KI- und Energieaktien bleiben im Fokus der Anleger – Infineon und Micron klettern in dieser Woche auf Rekordhochs, Software-Aktien erleben ein Comeback
In unserem Aktien weekly erfahren Sie, welche Werte im Fokus unserer Anleger stehen – informativ & auf den Punkt.
Die Top 3 Inlandsaktien im Fokus
► SAP finanziert die KI-Offensive
► Siemens Energy: Energietechnik stützt den Kurs
► Infineon reitet die KI-Welle
Die 10 meistgehandelten Inlandsaktien
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Die Top 3 Auslandsaktien im Fokus
► Nvidia: Rekordnachfrage trifft auf politische Grenzen
► Micron: Knappheit treibt KI-Fantasie
► Microsoft zwischen Azure-Boom und KI-Kosten
Die 10 meistgehandelten Auslandsaktien
Die Top 3 meistgehandelten Inlandsaktien im Fokus
1. SAP finanziert die KI-Offensive
SAP hat in den vergangenen Wochen – wie viele Softwarewerte – spürbar aufgeholt, auch wenn es zuletzt zu Gewinnmitnahmen kam. Der Konzern hat gleichzeitig deutlich gemacht, dass er sein KI Geschäft ausbauen und in eine neue Wachstumsphase eintreten will. Um diese Strategie zu finanzieren, platzierte SAP Ende Mai eine Euroanleihe über 3,5 Milliarden Euro. Die Mittel sollen unter anderem zur Refinanzierung der jüngst angekündigten Übernahmen von Reltio und Prior Labs dienen. Damit bleibt der Fokus klar auf das Cloud Geschäft, Datenmanagement und KI Anwendungen gerichtet. Für die Aktie entscheidend wird nun, ob SAP die hohen Erwartungen an das Cloud Wachstum, Margenverbesserungen und neue KI Produkte operativ untermauern kann. Konkret bedeutet dies, ob die Integration der Zukäufe, der Ausbau des KI Portfolios und die stärkere Monetarisierung von Cloud Services die nächste Wachstumsstufe tatsächlich tragen.
2. Siemens Energy: Energietechnik stützt den Kurs
Seit Ende Mai ist Siemens Energy ein stark schwankender DAX-Wert. Nach der Kursrally der Vormonate rutschte die Aktie zunächst deutlich ab: Der Kurs fiel von gut 171 Euro auf rund 163 Euro und entfernte sich damit weiter vom 52-Wochenhoch bei knapp 192 Euro. Auslöser war weniger eine neue Belastung aus dem Konzern, sondern die Frage, ob die hohe Bewertung nach der Kursrally zu viel Zukunft eingepreist hat. Operativ stützt weiter die im Mai angehobene Prognose: Siemens Energy erwartet für 2026 nun 14 bis 16 Prozent vergleichbares Umsatzwachstum, eine Marge von 10 bis 12 Prozent und rund 8 Milliarden Euro freien Cashflow vor Steuern. Wichtig bleibt Siemens Gamesa, wo der Turnaround Fortschritte zeigt, aber noch nicht abgeschlossen ist. Gestützt wird der Konzern durch die satte Nachfrage nach Netztechnik, Gasturbinen und Energieinfrastruktur.
3. Infineon reitet die KI-Welle
Infineon hat auch in der abgelaufenen Woche den starken Lauf der Chipwerte bestätigt. Die Aktie erreichte Anfang Juni ein neues Rekordhoch bei 88,46 Euro, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Während der Dotcom-Blase im Sommer 2000 erreichte die Aktie ihr bisheriges Rekordhoch bei 77,62 Euro. Wichtigster Treiber bleibt aktuell die KI-Fantasie: Infineon ist Teil von Nvidias MGX-AI-Factory-Ökosystem und liefert Leistungselektronik für 800-Volt-Architekturen in Rechenzentren. Das passt zur im Mai angehobenen Prognose. Für das dritte Geschäftsquartal stellt der Konzern etwa 4,1 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht, für das Gesamtjahr soll der Umsatz deutlich steigen, die Segmentergebnismarge etwa 20 Prozent erreichen. Der freie Cashflow wird nun bei etwa 1,25 Milliarden Euro erwartet. Belastend wirkt, dass nach der Rally jeder Hinweis auf schwächere Automobilnachfrage oder Margendruck stärker ins Gewicht fielen. Unter dem Strich bleibt Infineon aber einer der gefragtesten deutschen KI-Chipwerte.
Aktie | WKN | Preisfestellungen | Rang |
716460 | 1.197 | 1 | |
ENER6Y | 1.013 | 2 | |
623100 | 1.005 | 3 | |
843002 | 802 | 4 | |
703000 | 730 | 5 | |
840400 | 535 | 6 | |
BAY001 | 509 | 7 | |
555750 | 421 | 8 | |
514000 | 400 | 9 | |
723610 | 373 | 10 |
* gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 29. Mai bis zum 04. Juni 2026 an der Börse Stuttgart
Die Top 3 meistgehandelten Auslandsaktien im Fokus
1. Nvidia: Rekordnachfrage trifft auf politische Grenzen
Seit der Präsentation der Quartalszahlen hat sich der Aktienkurs von Nvidia leicht abwärts entwickelt, allerdings stellt sich die Frage, ob der KI-Zyklus trotz China-Risiko weiter anhält. Die Quartalszahlen lieferten dafür den Kern: 81,6 Milliarden Dollar Umsatz und ein Ausblick von 91 Milliarden Dollar zeigen, dass die Nachfrage nach Rechenzentrumschips hoch bleibt. Zugleich bleibt China der größte Störfaktor. Washington verschärfte die Linie gegen Lieferungen moderner KI-Chips an chinesisch geführte Firmen außerhalb Chinas, weshalb Nvidia in ihrem Ausblick bereits ohne Rechenzentrumsumsatz aus China kalkuliert. Das bremst die Fantasie, ändert aber vorerst nichts am Wachstumsthema. Frische Impulse kamen von der jüngst in Taiwan ausgerichteten Computer-Fachmesse Computex: Die Vera Rubin Plattform geht in die Serienfertigung, und mit RTX Spark rückt Nvidias KI Strategie nun stärker auf den PC. Der US-Konzern kündigte außerdem ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden Dollar an und will die Quartalsdividende auf 0,25 Dollar je Aktie von bislang 0,01 Dollar je Anteilsschein erhöhen. Aktuell ist Nvidia an der Börse rund 5,2 Billionen Dollar wert.
Die Aktie von Nvidia war an der Börse Stuttgart auch in dieser Woche mit 655 Orders die am häufigsten gehandelte Auslandsaktie.
2. Micron: Knappheit treibt KI-Fantasie
Seit einigen Wochen bereits steht Micron im Zentrum des KI-Aufschwungs. Die Aktie hat die Marke von 1.000 Dollar übersprungen und der Börsenwert liegt inzwischen bei über einer Billion Dollar. Entscheidend für den Kurssprung von mehr als 50 Prozent in den vergangenen 2 Wochen ist derzeit die zunehmende Knappheit bei Speicherchips: Rechenzentren benötigen immer größere Mengen an HBM, DRAM und schnellen SSDs, während neue Produktionskapazitäten nur langsam aufgebaut werden. Diese Angebotsengpässe treiben die Speicherpreise spürbar nach oben – positiv für Micron, weil höhere Preise direkt die Margen stärken. Allerdings birgt die Entwicklung auch Risiken: Steigende Komponentenpreise könnten dazu führen, dass Rechenzentren oder PC und Smartphone Hersteller ihre Bestellungen drosseln, sobald die Kosten zu stark anziehen. Zugleich wächst der Druck durch Samsung, das zuletzt schnellere HBM4E-Muster auslieferte. Für die Aktie zählt nun, ob Micron den Vorsprung bei Qualität und Lieferfähigkeit hält. Der nächste harte Prüfstein ist der 24. Juni mit den Quartalszahlen: Dann muss sich zeigen, ob die Nachfrage weiter schneller wächst als das Angebot.
An der Börse Stuttgart haben die Anleger in dieser Woche auch die Micron-Aktie häufig gehandelt. Mit 653 Orders lag sie knapp auf Platz 2 der meistgehandelten Auslandsaktien.
3. Microsoft zwischen Azure-Boom und KI-Kosten
Software Aktien haben die Anlegergemeinde in den vergangenen Monaten deutlich gespalten. Im Zentrum steht die Frage, ob Künstliche Intelligenz den Sektor beflügelt – oder ob KI traditionelle Softwarelösungen langfristig ersetzt und damit ganze Geschäftsmodelle infrage stellt. Microsoft sucht daher nach neuen Ansätzen und entwickelt eigene KI Modelle, darunter ein spezielles Coding Modell für das in ihrer Office-Software integrierte KI-Modell Copilot. Ziel ist es, unabhängiger von OpenAI zu werden und Copilot stärker an Azure, Windows und die hauseigenen Entwicklerwerkzeuge zu binden. Auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz Build stellte der Konzern zudem den nächsten strategischen Schritt in Aussicht: KI Agenten, neue Geräteklassen und PCs mit Nvidia Technik sollen künftig ganze Arbeitsschritte selbstständig ausführen, statt lediglich bestehende Anwendungen zu ergänzen. Das Unternehmen erwartet dadurch eine steigende Cloud Auslastung, die Azure im laufenden Quartal währungsbereinigt um 39 bis 40 Prozent wachsen lassen soll. Gleichzeitig bleibt der massive KI Ausbau eine Belastung, da Rechenzentren und Hochleistungschips enorme Investitionen erfordern. Entscheidend wird daher sein, ob es Microsoft gelingt, KI stärker in den Alltag von Unternehmen und Privatnutzern zu integrieren.
Die Aktie von Microsoft war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 600 Orders die am dritthäufigsten gehandelte Auslandsaktie.
Aktie | WKN | Preisfestellungen | Rang |
918422 | 655 | 1 | |
869020 | 653 | 2 | |
870747 | 600 | 3 | |
A411ZM | 486 | 4 | |
A3CNLD | 412 | 5 | |
A2JG9Z | 407 | 6 | |
906866 | 406 | 7 | |
A1JX4P | 406 | 7 | |
A14Y6F | 380 | 9 | |
A1JGSL | 320 | 10 |
* gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 29. Mai bis zum 04. Juni 2026 an der Börse Stuttgart
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