Edelmetalle sind in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit gefragter denn je. Ob als Krisenwährung, Inflationsschutz oder Baustein für die Portfoliodiversifikation – Gold, Silber, Platin und Palladium spielen eine zentrale Rolle in der Geldanlage. Neben klassischen physischen Investments wie Barren und Münzen können Privatpersonen heute aus einer Vielzahl zeitgemäßer Alternativen wählen:


Börsengehandelte Produkte (ETCs), Minenaktien, Fonds oder strukturierte Wertpapiere ermöglichen unterschiedliche Anlagestrategien – abgestimmt auf individuelle Bedürfnisse und Risikoprofile.

 

In diesem Whitepaper bieten wir Ihnen einen umfassenden Überblick rund um das Edelmetall-Investment:

 

Dieser Marktbericht bietet einen umfassenden Überblick rund um Edelmetall-Investments. Er beleuchtet verschiedene Anlageformen, von physischen Investments über börsengehandelte Produkte bis hin zu anderen Optionen. Dabei wird auch auf spezifische Angebote wie die EUWAX-Gold-Reihe eingegangen, um die Funktionsweise moderner Edelmetall-Investments zu veranschaulichen.

 

Durch konkrete Vergleiche, Entscheidungshilfen und objektive Informationen ermöglicht der Bericht eine fundierte Einordnung von Edelmetall-Investments.

 

► Tipp: Abonnieren Sie unsere Newsletter – so verpassen Sie keinen aktuellen Marktbericht!

Edelmetalle im Fokus

In Zeiten geopolitischer Spannungen und technologischer Umbrüche gewinnen Edelmetalle wieder an Bedeutung. Ihre Rolle geht dabei über die klassische Funktion als Krisenwährung hinaus – zumindest bei Silber, Platin und Palladium. Diese Metalle sind auch als Industriematerialien gefragt, etwa in der Automobilbranche, der Energietechnik oder der Elektronik. Gold hingegen bleibt vor allem ein strategischer Anlagebaustein und wird von vielen Investoren als „sicherer Hafen“ geschätzt.

 

Globale Megatrends wie die Energiewende, Digitalisierung und Infrastrukturprogramme treiben die Nachfrage nach Edelmetallen zusätzlich an. Gleichzeitig bleibt das Angebot begrenzt – sowohl durch geologische Gegebenheiten als auch durch politische Rahmenbedingungen in Förderländern.

 

Auch Zentralbanken setzen verstärkt auf Gold: Seit der Finanzkrise 2008 sind sie wieder auf der Käuferseite aktiv. Allein im Jahr 2024 wurden weltweit 1.045 Tonnen Gold netto zugekauft – das dritte Jahr in Folge mit einem Volumen über der 1.000-Tonnen-Marke. Besonders aktiv zeigten sich Notenbanken aus Ländern wie Polen (90 t), Türkei (ca 75 t), Indien (72,6 t) und China (ca. 44 t). Die Gründe liegen unter anderem in der Suche nach Stabilität, Diversifikation der Währungsreserven und Absicherung gegen geopolitische Risiken. Die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken belaufen sich aktuell auf 36.359,5 Tonnen, mit den USA (8.133,5 t) und Deutschland (3.350,3 t) an der Spitze. 

 

Die Preisentwicklung der Edelmetalle zeigt über die letzten fünf Jahre eine insgesamt robuste Performance. Gold, Silber, Platin und Palladium verzeichneten positive Durchschnittsrenditen. Aktuell notieren Gold und Silber im Bereich ihrer Allzeithochs. Besonders Silber profitiert von der steigenden industriellen Nachfrage – etwa aus der Solar- und Halbleiterbranche. Platin und Palladium bleiben essenziell für die Automobilindustrie, insbesondere bei Katalysatoren und alternativen Antriebstechnologien.

Invest 2026: Gratis-Ticket sichern

Invest – Das Finanzevent für deine Zukunft

In Edelmetalle investieren, aber wie?

 

Edelmetalle gelten seit Jahrhunderten als wertstabile Anlageform – heute stehen Anlegern mehr Möglichkeiten denn je offen, um von ihrer Entwicklung zu profitieren. Ob physisch als Barren oder Münzen, über börsengehandelte Produkte wie ETCs, durch Beteiligung an Minenunternehmen oder über Derivate: Die Vielfalt der Investitionsformen erlaubt eine individuelle Ausrichtung je nach Risikoprofil, Liquiditätsbedarf und strategischer Zielsetzung. Im Folgenden werden die wichtigsten Anlageformen im Edelmetallbereich vorgestellt und hinsichtlich ihrer Chancen, Risiken und Besonderheiten beleuchtet.

Physische Edelmetalle

 

Der physische Erwerb von Edelmetallen in Form von Barren oder Münzen ist für viele Anleger der erste Schritt in die Welt der Edelmetall-Investments. Die Faszination, einen Goldbarren oder eine Silbermünze in den Händen zu halten, ist unbestreitbar. Dieser direkte Besitz bietet eine gewisse Unabhängigkeit von Finanzsystemen und kann in Krisenzeiten ein beruhigendes Gefühl vermitteln.

 

Allerdings bringt diese Form des Investments auch Herausforderungen mit sich. Die sichere Lagerung ist ein zentrales Thema: Bankschließfächer oder spezielle Tresore sind notwendig, verursachen aber laufende Kosten. Zudem kann die Liquidität eingeschränkt sein, da der An- und Verkauf oft aufwendiger ist als bei börsengehandelten Produkten. Ein weiterer Aspekt sind die Kosten: Besonders bei kleinen Mengen können hohe Spreads zwischen An- und Verkaufspreis entstehen. Nicht zuletzt gibt es rechtliche Aspekte zu beachten, wie die Legitimationspflicht ab bestimmten Beträgen.

Börsengehandelte Edelmetalle: Investieren mit ETCs 

 

Für Anleger, die die Vorteile von Edelmetall-Investments nutzen möchten, ohne sich um physische Lagerung zu kümmern, bieten Exchange Traded Commodities (ETCs) eine attraktive Alternative. Diese börsengehandelten Produkte kombinieren die Wertentwicklung von Edelmetallen mit der einfachen Handelbarkeit von Aktien.

 

Die Börse Stuttgart hat mit ihren EUWAX-Gold-Produkten verschiedene Möglichkeiten entwickelt, in Gold zu investieren. Diese Produkte adressieren unterschiedliche Anlegerbedürfnisse und bieten jeweils spezifische Vorteile:

Die EUWAX-Gold-Produkte

 

EUWAX Gold Core setzt auf vollständige physische Hinterlegung nach dem LBMA Good Delivery Standard. Dieser international anerkannte Qualitätsstandard legt Anforderungen an Reinheit, Gewicht, Form und Herkunft von Goldbarren fest und gewährleistet deren Handelbarkeit an den wichtigsten Edelmetallmärkten weltweit. Die Lagerung erfolgt bei professionellen Verwahrstellen in Deutschland, der Schweiz und London. Als börsennotiertes Produkt unter deutscher Regulierung bietet es eine hohe Liquidität.

 

EUWAX Gold II ist eine Weiterentwicklung des ursprünglichen EUWAX Gold und bietet eine klar definierte steuerliche Gleichstellung mit physischem Gold. Ein Anteil entspricht einem Gramm Gold, das physisch hinterlegt ist. Die kostenfreie Auslieferung ist ab 100 Gramm möglich. Ein besonderer Vorteil für langfristig orientierte Anleger: Bei Einhaltung einer Mindesthaltedauer von zwölf Monaten sind Veräußerungsgewinne steuerfrei – analog zur Regelung für physisches Gold in Deutschland.

 

EUWAX Gold Traceable richtet sich an Anleger mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Herkunftstransparenz. Die physische Hinterlegung ist vollständig gegeben. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Rückverfolgbarkeit der Herkunft des Goldes, zudem wird ein zertifizierter CO₂-Fußabdruck ausgewiesen. Auch hier erfolgt die Lagerung bei spezialisierten Verwahrstellen in der Schweiz und London.

Diese ETCs bieten gegenüber dem physischen Besitz mehrere Vorteile: Es fallen keine direkten Lagerkosten an, und Sicherheitsrisiken werden minimiert. Die hohe Liquidität und einfache Handelbarkeit ermöglichen flexibles Agieren am Markt. Oft sind auch die Transaktionskosten geringer als beim physischen Handel. Ein besonderer Vorteil einiger Produkte ist die Möglichkeit zur physischen Auslieferung, die eine Brücke zwischen der Welt der ETCs und dem klassischen Goldbesitz schlägt.

 

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ETCs rechtlich als Schuldverschreibungen gelten und somit einem Emittentenrisiko unterliegen. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten könnte es zu Verlusten kommen, insbesondere wenn die physischen Edelmetallbestände nicht getrennt verwahrt werden.

Anleger sollten sorgfältig prüfen, welche Form des Edelmetall-Investments am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen und ihrer Risikobereitschaft passt.

 

Weitere Informationen zu den Goldprodukten der Börse Stuttgart sind zu finden unter: https://www.euwax-gold.de

„Ein Vorteil liegt in der einfachen Handhabung: Für den Erwerb sind keine Lagerlösungen oder Versicherungen erforderlich. Viele ETCs sind physisch besichert, das heißt, reale Edelmetallbestände – etwa Goldbarren – werden bei Treuhändern oder in Hochsicherheitslagern verwahrt.“

 

Jürgen Dietrich, Leiter des Fondshandels an der Börse Stuttgart

 

Video: Gold-Rallye und (k)ein Ende in Sicht?

 

Im Experten-Gespräch analysiert Kemal Bagci von BNP Paribas die Edelmetallmärkte: Gold setzt seine Rallye fort, Silber zeigt eine enge Korrelation zum Goldpreis, und Platin überrascht mit einer starken Entwicklung infolge von Angebotsengpässen. Bagci beleuchtet die Rolle der US-Notenbank (Fed), mögliche Zinssenkungen und die Auswirkungen eines schwächeren Dollars. Zudem erklärt er, wie Derivate-Anleger die Lage einschätzen und mit welchen Produkten sie auf die Entwicklung setzen können. 

 

► Jetzt Interview ansehen 

Minenaktien: Edelmetall-Investments mit unternehmerischer Hebelwirkung

 

Aktien von Förderunternehmen reagieren häufig überproportional auf die Preisentwicklung von Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin oder Palladium. Bei Investments in Minenaktien investieren Anleger nicht direkt in das Metall, sondern in Unternehmen, die Edelmetalle fördern, verarbeiten und vermarkten. Steigende Rohstoffpreise können sich positiv auf die Aktienkurse auswirken, während Preisrückgänge entsprechend stärkere Kursverluste nach sich ziehen. Es kann jedoch auch vorkommen, dass aktuelle Preisentwicklungen zunächst keinen unmittelbaren Einfluss auf die Einnahmen der Förderunternehmen und damit auf deren Aktienkurse haben. Viele Minengesellschaften verkaufen ihre geförderten Edelmetalle über sogenannte Terminkontrakte. Das bedeutet, dass die Verkaufspreise für aktuell geförderte Metalle bereits Monate im Voraus festgelegt wurden.

 

Der Unternehmenswert hängt nicht nur vom aktuellen Marktpreis des jeweiligen Rohstoffs ab, sondern auch von betrieblichen Faktoren wie Förderkosten, Managemententscheidungen, geopolitischen Rahmenbedingungen und der Qualität der Lagerstätten. Ein zentraler Einflussfaktor ist der sogenannte Förderpreis – also die Produktionskosten je geförderter Einheit des Edelmetalls. Liegt der Marktpreis deutlich über diesen Kosten, steigen die Margen und damit oft auch die Gewinne.

Video: Gold, Kupfer und Seltene Erden im Check

 

Rohstoffe bleiben ein aktuelles Investmentthema – von Gold über Kupfer bis hin zu seltenen Erden. Im Interview mit Richard „Richy“ Dittrich von der Börse Stuttgart spricht der Finanzjournalist Lars Erichsen über Chancen und Risiken im Rohstoffsektor und analysiert die aktuellen Trends bei Miningaktien. Im Fokus stehen Fragen wie: Welche Rolle spielt Kupfer in der Energiewende? Warum ist die Abhängigkeit von China bei seltenen Erden so kritisch? Und wann könnten Goldpreise wieder anziehen? Außerdem geht es um geopolitische Risiken, Recycling und die Zukunft nachhaltiger Rohstoffproduktion. 

 

► Jetzt Interview ansehen 

Gleichzeitig können externe Faktoren wie steigende Energiepreise, politische Eingriffe oder Umweltauflagen die Rentabilität belasten. Auch die Fähigkeit, neue Vorkommen zu erschließen oder bestehende effizient zu nutzen, spielt eine Rolle bei der Bewertung.

 

Minenaktien ermöglichen es Anlegern, an der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Unternehmen zu partizipieren. Erfolgreiche Förderunternehmen können Dividenden ausschütten und durch neue Projekte oder technologische Fortschritte zusätzliche Wertsteigerung erzielen. 

 

Allerdings sind Minenaktien mit spezifischen Risiken verbunden. Neben allgemeinen Marktschwankungen wirken unternehmensbezogene Faktoren wie Managementfehler, Unfälle oder politische Instabilität in Förderländern direkt auf den Kurs. Auch ESG-Kriterien gewinnen an Bedeutung: Unternehmen, die Umwelt- oder Sozialstandards nicht einhalten, können regulatorisch und reputativ unter Druck geraten.

Die 10 meistgehandelten Minenaktien an der Börse Stuttgart

Unternehmen 

WKN 

Ausgeführte Orders* 

Umsatz in €* 

876617 

2.317 

18,09 Mio. 

853823

2.266

24,50 Mio. 

A0LHKJ

2.174

14,28 Mio.

854693 

1.715

10,63 Mio.

A0RNL2 

1.506

9,91 Mio. 

A2PWVQ

1.486

11,40 Mio.

A0DJ0N 

1.366

10,53 Mio.

8603265 

1.291

10,75 Mio.

A3DZNR 

1.274 

2,07 Mio. 

A417GQ

1.250 

17,58 Mio.

* an der Börse Stuttgart im Zeitraum vom 01.09.2024 bis 10.10.2025 

ETFs und Fonds auf Minenaktien: Edelmetall-Investments mit breiter Streuung

 

Anleger, die in Minenunternehmen investieren, aber sich nicht auf einzelne Aktien festlegen möchten, können auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) oder aktiv gemanagte Rohstofffonds zurückgreifen. Diese Produkte bündeln Aktien von Förderunternehmen aus verschiedenen Edelmetallsektoren wie Gold, Silber oder Platin und ermöglichen eine breit gestreute Beteiligung am globalen Rohstoffmarkt.

 

Ein zentraler Vorteil liegt in der Diversifikation: Risiken einzelner Unternehmen – etwa durch operative Herausforderungen, politische Unsicherheiten oder Managemententscheidungen – können durch die breite Streuung innerhalb des Fonds abgefedert werden. ETFs, die große Minenindizes abbilden, bieten zudem eine hohe Liquidität und sind über Handelsplätze wie die Börse Stuttgart oder Xetra flexibel handelbar. Die passiv gemanagten ETFs sind häufig kosteneffizienter als aktiv verwaltete Fonds, da sie auf umfangreiche Analyseprozesse verzichten. Sie bilden einen Index möglichst genau ab.

 

Trotz der Streuung bleibt das Investment stark vom Branchenumfeld abhängig. Die Preisentwicklung der zugrunde liegenden Edelmetalle beeinflusst die Wertentwicklung direkt. Sinkende Metallpreise oder branchenspezifische Belastungen – etwa strengere Umweltauflagen – können sich negativ auswirken. Auch die Zusammensetzung des jeweiligen Index ist relevant: Manche Produkte enthalten neben klassischen Förderunternehmen für Edelmetalle auch Firmen aus angrenzenden Bereichen wie der Kohle- oder Stahlproduktion, was die Ausrichtung beeinflussen kann.

 

Ein weiterer Aspekt ist das Währungsrisiko. Viele Minengesellschaften sind in Ländern wie Kanada, Australien oder Südafrika ansässig und notieren in Fremdwährungen. Wechselkursbewegungen können sich daher zusätzlich auf die Fondsentwicklung auswirken – unabhängig von der Preisentwicklung der Edelmetalle.

Die 5 meistgehandelten Minen-ETFs an der Börse Stuttgart

ETF

WKN 

Ausgeführte Orders* 

Umsatz in €* 

A1JKQJ

2.000

34,27 Mio. 

ETF191

1.948

40,15 Mio. 

A12CCM

1.862

28,62 Mio.

A3DC8R

1.524

33,90 Mio.

A12CCL 

1.417

36,89 Mio. 

 

* an der Börse Stuttgart im Zeitraum vom 01.09.2024 bis 10.10.2025 

Strukturierte Wertpapiere: Edelmetalle mit Hebel und Strategie handeln


Strukturierte Wertpapiere ermöglichen es risikobewussten Anlegern, gezielt auf die Kursentwicklung von Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin zu setzen. Dabei lassen sich unterschiedliche Marktphasen – steigende, fallende oder seitwärts verlaufende Kurse – strategisch abbilden. Zu den gängigen Instrumenten zählen Knock-Out-Produkte, Optionsscheine, Faktor-Zertifikate sowie Discount-Zertifikate. Jedes Produkt folgt einer eigenen Struktur und bringt ein spezifisches Risikoprofil mit sich.

 

Ein zentrales Merkmal vieler strukturierter Produkte ist die Hebelwirkung: Mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz können überproportionale Gewinne erzielt werden – allerdings auch entsprechend hohe Verluste. Knock-Out-Produkte verfügen in der Regel über einen festen Basispreis und einen Knock-Out-Level. Wird dieser Schwellenwert erreicht, verfällt das Produkt sofort und kann wertlos werden. Optionsscheine sind meist mit einer festen Laufzeit ausgestattet und verfallen am Ende dieser Periode, sofern der zugrunde liegende Edelmetallpreis nicht die erwartete Richtung eingeschlagen hat. In beiden Fällen besteht ein Totalverlustrisiko.

 

Die Vielfalt an Ausgestaltungsformen erlaubt es, unterschiedliche Marktphasen gezielt zu nutzen. Call-Optionen ermöglichen Positionierungen auf steigende Kurse, Put-Optionen dienen zur Absicherung gegen fallende Preise. Auch bei seitwärts verlaufenden Märkten sind strukturierte Strategien möglich – etwa durch Discount-Zertifikate.

 

Strukturierte Wertpapiere sind komplex in ihrer Funktionsweise und Preisbildung. Sie erfordern ein fundiertes Verständnis der Produktmechanik, eine laufende Marktbeobachtung und aktives Risikomanagement. Zusätzlich besteht ein Emittentenrisiko: Im Insolvenzfall des Herausgebers kann das Produkt wertlos werden – unabhängig von der Entwicklung des zugrunde liegenden Edelmetalls.

 

Diese Produktkategorie eignet sich vor allem für Anleger, die kurzfristige Marktbewegungen gezielt nutzen möchten und bereit sind, ein erhöhtes Risiko zu tragen. Strukturierte Wertpapiere sind keine Alternative zu klassischen Edelmetall-Investments, sondern können als ergänzendes Instrument zur aktiven Portfolioausrichtung eingesetzt werden.

„Sicherer Hafen“ – Mythos oder Realität?


In Zeiten wirtschaftlicher oder geopolitischer Unsicherheit rückt Gold traditionell in den Fokus vieler Anleger. Historische Beispiele wie die Finanzkrise 2008 oder Phasen hoher Inflation zeigen, dass Gold in solchen Perioden häufig von Kapitalzuflüssen und Kursanstiegen profitiert. Als global anerkannter Sachwert unterliegt Gold weniger den Schwankungen von Währungen oder geldpolitischen Entscheidungen und wird daher oft als stabilisierendes Element im Portfolio betrachtet.

 „Auch in jüngster Zeit war Gold in Anbetracht der zahlreichen politischen Brandherde als sicherer Hafen gesucht. Sowohl von Privatanlegern, als auch Notenbanken rund um den Globus.“ 

 

Jürgen Dietrich, Leiter des Fondshandels an der Börse Stuttgart

Für Silber, Platin und Palladium fällt die Bewertung differenzierter aus. Diese Metalle sind stark in industriellen Prozessen eingebunden – etwa in der Elektronik, Photovoltaik oder Automobiltechnik. Ihre Preisentwicklung reagiert daher sensibler auf konjunkturelle Schwankungen und wirtschaftliche Trends.

 

Gold erfüllt somit am konsequentesten die Rolle eines „sicheren Hafens“. Die übrigen Edelmetalle weisen eine höhere Volatilität auf und eignen sich vor allem für Anleger, die neben dem Werterhalt auch auf industrielle Nachfrage setzen – und damit ein erhöhtes Risiko akzeptieren.

Was treibt die Preise? Fünf zentrale Einflussfaktoren


Die Preisentwicklung von Edelmetallen wird durch mehrere miteinander verknüpfte Faktoren beeinflusst:

 

  • Inflation und Zinsen
    In Phasen steigender Inflation und niedriger Zinsen verlieren klassische Geldanlagen an Attraktivität. Edelmetalle gelten dann als wertstabile Alternative.
  • Realzinsen
    Der Realzins – also der Nominalzins abzüglich der Inflation – spielt eine entscheidende Rolle. Bei negativen Realzinsen steigt das Interesse an Edelmetallen, da sie keinen laufenden Ertrag bieten, aber auch keinen inflationsbedingten Wertverlust
  • US-Dollar
    Edelmetalle werden weltweit in US-Dollar gehandelt. Für Anleger außerhalb des Dollarraums bedeutet das: Ein starker US-Dollar verteuert den Kauf von Edelmetallen in der jeweiligen Landeswährung und kann die Nachfrage dämpfen. Umgekehrt kann ein schwächerer Dollar die Nachfrage außerhalb der USA anregen und somit preistreibend wirken.
  • Krisen und Unsicherheit
    In geopolitisch oder wirtschaftlich angespannten Zeiten suchen Anleger Sicherheit. Edelmetalle gelten dann als Rückzugswert, was die Nachfrage steigen lässt.
  • Angebot und Nachfrage
    Die physische Verfügbarkeit – etwa durch Minenproduktion, Recycling, industrielle Nutzung oder Zentralbankkäufe – beeinflusst das Marktgleichgewicht und damit die Preisentwicklung.

„Die aktuellen Rekordhochs sind auf mehrere Einflussfaktoren zurückzuführen. Beobachter verweisen jüngst auf die sinkenden US-Zinsen, die zu einer erhöhten Nachfrage nach Gold führen.“

 

Jürgen Dietrich, Leiter des Aktienhandels an der Börse Stuttgart

Kurzporträts der wichtigsten Edelmetalle


Gold
Gold nimmt unter den Edelmetallen eine besondere Rolle ein. Es wird primär als Wertspeicher und Anlageform genutzt, dient Zentralbanken als Reservebestand und ist seit Jahrtausenden in der Schmuckherstellung etabliert. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit steigt die Nachfrage, da Gold als stabiler Sachwert und potenzieller Inflationsschutz gilt.

 

Silber
Silber kombiniert Eigenschaften eines Anlage- und Industriemetalls. Neben der Verwendung in Münzen und Barren findet ein Großteil der Produktion Einsatz in der Elektronik, Medizintechnik und Photovoltaik. Aufgrund seiner industriellen Nutzung ist Silber volatiler als Gold und reagiert stärker auf konjunkturelle Entwicklungen.

Gold

Silber

Platin
Platin ist seltener als Gold und Silber und wird überwiegend industriell verwendet – insbesondere als Katalysatormaterial in der Abgasnachbehandlung von Dieselfahrzeugen. Weitere Einsatzbereiche sind die Schmuckindustrie, der chemische Anlagenbau sowie Technologien rund um Wasserstoff und Brennstoffzellen. Die Preisentwicklung wird stark durch politische Rahmenbedingungen in Förderländern wie Südafrika beeinflusst.


Palladium
Palladium wird hauptsächlich in Katalysatoren für Benzinfahrzeuge eingesetzt. Die Nachfrage ist in den letzten Jahren durch strengere Umweltauflagen und steigende Fahrzeugproduktion gestiegen. Das Angebot ist geografisch konzentriert, insbesondere auf Russland und Südafrika, was zu Preisschwankungen führen kann. Als Wertaufbewahrungsmittel spielt Palladium eine untergeordnete Rolle.

Chancen und Risiken von Edelmetallen

Anlageklassen

Chancen 

Risiken 

Steuerliche Behandlung (DE)

Physische Edelmetalle (Barren, Münzen)

Krisenschutz, steuerfrei nach 12 Monaten Haltedauer, physischer Besitz

Lagerkosten, Diebstahlrisiko, eingeschränkte Liquidität, Legitimationspflicht

Steuerfrei nach 12 Monaten Haltedauer

ETCs

Hohe Liquidität und Handelbarkeit, geringe Kosten, keine Lagerkosten

Emittentenrisiko, kein physischer Zugriff im Krisenfall, Preisabweichungen bei synthetischer Abbildung

Physisch besichert: in der Regel nach 12 Monaten steuerfrei; syntehische ETCs: steuerpflichtig

Minenaktien

Hebel auf Goldpreis, mögliche Dividenden, Beteiligung am Unternehmenserfolg

Unternehmensrisiken, hohe Volatilität, Marktrisiken, Währungsrisiken

Steuerpflichtig (Abgeltungssteuer)

ETFs/Fonds

Diversifikation, einfache Handhabung, regelmäßiges Rebalancing

Marktrisiken, Managementfehler, Kostenstruktur, Währungsrisiken

Steuerpflichtig (Abgeltungssteuer)

Strukturierte Wertpapiere

Gezielte Strategieabbildung: je nach Produkttyp z.B. Hebel auf Basiswert oder Renditechancen bei Seitwärtsmärkten

Komplexität, hohes Risiko bei Hebelprodukten, Totalverlustrisiko bei Knock-Out-Produkten und Optionsscheinen, Emittentenrisiko

Steuerpflichtig (Abgeltungssteuer)

 

* an der Börse Stuttgart im Zeitraum vom 01.09.2024 bis 10.10.2025 

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Edelmetallen

Ein Edelmetall-Investment hat dein Interesse geweckt?

Dann nutze die Gelegenheit, deine Favoriten im Blick zu behalten: Mit deiner kostenlosen Watchlist verfolgst du die Kursentwicklung in Echtzeit – direkt an der Börse Stuttgart.


Setze individuelle Limits und lass dich per Push-Nachricht sofort informieren, sobald ein Schwellenwert erreicht wird. So verpasst du keine Bewegung mehr.


Jetzt eigene Watchlist anlegen und jederzeit informiert bleiben 

 

 

Bitte beachte die rechtlichen Hinweise und Angaben zu möglichen Interessenkonflikten.