. Dazu komme der Einbruch von Broadcom im nachbörslichen US-Handel. Der Halbleiterkonzern hatte zwar solide Geschäftszahlen vorgelegt, sie erfüllten aber zusammen mit der Prognose die hohen Erwartungen nicht. Hauptbelastungsgrund an den lokalen Märkten ist die um sich greifende Sorge, dass ein Ende des Iran-Kriegs wieder in weitere Ferne gerückt sein könnte. Händler sprechen von einer Zuspitzung der Lage. In Japan brechen im Technologiesektor Softbank um über 11 Prozent ein und ziehen den Nikkei damit nach unten. Bei der japanischen Notenbank denkt man weiter über Zinserhöhungen nach. Notenbankgouverneur Kazuo Ueda warnte, dass die Inflation aufgrund des Energieschocks durch den Iran-Krieg die Zielwerte überschreiten könnte. Am Geldmarkt ist die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung Mitte Juni auf 89 Prozent gestiegen. Auch in Südkorea sorgen schwache Technologiewerte für Abwärtsdruck. Samsung Electronics und SK Hynix geben nach einer Serie von Rekordhochs um 1,1 bzw. 2,8 Prozent nach. Treasury Wine Estates will Kosten senken und kalifornische Niederlassungen veräußern. Der Kurs schießt in Sidney um 11,3 Prozent nach oben.

WALL STREET

INDEX          zuletzt  +/- %  +/- abs.  Schluss Vortag 
DJIA         50.687,07   -1,2   -620,72       51.307,79 
S&P-500       7.553,68   -0,7    -56,10        7.609,78 
NASDAQ Comp  26.853,98   -0,9   -239,93       27.093,90 
NASDAQ 100   30.571,24   -0,3    -89,36       30.660,60 
 
                     Wochentag  Wochentag 
Umsatz NYSE (Aktien)  1,33 Mrd   1,34 Mrd 
Gewinner                   678      1.481 
Verlierer                2.100      1.256 
Unverändert                 64         99

Leichter - Die Rekordserie der Vortage endete. Bremsend wirkte, dass ein Ende des Iran-Kriegs in weitere Ferne gerückt zu sein scheint, nachdem sich erneut die Streitkräfte von USA und Iran Gefechte geliefert hatten. Unter Druck standen Aktien von Fondsbetreibern, nachdem der schweizerische Vermögensverwalter Partners Group Rückzahlungen aus einem seiner Fonds gedeckelt hatte, um den Kapitalabzug zu bremsen. Blackstone verloren 4,0, KKR 4,1, Ares 4,0 und Blue Owl 3,8 Prozent. Marvell verteuerten sich um weitere 3,7 Prozent, nachdem sie am Vortag einen Sprung von über 30 Prozent gemacht hatten. Die Chipaktie profitierten weiter von Aussagen des Nvidia-Chefs, der Marvell einen Börsenwert von 1 Billion Dollar zutraut. Nach Vorlage überzeugender Geschäftszahlen gewannen Gamestop 6,1 Prozent. Für Palo Alto Networks ging es um 5,6 Prozent abwärts, obwohl das Cyber-Sicherheitsunternehmen überraschend gute Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Hier dürften Gewinne mitgenommen worden sein, nachdem sich der Aktienkurs seit Mitte April fast verdoppelt hatte. Applied Aerospace & Defense absolvierten ihr Börsendebüt, der Kurs fiel um 5 Prozent.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries            Rendite    +/-  Tageshoch       Tagestief 
2 Jahre                     4,08  +0,03       4,10            4,05 
5 Jahre                     4,21  +0,03       4,23            4,18 
10 Jahre                    4,49  +0,03       4,50            4,45

Mit den Ölpreisen stiegen die Inflationssorgen, was am Anleihemarkt die Renditen nach oben trieb. Für den Anstieg sorgten daneben stark ausgefallene Konjunkturdaten.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN                  zuletzt  +/- %      00:00       Mi, 10:22  % YTD 
EUR/USD                   1,1608   +0,1     1,1595          1,1611   -1,2 
EUR/JPY                   185,62   -0,0     185,63          185,46   +0,9 
EUR/GBP                   0,8643   +0,0     0,8642          0,8632   -0,8 
USD/JPY                   159,89   -0,1     160,03          159,71   +2,1 
USD/KRW                 1.529,50   -0,3   1.534,62        1.526,34   +6,2 
USD/CNY                   6,7754   +0,1     6,7692          6,7732   -3,1 
USD/CNH                   6,7764   -0,1     6,7802          6,7741   -2,9 
USD/HKD                   7,8352   -0,0     7,8370          7,8354   +0,7 
AUD/USD                   0,7128    0,0     0,7128          0,7161   +6,8 
NZD/USD                   0,5869   +0,2     0,5860          0,5898   +2,0 
BTC/USD                63.855,87   -1,6  64.906,35       66.986,21  -27,2

Der Dollar zog mit den Marktzinsen etwas an. Der Dollarindex stieg um 0,3 Prozent.

+++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.468,44   +0,8      36,66        4.431,78 
Silber                     73,16   +0,6       0,46           72,70 
Platin                  1.875,97   +0,9      16,82        1.859,15 
(Angaben ohne Gewähr)

Der Goldpreis gab angesichts des festeren Dollar und gestiegener Marktzinsen um 0,9 Prozent nach.

ÖL

ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  95,22   -0,8      -0,80           96,02 
Brent/ICE                  97,08   -0,8      -0,73           97,81

Mit der Eskalation im Nahen Osten zogen die Ölpreise an. Das Barrel Brentöl verteuerte sich um 2,1 Prozent. Zudem hatten sich die Rohöllagerbestände in den USA auf Wochensicht deutlicher verringert als gedacht.

+++++ MELDUNGEN SEIT MITTWOCH 20.00 UHR +++++

SUBVENTIONEN CHINA

China hat einen aktuellen Bericht der OECD über Industriesubventionen zurückgewiesen und dessen Schlussfolgerungen als "einseitig und willkürlich" bezeichnet. In dem Anfang dieser Woche veröffentlichten OECD-Bericht heißt es, dass staatliche Subventionen in den vergangenen 20 Jahren ein wesentlicher Faktor für die rasante weltweite Expansion chinesischer Unternehmen gewesen seien. Diese Firmen hätten drei- bis achtmal mehr Unterstützung erhalten als ihre Konkurrenten. Das chinesische Handelsministerium erklärte in Reaktion auf den Bericht, dass die Subventionspolitik der Regierung sich streng an die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) halte und alle Transparenzverpflichtungen erfülle.

SPACEX

Die Vorbereitungen für den vielbeachteten Börsengang in der kommenden Woche sind in vielerlei Hinsicht unkonventionell - wie die meisten Dinge, an denen Elon Musk beteiligt ist. Die Preisstrategie bildet da keine Ausnahme. Das Raumfahrtunternehmen brach mit der Tradition und legte den Ausgabepreis seiner Aktien bereits mehr als eine Woche vor der geplanten Börsennotierung fest - anstatt zunächst eine Preisspanne anzugeben und diese nach tagelangen Gesprächen mit Investoren anzupassen. Das Unternehmen teilte mit, es plane, 555.555.555 Aktien zu je 135 US-Dollar zu verkaufen und damit fast 75 Milliarden Dollar einnehmen zu wollen. SpaceX strebt damit eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar an. Damit würde sich die Unternehmensbewertung gegenüber vor sechs Monaten etwa verdoppeln. Das Unternehmen wird voraussichtlich am 12. Juni den Handel an der Nasdaq aufnehmen. Der Börsengang dürfte der größte aller Zeiten sein.

QUANTINUUM

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

June 04, 2026 02:01 ET (06:01 GMT)