MÄRKTE EUROPA/Leichter - aber Grundoptimismus bleibt

(Dow Jones Newswires)

DOW JONES--Europas Börsen bleiben bis Freitagmittag unter Abgabedruck. Nach der Euphorie zur Wochenmitte wegen laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, kam es zuletzt erneut zu Kampfhandlungen. Die Märkte reagieren darauf mit einer gewissen Risikoscheu. Der DAX fällt um 0,9 Prozent auf 24.454 Punkte, der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 0,8 Prozent auf 5.923 Punkte. Der Ölpreis reagiert indes kaum: Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent geht wenig verändert bei knapp über 100 Dollar das Fass um.

Laut US-Präsident Donald Trump ist der Waffenstillstand mit dem Iran weiterhin in Kraft; er bezeichnete die jüngsten US-Angriffe auf das Land als "liebevollen Klaps". Der anhaltende Abverkauf von Rüstungsaktien spricht dafür, dass die Anleger weiterhin von einem baldigen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran ausgehen. Rheinmetall fallen mit 6,3 Prozent deutlich zurück und belasten als Schwergewicht auch den DAX. Leonardo geben um 2,1 Prozent nach oder BAE Systems um 0,8 Prozent.

Etwas unter geht der sonst im Fokus stehende monatliche US-Arbeitsmarkt-Bericht am Nachmittag. Die bereits vorgelegten Indikatoren wie der ISM-Index und andere deuten auf eine sehr robuste US-Wirtschaft mit starkem Preisanstieg hin. "Der Fokus liegt jedoch schonungslos auf den durchschnittlichen Stundenlöhnen - dem ultimativen Indikator für die künftige Inflation und die Zinspolitik der Fed", sagt Marktstratege Frank Sohlleder von ActivTrades. Erwartet werden für den April 55.000 neue Stellen und ein Anstieg der Stundenlöhne um 3,8 Prozent zum Vorjahr.

Gute Nachrichten gibt es zu den neuen US-Strafzöllen: Das US-Handelsgericht hat den globalen Zehn-Prozent-Zoll von US-Präsident Trump für unrechtmäßig erklärt. Die USA werden die Zölle auf europäische Autos und Lkw laut Trump zudem diese Woche nicht erhöhen. Die Frist läuft nun bis zum 4. Juli.

Auch die Berichtssaison läuft weiter. Commerzbank geben nach Zahlen 2,4 Prozent ab, allerdings fällt auch Europas Bankensektor um 1,4 Prozent zurück. Die Zahlen seien vom normalen Bankgeschäft bis zu den Zinseinnahmen besser gewesen, heißt es im Handel. Daher erhöht die Bank auch das Gewinnziel für 2026 auf "mindestens 3,4" nach "mehr als 3,2" Milliarden Euro.

Die Aktien von British-Airways-Mutter IAG fallen um 1,7 Prozent. Hier zeigen sich die Blessuren der Explosion bei den Treibstoffpreisen. Die Airline hat zwar ein starkes Quartal abgeschlossen, muss wegen der Kerosionkosten aber die Jahresprognose senken. Lufthansa geben um 2,8 Prozent nach, für Air France-KLM geht es um 3,1 Prozent nach unten.

In der zweiten Reihe warten Evonik mit durchwachsenen Zahlen auf. Der Umsatz lag leicht unter Erwartung, jedoch war die Profitabilität deutlich höher. Der Markt honoriert das mit 2,4 Prozent Plus.

Bei Getränkemaschinen-Hersteller Krones werden die Zahlen als ordentlich bezeichnet, die Aktien geben in dem negativen Gesamtmarkt um 1,3 Prozent ab. Die Aufträge legten im ersten Quartal um 5,3 Prozent zu, die EBITDA-Marge kletterte auf 10,8 nach 10,6 Prozent.

Als überraschend gut werten Händler die Zahlen von Bechtle. Das entkräftet Sorgen vor Investitionszurückhaltung auf Unternehmensseite, denn die Auftragslage ist nun auf einem Rekordniveau. Die Aktien klettern um 3,3 Prozent.

Dazu bewegen Umstufungen: So haben UBS Hellofresh die Kaufempfehlung entzogen, die Aktien notieren 3,3 Prozent tiefer. Bei Infineon geht es gegen den Markt um 1,4 Prozent nach oben, da Goldman Sachs das Kursziel deutlich erhöht hat. Suss Microtec verlieren 3,7 Prozent, nachdem die Deutsche Bank die Kaufempfehlung gestrichen hat.

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INDEX            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   5.923,00   -0,8     -49,65        5.972,65        2,3 
Stoxx-50        5.075,23   -0,8     -38,76        5.113,99        3,2 
DAX            24.454,32   -0,9    -209,29       24.663,61       -0,2 
MDAX           31.309,05   -0,8    -252,18       27.039,42        2,2 
TecDAX          3.782,52   -0,4     -13,25        3.091,28        4,4 
SDAX           18.578,98   -0,1      -9,22       13.062,07        8,2 
FTSE           10.257,04   -0,2     -19,91       10.276,95        3,3 
CAC             8.137,84   -0,8     -64,24        8.202,08       -0,2 
SMI            13.089,83   -0,4     -45,60       13.135,43       -1,3 
ATX             5.907,35   -0,6     -34,07        5.941,42       10,9 
 
DEVISEN          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Mo, 13:50 
EUR/USD           1,1766   +0,4     0,0041          1,1725     1,1695 
EUR/JPY           184,46   +0,3     0,4900          183,97   183,8300 
EUR/CHF           0,9158   +0,1     0,0009          0,9149     0,9174 
EUR/GBP           0,8645   -0,1    -0,0005           0,865     0,8636 
USD/JPY           156,76   -0,1    -0,1500          156,91   157,1400 
GBP/USD           1,3605   +0,4     0,0054          1,3551     1,3540 
USD/CNY           6,8011    0,0    -0,0003          6,8014     6,8300 
USD/CNH           6,8003   -0,1    -0,0076          6,8079     6,8278 
AUS/USD           0,7233   +0,3     0,0024          0,7209     0,7176 
Bitcoin/USD    80.270,41   +0,5     401,13       79.869,28  78.806,24 
 
ROHÖL            zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex          94,75   -0,1      -0,06           94,81 
Brent/ICE         100,57   +0,5       0,51          100,06 
 
Metalle          zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold            4.723,28   +0,8      38,10        4.685,18 
Silber             80,61   +2,7       2,14           78,48 
Platin          2.047,30   +1,3      25,30        2.022,00 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 08, 2026 07:34 ET (11:34 GMT)