US-Inflation fällt überraschend stark
Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 15.07.2026, 12:25 Uhr
Heizereder, Steffen
Veröffentlicht am: 15.07.2026
Zuletzt bearbeitet am: 15.07.2026
Die US-Inflationsrate ist im Juni überraschend deutlich auf 3,5 Prozent im Jahresvergleich gefallen – nach 4,2 Prozent im Mai und klar unter den von Ökonomen erwarteten 3,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise laut der US-Statistikbehörde BLS um 0,4 Prozent – der stärkste Monatsrückgang seit April 2020. Haupttreiber war der Rückgang der Benzinpreise um rund 10 Prozent, ermöglicht durch die vorübergehende Teilöffnung der Straße von Hormus während der Waffenruhe im Juni.
Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel fiel auf 2,6 Prozent im Jahresvergleich, nach 2,9 Prozent im Mai. Freizeitausgaben verteuerten sich um 0,5 Prozent – ein Effekt, der laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, mit der Fußball-WM zusammenhängen dürfte.
„Auch wenn der deutliche Rückgang der Inflationsrate im Juni zunächst beruhigend wirken mag – mit der Wiederaufnahme der kriegerischen Handlungen im Persischen Golf haben sich die Teuerungsrisiken keineswegs erledigt", sagt Gitzel. Die jüngsten Eskalationen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise bereits wieder über 86 Dollar getrieben. „Sollte die Inflationsrate im Juli wieder höher ausfallen, könnte sich die Fed gezwungen sehen, im September ihre Leitzinsen zu erhöhen", so Gitzel. „Der Rückgang im Juni sollte keineswegs als Entwarnung interpretiert werden."
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DAX Performance Index
Der DAX notiert am Mittwochmittag rund 0,7 Prozent schwächer bei 24.970 Punkten. Belastend wirkt der weiter steigende Ölpreis: Die Nordseesorte Brent notiert auf dem höchsten Niveau seit einem Monat. US-Präsident Trump drohte dem Iran im Interview mit Fox News mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken und kündigte weitere Nachtangriffe an.
An der Wall Street hatten die Inflationsdaten am Vortag für Erleichterung gesorgt: Der Nasdaq 100 legte 1,1 Prozent zu, der S&P 500 stieg um 0,4 Prozent. In Asien setzte sich die Erholung am Mittwoch fort: Der Kospi sprang um 6,2 Prozent nach oben, der Nikkei 2255 gewann 1,5 Prozent. Zusätzlichen Rückenwind lieferte der niederländische Chipausrüster ASML, der seine Jahresprognose zum zweiten Mal anhob und damit Technologiewerte stützte. Gold notiert bei rund 4.031 Dollar.

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