Energiepreisschock bremst Deutschlands Erholung

Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 01.04.2026, 11:05 Uhr

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Gemeinschaftsdiagnose für das Frühjahr 2026 vorgelegt und zeichnen ein gespaltenes Bild der deutschen Konjunktur. Nach einem mehrjährigen Abschwung befindet sich die Wirtschaft dem Gutachten zufolge zwar in einer Erholungsphase, doch der Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges bremst die Dynamik erheblich. Die Institute prognostizieren für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von lediglich 0,6 Prozent, für 2027 von 0,9 Prozent. Die Inflationsrate dürfte nach Einschätzung der Institute auf 2,8 Prozent im laufenden Jahr und 2,9 Prozent 2027 steigen. 

 

„Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart, gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindert ein stärkeres Abrutschen", erläutert ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die Ausweitung der Neuverschuldung für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz treibt das Staatsdefizit auf 3,7 Prozent des BIP. Die Institute warnen zudem, dass das Wachstum des Produktionspotenzials bis Ende des Jahrzehnts vollständig zum Erliegen kommen könnte.

 

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom ifo Institut
in München, vom Kiel Institut, vom IWH in Halle und vom RWI in Essen.

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An den Märkten sorgen derweil Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende im Iran für deutliche Erholungstendenzen. Der DAX startete mit Gewinnen in den April und notiert derzeit bei rund 23.200 Punkten wieder oberhalb der 23.000-Punkte-Marke. Auch die Vorgaben aus den USA und Asien waren positiv. In Asien legte der Nikkei um über fünf Prozent zu, der Kospi in Südkorea sprang um mehr als acht Prozent nach oben. Der Ölpreis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zwischenzeitlich unter die 100-Dollar-Marke und notiert aktuell bei 102,50 US-Dollar, Gold erholt sich, gestützt von einem schwächeren Dollar.

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