Iran-Deal und Fed - Märkte zeigen sich erholt

Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 18.06.2026, 16:15 Uhr

Heizereder, Steffen

Veröffentlicht am: 18.06.2026

Zuletzt bearbeitet am: 18.06.2026

Kevin Warsh leitete am Mittwoch erstmals die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve. Wie allgemein erwartet, beließ die Fed den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent – die Entscheidung fiel einstimmig. Weitaus mehr Aufmerksamkeit als das Ergebnis selbst zogen jedoch die aktualisierten Zinsprojektionen auf sich: Neun von 18 abstimmenden Notenbankern halten bis Jahresende mindestens eine Zinserhöhung für angemessen.

Im März hatte noch kein einziges Mitglied diese Einschätzung geteilt. Am Zinsterminmarkt stieg die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der September-Sitzung der Fed laut CME FedWatch Tool binnen eines Monats von rund 22 auf etwa 63 Prozent. „Kevin Warsh steht zum Ziel der Preisstabilität. Die Glaubwürdigkeit der Fed dürfte unter dem Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh nicht leiden und gerade dies ist die heutige zentrale Botschaft, kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Zeitgleich unterzeichneten die USA und der Iran eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges, das Medienberichten zufolge unter anderem die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Für den Ölmarkt folgte daraus weiterer Preisdruck: Brent-Rohöl gibt heute um 2,4 Prozent auf rund 76,80 US-Dollar je Barrel nach.

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DAX Performance Index

Auch an der Wall Street hinterließen die Fed-Signale zunächst Spuren: Gestern schlossen Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 im Minus. Heute jedoch erholten sich die Kurse – gestützt von der unterzeichneten Absichtserklärung im Iran-Konflikt: Der Dow Jones legt 0,51 Prozent zu, der S&P 500 gewinnt 0,75 Prozent und der Nasdaq 100 steigt 1,62 Prozent. Am US-Anleihemarkt zogen die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen als Reaktion auf die straffen Zinsprojektionen der Fed um 6 Basispunkte auf 4,49 Prozent an.

Die asiatischen Märkte reagierten uneinheitlich: Der Nikkei 225 erreichte bei 71.053 Punkten ein neues Allzeithoch, der Kospi in Seoul legte ebenfalls auf Rekordhöhe zu. Der Hang Seng in Hongkong dagegen gab rund 1,6 Prozent nach. Der DAX notiert am späten Nachmittag bei 24.948 Punkten und damit knapp 0,05 Prozent im Plus.

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