Fed hält Zinsen stabil – Powell warnt vor Inflationsrisiken
Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 19.03.2026, 13:25 Uhr
► Tipp: Keinen Marktbericht verpassen – jetzt für die offiziellen Newsletter der Börse Stuttgart registrieren.
Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwochabend den Leitzins wie erwartet in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Fed-Chef Jerome Powell betonte auf der Pressekonferenz die anhaltende Unsicherheit: „Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind ungewiss." Die aktuell bereits erhöhten Inflationswerte führte Powell vor allem auf den Gütersektor zurück, der durch die Auswirkungen von Zöllen angetrieben werde. Zugleich würden steigende Energiepreise die Gesamtinflation kurzfristig zusätzlich nach oben treiben – Umfang und Dauer der Auswirkungen auf die Wirtschaft seien jedoch noch nicht absehbar. Laut übereinstimmenden Medienberichten kündigte Powell auf der Pressekonferenz zudem an, über seine reguläre Amtszeit hinaus als kommissarischer Fed-Vorsitzender zu amtieren, sollte sein designierter Nachfolger Kevin Warsh bis dahin nicht vom Senat bestätigt sein.
Die aktualisierten Projektionen der Fed-Mitglieder zeichnen ein verändertes Bild gegenüber Dezember: Die US-Inflationsprognose für 2026 stieg von 2,4 auf 2,7 Prozent, die Kernrate von 2,5 auf 2,7 Prozent. Im Mittel erwarten die Notenbanker den Leitzins zum Jahresende weiterhin bei 3,4 Prozent. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ordnet ein: „Ein Abwägen zwischen Inflations- und Konjunkturrisiken ist gegenwärtig nur schwer möglich, deshalb ist eine unveränderte Geldpolitik zunächst die beste Strategie." Eine baldige Zinssenkung zeichne sich nach Einschätzung Gitzels nicht ab. Die Bank of Japan und die Schweizerische Nationalbank (SNB) haben ihre Leitzinsen ebenfalls unverändert gelassen. Am heutigen Donnerstag folgen mit der EZB und der Bank of England noch weitere Notenbanken mit ihren Zinsentscheiden.

DAX Performance Index
Am europäischen Rentenmarkt zeigt sich das Bild weitgehend stabil.
Der Bund-Future notiert bei 125,57 Punkten nach 125,81 in der Vorwoche. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt bei 2,97 Prozent (Vorwoche: 2,89 Prozent), 30-jährige Bundesanleihen rentieren bei 3,50 Prozent (Vorwoche: 3,48 Prozent). An den Aktienmärkten hinterließen neben der Fed-Sitzung auch israelische Angriffe auf Förderanlagen am South-Pars-Gasfeld im Persischen Golf deutliche Spuren: Der Dow Jones schloss 1,63 Prozent tiefer, der DAX notiert am frühen Donnerstagnachmittag rund 2,4 Prozent im Minus. Der Brent-Ölpreis legt heute wieder deutlich zu und lag zuletzt bei rund 113 Dollar je Barrel.
► Exklusiver Marktbericht: "Gold, Silber & Co.: Alles, was du über Edelmetalle wissen musst"
Marktgeschehen auf einen Blick
Exklusive Marktberichte
Hier erwarten Sie exklusive Marktberichte, die auf fundiertem Wissen der Börse Stuttgart basieren. Die ausführlichen Analysen liefern Ihnen tiefgehende Einblicke und helfen, komplexe Marktentwicklungen besser zu verstehen. Nutzen Sie dieses Know-how, um ihre Investmententscheidungen noch gezielter zu treffen.
Das könnte Sie auch interessieren

12/06/2026 16:58
Micron baut größte US-Halbleiterfabrik – NVIDIA und KKR gründen KI-Infrastrukturunternehmen
12/06/2026 15:11
Euwax Trends: Oracle setzt auf Bloom-Brennstoffzellen für KI-Rechenzentren – Infineon stärkt NVIDIA-Partnerschaft
12/06/2026 11:19
Täglicher Marktbericht: US-Inflation auf höchstem Stand seit drei Jahren
Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.


