Börsenglossar
ADR
ADR steht für American Depository Receipt. Diese Papiere werden oft anstelle ausländischer Aktien gehandelt und verbriefen das Eigentum an diesen Aktien. Sie können sich auf eine oder mehrere Aktien oder aber auch nur auf einen Bruchteil an einer Aktie beziehen.
Aktie
Eine Aktie verbrieft einen Bruchteil einer Aktiengesellschaft (AG). Als Eigentümer einer Aktie steht dem sogenannten Anteilseigner also ein Teil des Gewinns zu. So dürfen Aktionäre bspw. auch auf der Hauptversammlung der AG über die Höhe der Dividende entscheiden oder Beschlüsse annehmen bzw. ablehnen.
Anleihe
Mit Hilfe einer Anleihe kann sich ein Unternehmen Fremdkapital beschaffen. Anders als bei der Aktie verbreift die Anleihe keinen Teil des Eigenkapitals der Firma sondern einen Anspruch auf Rückzahlung des Fremdkapitals zuzüglich der entsprechenden Zinsen. Während Aktionäre (Mit-)Eigentümer sind, zählen Anleihebesitzer zu den Gläubigern.
Arbitrage
Arbitrage bezeichnet das Ausnutzen von Preisunterschieden für gleiche Wertpapiere an unterschiedlichen Handelsplätzen. Der Arbitrageur selbst geht dabei kaum ein Risiko ein. Aufgrund der Vernetzung der Handelsplätze sind Arbitragemöglichkeiten nur noch in geringem Maße vorhanden.
Asset Allocation
Asset Allocation beschreibt die Art und Weise, wie ein Anlageportfolio auf verschiedene Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktien, Anleihen, Immobilien und liquide Anlagen, aufgeteilt ist.
Ausführungswahrscheinlichkeit
Der Begriff beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wertpapierorder auch durchgeführt wird. Um die Ausführungswahrscheinlichkeit bei illiquiden Werten und großen Orders zu erhöhen, sind beispielsweise an der Börse Stuttgart Handelsexperten in den elektronischen Handel eingebunden.
Bafin
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, ist die deutsche Finanzmarktaufsichtsbehörde. Sie beaufsichtigt Banken, Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel. Anleger erreichen die Bafin im Internet unter www.bafin.de.
Basispunkt
100 Basispunkte entsprechen einem Prozent. Bei Anleihen wird der Zinssatz häufig in Basispunkten angegeben.
Basiswert
Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungen können als Basiswert einem anderen Finanzinstrument zugrunde liegen – einzeln oder zusammengefasst.
BISON
Mit BISON, der Kryptohandelsapp der Börse Stuttgart, können Anleger transparent und einfach Bitcoin und andere Kryptowährungen kaufen und verkaufen.
Bitcoin
Der Bitcoin ist die nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung der Welt. Der Bitcoin-Handel basiert auf der Blockchain-Technologie und ist damit absolut transparent und dezentral organisiert.
Blockchain
Die Blockchain ist eine kontinuierlich erweiterbare Verkettung von verschiedenen Datensätzen. Diese sind mittels kryptografischer Verfahren miteinander verkettet. Die Blockchain kommt unter anderem bei Transaktionen mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin zum Einsatz.
Bluechips
Die Bezeichnung steht für Aktien der größten, international bekannten Unternehmen, die einen wesentlichen Anteil am gesamten Börsenumsatz haben und deren Kurse auch in die Berechnung wichtiger Indizes eingehen. Als deutsche Bluechips gelten etwa die Mitglieder des DAX.
Bullenmarkt
Als Bullenmarkt wird gemeinhin ein Markt verstanden, der über einen längeren Zeitraum an Wert gewinnt. Warum Bullenmarkt? Der Bulle nimmt seine Feinde auf die Hörner und kämpft dabei von unten nach oben.
Bund Future
Der Euro-Bund-Future ist ein Future, also ein an Terminbörsen gehandelter Kontrakt, auf eine idealtypische Bundesanleihe und bildet genau den Preis ab, den man am Markt für eine Bundesanleihe mit exakt zehnjähriger Laufzeit und einer Verzinsung von beispielsweise sechs Prozent bezahlen müsste.
Bärenmarkt
Als Bärenmarkt wird ein über einen längeren Zeitraum hinweg fallender Markt beschrieben. Warum Bärenmarkt? Der Bär schlägt mit seinen Tatzen von oben nach unten.
Börse
Die Börse ist ein neutraler Handelsplatz. An einer Börse treffen sich Käufer und Verkäufer, um zuvor festgelegte Güter, wie Wertpapiere, zu handeln. Die Börse dient Unternehmen außerdem zur Kapitalbeschaffung – beispielsweise mit Hilfe eines Börsengangs (IPO) oder per Kapitalerhöhung.
DAX
Der DAX steht für Deutschen Aktien Index und gilt als wichtigster Index von deutschen Unternehmen. Im DAX werden die nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen aus Deutschland zusammengefasst.
Dividende
Als Dividende wird der auf die Anteilseigner (Aktionäre) entfallende Gewinn einer Aktiengesellschaft bezeichnet. Über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Höhe der Dividende wird von den (Mit-)Eigentümern des Unternehmens an der jährlichen Hauptversammlung entschieden.
Dividendenrendite
Die Dividendenrendite setzt die vom Unternehmen gezahlte Dividende mit dem aktuellen Kurs der Aktie in Verhältnis und wird in Prozent ausgedrückt. Sie gibt Anlegern die Möglichkeit, die Rendite einer Aktie mit der am übrigen Kapitalmarkt erzielbaren Verzinsungen zu vergleichen.
Handelsüberwachung
Der börsliche Handel wird stets durch eine unabhängige Handelsüberwachungsstelle lückenlos kontrolliert. Ein festes Regelwerk sorgt für ein Höchstmaß an Anlegerschutz und Transparenz. Experten sprechen daher auch von der Schutzfunktion des börslichen Handels.
Hauptversammlung
Bezeichnet die Versammlung der Teilhaber einer Aktiengesellschaft, also der Aktionäre und deren oberstes Beschlussorgan. Entsprechend seinem Aktienbesitz ist jeder Inhaber von Stammaktien zur Stimmabgabe in der Hauptversammlung berechtigt und kann dort Anträge stellen.
Hedging
Auch Absicherungen genannt. Hedging ist eine Risikobegrenzung für bestehende Wertpapierpositionen. Versierte Privatanleger können ein Depot beispielsweise mit entsprechenden Put-Optionsscheinen auf ihre Investments gegen Kursverluste absichern, da sie dann von fallenden Kursen profitieren.
ICO
ICO steht für Initial Coin Offering und beschreibt die erstmalige Notierung einer Kryptowährung wie beispielsweise Bitcoin oder Ethereum.
IPO
Die Abkürzung für Initial Public Offering. Damit bezeichnet man den Börsengang eines Unternehmens. Bei der erstmaligen Notierung in einem organisierten Kapitalmarkt erhält eine breite Öffentlichkeit die Chance, erstmals in eine Aktiengesellschaft zu investieren.
ISIN & WKN
Jedes Wertpapier verfügt über eine eindeutige Kennung, die an allen Börsen der Welt gilt. Die zwölfstellige internationale Kennnummer wird “International Securities Identification Number” – kurz ISIN – genannt. In Deutschland gibt es zudem die sechsstellige Wertpapierkennummer – WKN.
Index
In einem Index wird eine bestimmte Gruppe von Wertpapieren zusammengefasst, etwas mit Blick auf Branchen oder Regionen. Einer der ältesten Indizes weltweit ist der amerikanische Dow Jones. Unter ihm werden 30 amerikanische Bluechips zusammengefasst.
J
Jahresabschluss
Der Jahresabschluss gibt Auskunft über die kaufmännischen Ergebnisse eines Unternehmens in einem jeweiligen Geschäftsjahr. Wesentliche Bestandteile sind u.A. die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Cashflow-Rechnung.
Joint-Venture
Als Joint-Venture wird ein Unternehmen bezeichnet, welches von zwei voneinander unabhängigen Gesellschaften gegründet wird. Mit Hilfe eines Joint-Venture können beispielsweise bestehende Synergien zwischen zwei verschiedenen Unternehmen erzielt werden, indem Know-How, Kapital oder Vertriebsnetze der Gesellschaften eingebracht werden. Die Gewinne werden gemäß der Kooperationsvereinbarung zwischen den Gesellschaften geteilt.
K
Kassamarkt
Als Kassamarkt werden Börsen bezeichnet, bei denen die Ausführung einer Wertpapierorder und ihre Erfüllung zeitlich eng beieinander liegen. An Terminbörsen sind dagegen Abschluss und Erfüllung der Geschäfte zeitlich voneinander getrennt.
KGV
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis errechnet sich aus dem aktuellen Kurs einer Aktie dividiert durch den Unternehmensgewinn je Aktie. Die Kennzahl zeigt, in wie vielen Jahren das Unternehmen seinen Wert verdient und kann als Vergleichsgröße für Aktien aus einer Branche genutzt werden.
L
Liquidität
Hinter dem begriff Liquidität verbirgt sich die Verfügbarkeit des investierten Kapitals. Während Aktien zu den liquiden Vermögenswerten zählen – da sie jederzeit über die Börse ge- und verkauft werden können – zählt eine Immobilie beispielsweise als ein illiquider Vermögenswert, den man nicht sofort und ohne Weiteres veräußern kann.
Limit-Order
Wenn Sie eine Order mit einem bestimmten Kurs verknüpfen möchten, ist die Limit-Order die richtige Wahl. Eine limitierte Order wird nicht zum nächstmöglichen Zeitpunkt ausgeführt, sondern nur zum festgelegten Preis oder besser realisiert.
Eine Limit-Order eignet sich für Aufträge, bei denen der Ausführungszeitpunkt nicht das wichtigste Kriterium ist, und wenn Sie sicherstellen möchten, dass ein Kauf- oder Verkauf nur zu Ihrem Wunschpreis ausgeführt wird. Besonders bei Wertpapieren mit starken Kursschwankungen und illiquiden, selten gehandelten Werten reduzieren Sie mit einer Limit-Order das Risiko.
Long & Short
Depotpositionen, bei denen von einer Kurssteigerung profitiert wird, bezeichnen Experten als “long”. Im Gegensatz dazu steht der Begriff “short”: Derartige Investments, meist Zertifikate oder Optionsscheine, legen dann im Wert zu, wenn die Kurse des jeweiligen Basiswerts fallen.
M
Market Maker
Ein Market Maker ist eine Bank oder ein Wertpapierhandelshaus, das sich verpflichtet, während einer festgelegten Handelszeit an einer Börse verbindliche Geld- und Brieftaxen für ein bestimmtes Produkt zu stellen. Damit wird die Liquidität und somit die Handelbarkeit des Wertpapiers deutlich erhöht.
Market-Order
Eine weit verbreitete und oftmals voreingestellte Art von Kauf- und Verkaufsaufträgen sind Market-Orders. Beim Kaufen heißt es „billigst“, beim Verkaufen spricht man von „bestens“. In beiden Fällen handelt es sich um unlimitierte Aufträge, die nicht an einen Preis geknüpft sind, sondern in jedem Fall und möglichst zeitnah ausgeführt werden.
Market-Orders wie „billigst“ bzw. “bestens” erwecken bei Einsteigern zunächst den Eindruck, dass sie möglichst günstig kaufen können. Das ist aber nicht der Fall. Im Fokus steht die schnelle Realisierung. Bei einer Market-Order „billigst“ oder „bestens“ wird Ihr Auftrag bei der nächsten Möglichkeit ausgeführt – unabhängig vom Preis. Starke Kursschwankungen können deshalb bei einer Market-Order dazu führen, dass der Kauf- oder Verkaufspreis deutlich vom Wunschpreis abweicht. Eine Limit-Order verhindert das.
Marktkapitalisierung
Die Marktkapitalisierung bezeichnet die Anzahl der frei handelbaren Aktien (siehe Free Float) multipliziert mit dem aktuellen Börsenkurs.
Stammaktie
Die Stammaktie verbrieft wie andere Aktienformen einen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Besitzer von Stammaktien haben aber darüber hinaus das Recht über Beschlüsse an der Hauptversammlung abzustimmen und sind somit einflussreicher als beispielsweise Vorzugsaktionäre, die in der Regel keine Stimmrechte besitzen.
Stop-Order
Die Stop-Order unterscheidet sich in einem kleinen, aber wichtigen Detail von der Limit-Order. Eine Limit-Order platzieren Sie, wenn Sie zu einem besseren Kurs als dem aktuellen kaufen oder verkaufen möchten. Eine Stop-Order wird platziert, wenn Sie einen schlechteren Kurs festlegen. Mit einer Stop-Buy-Order kaufen Sie, wenn ein Wertpapier einen höheren Preis erreicht und mit einer Stop-Loss-Order verkaufen Sie, wenn der Kurs eine niedrigere Marke durchbricht.
Warum man zu schlechteren Konditionen kaufen oder verkaufen sollte und was es sonst zu beachten gibt, erfahren Sie hier.
Stückelung
Damit wird der Nennwert einer Anleihe beschrieben. Die kleinste handelbare Stückelung bei Anleihen beträgt meist 1.000 Euro. Notiert der Kurs einer solchen Anleihe beispielsweise nur bei 60 Prozent, dann kann sie für 600 Euro gekauft werden.
Teilausführung
Von einer Teilausführung spricht man, wenn eine Wertpapierorder während ihrer Gültigkeitsdauer aufgrund der Marktlage nicht vollständig, sondern nur zum Teil ausgeführt wird. An der Börse Stuttgart sorgen Handelsexperten dafür, dass Teilausführungen weitestgehend vermieden werden können.
Übernahmeangebot
Wenn eine Aktiengesellschaft von einer anderen übernommen wird, kommt es zu einem Übernahmeangebot für die zu übernehmende Gesellschaft und deren Anteilseigner. Diese können dem Angebot (meistens unter Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung) zustimmen oder ablehnen.
Ultimo
Unter Ultimo versteht man normalerweise den letzten Handelstag eines Monats. Stellt man also bspw. eine Limit-Order mit dem Zusatz Ultimo ein, wird diese Order nach Ablauf des Monats gestrichen.
Valuta
Bezeichnet den Wertstellungszeitpunkt – also das Buchungsdatum – für die Belastung oder Gutschrift auf einem Konto. Wertpapiere werden in Deutschland meist mit einer Valuta von “t+2” verbucht – das bedeutet, dass sie bei einem Kauf zwei Tage später im Depot liegen.
Volatilität
Die Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite eines bestimmten Investments innerhalb eines bestimmten Zeitfensters. Volatilitäten können für verschiedenen Asset-Klassen, wie Aktien, Rohstoffe oder Fonds, errechnet werden und können dabei helfen, Risiken besser einschätzen zu können.
Vorzugsaktie
Im Gegensatz zu Stammaktien verbriefen Vorzugsaktien einen stimmrechtslosen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Als Entschädigung erhalten Vorzugsaktionäre aber in der Regel eine höhere Dividende als Besitzer von Stammaktien.