Deutsche Industrie trotzt dem Iran-Krieg – Aufträge auf Dreijahreshoch
Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 07.05.2026, 11:15 Uhr
Inmitten des anhaltenden Iran-Krieges meldet die deutsche Industrie kräftig gestiegene Auftragseingänge: Im verarbeitenden Gewerbe lagen die Bestellungen im März laut einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamtes um 5,0 Prozent über dem Vormonat. Bemerkenswert dabei: Auch ohne die schwankungsanfälligen Großaufträge verzeichneten die Bestellungen ein Plus von 5,1 Prozent – das höchste Niveau seit Februar 2023. „Die Folgen des Iran-Krieges waren jedenfalls für die Industrie im März noch nicht spürbar", kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Den stärksten Impuls lieferte die Herstellung elektrischer Ausrüstungen mit einem Zuwachs von 21,5 Prozent zum Vormonat. Auch im Maschinenbau stiegen die Neubestellungen mit plus 6,9 Prozent deutlich an. Zugleich revidierte das Statistische Bundesamt den Februarwert nach oben: Statt 0,9 Prozent steht nun ein Plus von 1,4 Prozent zu Buche. Gitzel verweist dabei auf staatliche Ausgaben: „Von den höheren Rüstungsausgaben profitieren auch nachgelagerte Branchen wie etwa der deutsche Maschinenbau."
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Euro Bund-Future (EUREX)
An den internationalen Finanzmärkten dominiert die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges das Geschehen. Der DAX notiert am Donnerstag gegen 11 Uhr bei rund 24.905 Punkten kaum verändert und ringt damit weiter um die 25.000-Punkte-Marke. Auch der Euro Stoxx 50 zeigt sich mit einem leichten Plus bei 6.037 Punkten stabil. In Asien verbucht der Nikkei nach der Feiertagspause kräftige Gewinne von rund 5,6 Prozent, der Hang Seng legt ebenfalls zu (+1,6 Prozent).
An den Anleihemärkten spiegelt sich die nachlassende Inflationssorge wider: Der Bund-Future steigt auf 125,84 Punkte, verglichen mit 124,47 Punkten in der Vorwoche. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 3,00 Prozent, nach 3,08 Prozent in der Vorwoche; die dreißigjährige Laufzeit rentiert aktuell mit 3,53 Prozent nach zuletzt 3,58 Prozent. Haupttreiber ist der deutliche Rückgang der Energiepreise: Brent-Öl unterschreitet mit rund 99 US-Dollar je Barrel erneut unter der 100-Dollar-Marke, ein Minus von knapp 2,7 Prozent. Gold notiert bei etwa 4.732 US-Dollar je Feinunze, Silber zieht auf rund 79,60 US-Dollar an.

Marktgeschehen auf einen Blick
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