Regierung kappt Wachstumsprognose – Konjunkturdaten liefern ein ernüchterndes Bild

Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 23.04.2026, 14:20 Uhr

Die Bundesregierung hat am Mittwoch ihre Frühjahrsprojektion vorgelegt und die Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent gesenkt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verwies auf den Krieg im Iran und die faktische Sperrung der Straße von Hormus, die zu Engpässen und Preisanstiegen bei Energie geführt hätten. Für 2027 rechnet die Regierung unter der Annahme einer baldigen Beruhigung des Konflikts mit einem BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent. Die Inflationsrate wird für 2026 auf 2,7 Prozent veranschlagt. Die Erholung stütze sich vor allem auf die Binnennachfrage, während der Export unter protektionistischen Maßnahmen und einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit leide.

 

Nur einen Tag später untermauern die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global für April das eingetrübte Bild. Der Gesamtindex für Deutschland fiel im April von 51,9 auf 48,3 Punkte – den tiefsten Stand seit Dezember 2024 und erstmals seit zehn Monaten wieder unter der Wachstumsschwelle von 50. Besonders der Dienstleistungssektor brach mit einem Indexwert von 46,9 auf ein 41-Monats-Tief ein. Die Industrie hielt sich mit 51,7 Punkten zwar im Wachstumsbereich, verlor jedoch ebenfalls deutlich an Dynamik. S&P-Ökonom Phil Smith sprach von einer Erholung, die „durch den Krieg im Nahen Osten gestoppt" worden sei, und verwies auf den stärksten Anstieg der Verkaufspreise seit über drei Jahren.

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Euro Bund-Future (EUREX)

An den Märkten dominiert am Donnerstag Zurückhaltung. Der DAX notiert bei rund 24.150 Punkten – ein Minus von 0,2 Prozent – und droht den vierten Verlusttag in Folge zu verbuchen. Der MDAX gibt 1,3 Prozent ab, der Euro Stoxx 50 verliert 0,3 Prozent. Am Rentenmarkt notiert der Euro-Bund-Future aktuell bei 125,58 Punkten, nach 125,27 Punkten in der Vorwoche. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe verharrt gegenüber der Vorwoche unverändert bei 3,03 Prozent. Die Rendite der dreißigjährigen Bundesanleihe ist leicht von 3,59 auf 3,55 Prozent zurückgegangen. 

 

Brent-Öl handelt bei 101,55 US-Dollar je Barrel und bleibt damit über der 100-Dollar-Marke, während Gold bei 4.730 Dollar notiert. Der Euro zeigt sich zum Dollar bei 1,169, ein minus von 0,13 Prozent. In Asien schlossen die meisten Börsen im Minus – der Nikkei verlor 0,75 Prozent, der Hang Seng gab 0,95 Prozent nach – wobei der südkoreanische Kospi gestützt von starken Konjunkturdaten gegen den regionalen Trend 0,9 Prozent zulegen konnte.

Marktgeschehen auf einen Blick

Gewinner

Verlierer

Häufigste Trades

Umsatzspitzenreiter

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