MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Autoaktien von BMW ausgebremst
(Dow Jones Newswires)
DOW JONES--Europas Börsen haben den Handel am Mittwoch überwiegend freundlich beendet. Der DAX hinkte dabei aber hinterher, weil er nach einer Gewinnwarnung von BMW stark unter nachgebenden Kursen der Autoaktien litt. Der DAX rettete sich ein Plus von 0,1 Prozent auf 24.935 Punkte aus dem Tag, der Euro-Stoxx-50 legte dagegen um 0,7 Prozent auf 6.300 Zähler zu. Der DAX wurde laut Marktexperten auch vom Vorziehen des Großen Verfalltags an den Terminbörsen am Freitag gebremst. Viele Marktteilnehmer wollten ihre Positionen unbedingt noch vor der Fed-Sitzung am Abend schließen, hieß es. Dabei hätten sie einen DAX-Stand unter der wichtigen runden Marke von 25.000 Punkten präferiert.
Für Unterstützung sorgten weiter sinkende Marktzinsen, nachdem die Ölpreise zuletzt stark gefallen waren in Reaktion auf das angekündigte US-iranische Friedensabkommen am Freitag. Mit niedrigeren Ölpreisen gehen auch sinkende Inflationserwartungen einher.
Das Interesse der Anleger galt vor allem der Sitzung der US-Notenbank am Abend mit der ersten Pressekonferenz des frischgebackenen Fed-Chefs Kevin Warsh. Marktteilnehmer waren vor allem gespannt auf die Art, wie er das Thema Inflation im geldpolitischen Ausblick behandelt, zumal allgemein unveränderte Zinsen als ausgemachte Sache galten. Warsh wurde von US-Präsident Trump ins Amt gehievt, der bekanntlich immer wieder für Zinssenkungen plädiert.
BMW reißt gesamte Branche nach unten
Die Gewinnwarnung von BMW schickte die Aktie um 8,3 Prozent nach unten. Wegen des schwierigen China-Geschäfts sieht BMW die operative Gewinnmarge im Autogeschäft nun nur noch bei 1 bis 3 statt bei 4 bis 6 Prozent und die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei 1 bis 5 Prozent statt bei 6 bis 10 Prozent. Die schwache Entwicklung in China sei vor allem marktbedingt und könne deshalb auch als negatives Signal für andere europäische Autobauer wie Mercedes-Benz und Volkswagen gewertet werden, die ebenfalls mit Gewinnwarnungen reagieren könnten, warnten die Analysten der RBC.
Im Sog von BMW verloren VW 3,5 und Mercedes-Benz 4,4 Prozent. Für Renault ging es um 2,1 und für Stellantis um 3,3 Prozent abwärts. Zulieferer gaben ebenso nach: Continental um 1,4 oder Schaeffler um 3,2 Prozent. Der Stoxx-Subindex der Autoaktien war mit einem Minus von 3,3 Prozent klar das Schlusslicht.
Während die Aktien der Autohersteller kräftig Federn ließen, machten Auto1 einen Satz um 8,4 Prozent nach oben. Der Anbieter einer digitalen Plattform für den An- und Verkauf von Gebrauchtwagen teilte zu seinem Kapitalmarkttag mit, im Privatkundengeschäft ein langfristiges Absatzwachstum von 20 bis 40 Prozent pro Jahr anzustreben. Zugleich bestätigte Auto1 die Prognose für das laufende Jahr.
Tagessieger im DAX waren Commerzbank mit einem Anstieg um 5,2 Prozent. Hier könnten Akteure auf weiter steigende Kurse vor dem Hintergrund der anhaltenden Übernahmebemühungen durch Unicredit gesetzt haben. Unicredit kamen um weitere 2,4 Prozent voran.
Mit einem Plus von 2,3 Prozent fanden sich Zalando weit oben. Laut einer Studie von RBC hat sich die Stimmung für das Papier in den vergangenen Wochen klar verbessert und man ziehe Zalando Wettbewerbern wie H&M und Primark vor.
Deutsche Telekom gaben um 2,5 Prozent, Orange um 3,3 und Vodafone um 1,0 Prozent. Händler vermuteten Gewinnmitnahmen im als defensiv geltenden Telekomsektor. Zu hören war aber auch von der Sorge, Elon Musks SpaceX könnte mit seinem Starlink-System in den USA eine flächendeckende Konkurrenz zum Mobilfunk aufbauen.
Bayer stiegen nachrichtenlos um 4,8 Prozent. Marktteilnehmern zufolge trieben hier Hoffnungen auf ein positives US-Supreme-Court-Urteil im sogenannten Durnell-Fall, das Signalwirkung für zahlreiche Glyphosat-Klagen haben könnte. Während die Analysten der UBS im Basisszenraio ein Kursziel für die Aktie von 52 Euro sehen, verorten sie es im als unwahrscheinlicher erachteten Negativszenario auf 28 Euro. Bei Berenberg hieß es mit Blick auf das Urteil, hier könne man auch eine Münze werfen.
In Zürich schossen Straumann nach einer erhöhten Prognose um 10,8 Prozent nach oben. Von Jefferies hieß es, der Zahntechnikexperte habe reichlich Spielraum, um auf dem wachsenden Markt Anteile zu gewinnen.
Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.300 +0,7 +8,1 Stoxx-50 5.357 +0,7 +8,2 Stoxx-600 639 +0,5 +7,4 DAX 24.935 +0,1 +1,7 FTSE-100 London 10.494 +0,1 +5,7 CAC-40 Paris 8.447 -0,2 +3,7 AEX Amsterdam 1.070 +1,2 +12,5 ATHEX-20 Athen 6.302 +0,3 +17,8 BEL-20 Brüssel 5.665 +0,7 +11,5 BUX Budapest 138.731 +0,1 +25,0 OMXH-25 Helsinki 6.308 +0,3 +10,6 OMXC-20 Kopenhagen 1.503 +1,2 -6,6 PSI 20 Lissabon 9.022 +0,8 +9,2 IBEX-35 Madrid 19.164 +1,4 +10,7 FTSE-MIB Mailand 52.433 +0,3 +16,7 OBX Oslo 1.897 +0,1 +18,7 PX Prag 2.583 +0,2 -3,8 OMXS-30 Stockholm 3.142 +0,6 +9,0 WIG-20 Warschau 140.340 +0,6 +19,1 ATX Wien 6.445 +1,9 +21,0 SMI Zürich 13.762 +0,4 +3,7 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 22:13 EUR/USD 1,1590 -0,2 -0,0017 1,1607 1,1606 EUR/JPY 185,71 -0,3 -0,5300 186,24 186,2600 EUR/CHF 0,9193 -0,2 -0,0014 0,9207 0,9207 EUR/GBP 0,8653 +0,1 0,0010 0,8643 0,8645 USD/JPY 160,21 -0,2 -0,2400 160,45 160,4600 GBP/USD 1,3392 -0,3 -0,0034 1,3426 1,3422 USD/CNY 6,7577 +0,0 0,0015 6,7562 6,7562 USD/CNH 6,7595 +0,1 0,0034 6,7561 6,7573 AUS/USD 0,7069 +0,0 0,0003 0,7066 0,7063 Bitcoin/USD 65.931,71 +0,2 151,08 65.780,63 65.677,97 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 76,61 +0,7 0,56 76,05 Brent/ICE 79,44 +0,6 0,48 78,96 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.364,39 +0,8 34,26 4.330,13 Silber 70,70 +0,8 0,53 70,17 Platin 1.791,07 -0,7 -13,07 1.804,14 (Angaben ohne Gewähr)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mod/gos
(END) Dow Jones Newswires
June 17, 2026 12:20 ET (16:20 GMT)
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