MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Waffenruhe im Libanon schürt Friedenshoffnungen
(Dow Jones Newswires)
DOW JONES--Europas Börsen zeigen sich am Donnerstagvormittag freundlich. Der DAX steigt um 0,6 Prozent auf 24.943 Zähler, der Euro-Stoxx-50 legt um 0,6 Prozent zu auf 6.089 Punkte. Der Fronleichnam-Feiertag in Deutschland dürfte für einen insgesamt ruhigen Handel sorgen, heißt es.
Für Kaufbereitschaft sorgen wieder auflebende Hoffnungen auf einen Frieden im Nahost-Konflikt und auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus, nachdem laut dem US-Außenministerium Israel und Libanon eine Waffenruhe vereinbart haben. Sie steht aber unter der Bedingung, dass die proiranischen Hisbollah-Miliz ihre Angriffe einstellt. Der Iran hat eine solche Waffenruhe immer wieder zur Vorbedingung für Friedensverhandlungen mit den USA gemacht. Der Brent-Ölpreis sinkt vor diesem Hintergrund um knapp 1 Prozent auf unter 97 Dollar.
Für Gesprächsstoff, zunächst aber keine Kursbelastung sorgt das von der US-Regierung wieder aufgemachte Zoll-Thema. Sie warnte vor neuen Strafzöllen auf Importe aus 60 Ländern, weil diese eine mangelnde Bereitschaft zeigten, Waren aus Zwangsarbeit konsequent zu stoppen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sprach von einem Versagen internationaler Partner. Das Argument "Zwangsarbeit" wird von Marktteilnehmern eher als vorgeschoben und konstruiert bezeichnet, nachdem die ursprünglichen Trumpschen Strafzölle vom Obersten US-Gericht als illegal eingestuft wurden.
Dass Lorie Logan, Präsidentin der US-Notenbankfiliale von Dallas, gewarnt hat, dass später im Jahr in den USA Zinserhöhungen Jahr erforderlich sein könnten, um die hartnäckige Inflation einzudämmen, geht zunächst ebenfalls eher unter. Wichtig Konjunkturdaten stehen am Donnerstag nicht an. Aus den USA kommen die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten, aus der EU Umsatzdaten aus dem Einzelhandel.
Kräftig nach oben geht es für Softwareaktien. Händler sprechen von einer Erholungsbewegung, nachdem sie am Vortag erneut schwach im Markt gelegen hätten angesichts der anhaltenden Sorgen vor disruptiven Wirkungen von KI-Anwendungen auf die Geschäftsmodelle der Softwareentwickler. Unter anderem steigen SAP, Nemetschek und Capgemini um über 4 Prozent. Scout24, Dassault Systemes oder Temenos verbessern sich um je gut 3 Prozent.
Verkauft werden im Technologiesegment dagegen Chipaktien. Neben Gewinnmitnahmen drückt ein Ausblick von Broadcom, der die Erwartungen nicht erfüllte, worauf die Aktie nachbörslich in den USA um 13 Prozent abrutschte. Dazu kommt als Belastungsfaktor, dass Alphabet mittels einer Kapitalerhöhung rund 80 Milliarden Dollar einnehmen will. Dies kommt zusätzlich zum fast selben Betrag, den SpaceX mit seinem anstehenden Börsengang einsammeln will. "Da muss Platz in den Portfolios geschaffen werden", sagt ein Händler. Daher dürfte es bis dahin global auf ganzer Branchenbreite Druck geben. Infineon geben 4,3 Prozent ab, STMicro 5,2 und ASML 2,1 Prozent. Aixtron kommen um 4,3 Prozent zurück.
Im MDAX geht es für Puma um mit einer Kaufempfehlung von Citi um 5,6 Prozent nach oben. Bei Schokohersteller Barry Callebaut hat Goldman Sachs hingegen die Kaufempfehlung zurückgezogen, die Schweizer verlieren 2,2 Prozent.
Hochtief geben um 0,9 Prozent nach. Die Aktie wird - wie weithin schon erwartet - am 22. Juni in den DAX aufgenommen, wie der Indexbetreiber Stoxx am späten Mittwoch mitteilte. Platz machen muss die Aktie der Porsche Holding, die gut behauptet im Markt liegt. Die Lufthansa-Aktie hat den Aufstieg dagegen erneut nicht geschafft, die abstiegsgefährdete Zalando-Aktie bleibt damit im DAX. Für Lufthansa geht es um 2,6 Prozent nach oben, Zalando steigen um 2,1 Prozent. Neben der Änderung im DAX wird es auch eine ganze Reihe von Änderungen im MDAX, SDAX und TecDAX geben. Unter anderem kommen mit Elmos, Siltronic und Suss jüngste Highflyer aus dem Halbleitersektor in den MDAX. Sie ersetzen Jungheinrich, Ströer und Redcare.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.089,01 +0,6 35,44 6.053,57 5,1 Stoxx-50 5.172,47 +0,4 20,43 5.152,04 5,2 DAX 24.942,69 +0,6 146,75 24.795,94 1,8 MDAX 32.959,06 +0,7 222,71 27.039,42 0,0 TecDAX 4.192,08 +0,2 6,35 3.091,28 15,7 SDAX 18.794,11 +0,1 24,25 13.062,07 0,0 FTSE 10.350,57 +0,2 18,27 10.332,30 4,2 CAC 8.211,27 +0,8 60,85 8.150,42 0,8 SMI 13.298,33 +0,6 80,01 13.218,32 0,2 ATX 6.122,51 +0,4 26,34 6.096,17 15,0 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:10 EUR/USD 1,1603 +0,1 0,0008 1,1595 1,1602 EUR/JPY 185,55 -0,0 -0,0800 185,63 185,6400 EUR/CHF 0,9188 +0,0 0,0002 0,9186 0,9173 EUR/GBP 0,8644 +0,0 0,0002 0,8642 0,8640 USD/JPY 159,88 -0,1 -0,1500 160,03 159,9900 GBP/USD 1,3421 +0,0 0,0005 1,3416 1,3426 USD/CNY 6,7759 +0,1 0,0067 6,7692 6,7692 USD/CNH 6,7763 -0,1 -0,0039 6,7802 6,7765 AUS/USD 0,713 +0,0 0,0002 0,7128 0,7139 Bitcoin/USD 63.557,09 -2,1 -1.349,26 64.906,35 66.504,92 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 95,38 -0,7 -0,64 96,02 Brent/ICE 97,05 -0,8 -0,76 97,81 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.461,67 +0,7 29,89 4.431,78 Silber 73,20 +0,7 0,50 72,70 Platin 1.877,05 +1,0 17,90 1.859,15 (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mod/gos
(END) Dow Jones Newswires
June 04, 2026 04:32 ET (08:32 GMT)
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