ETF weekly: Europas späte Infrastrukturwende
ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.
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ETF weekly:
Chart der Woche: Europas späte Infrastrukturwende
ETF-Anlegertrends
Top 30 der meistgehandelten ETFs
Anlegertrends nach Anlageklassen
ETF im Fokus
Index im Fokus
Iran-Gespräche in der Schweiz mit ersten Fortschritten – Straße von Hormus erneut gesperrt
Chart der Woche: Europas späte Infrastrukturwende
Europas Infrastrukturbedarf ist seit Langem bekannt. Neu ist die wachsende Projektpipeline – und mehr politischer Rückenwind für private Investitionen.
„Oh je! Oh je! Ich komme zu spät!“, murmelt das weiße Kaninchen zu Beginn von Alice im Wunderland. Nervös blickt es immer wieder auf seine Uhr – fast so, als wartete es an einem deutschen Bahnhof auf den verspäteten Zug. Deutsche Züge sind längst zu einem Sinnbild dafür geworden, was jahrelange Unterinvestitionen für Produktivität, öffentliches Vertrauen und den wirtschaftlichen Alltag bedeuten können.1
Gerade das macht Schienennetze zu einem guten Beispiel für Europas Chancen und Herausforderungen. Unser Chart der Woche zeigt, dass der alte Kontinent derzeit über einen größeren Bestand angekündigter Infrastruktur-Großprojekte verfügt als Nordamerika. Die Gründe liegen auf der Hand. Mehr Versorgungssicherheit im Energiebereich erfordert Netze, Speicher und zusätzliche Erzeugungskapazitäten. Digitale Souveränität braucht Rechenzentren und die dafür nötige Stromversorgung. Industriepolitik ist auf leistungsfähige Verkehrswege, Häfen und Logistik angewiesen. Und Verteidigungsplanung umfasst zunehmend alle drei Bereiche.
Für Anleger, auch außerhalb Europas, ist entscheidend, ob aus dem lange bekannten Investitionsstau nun tatsächlich finanzierbare Projekte entstehen. Frühe Projekte, etwa öffentlich finanzierte und weithin sichtbare Bahnsanierungen, sind deshalb nicht nur wegen ihrer unmittelbaren wirtschaftlichen Wirkung wichtig. „Europas Infrastrukturgeschichte bewegt sich von der Absicht zur Umsetzung“, sagt Richard Marshall, Head of Infrastructure Research bei der DWS. „Entscheidend wird sein, wie rasch öffentliche Mittel und Planungsreformen aus lange bekannten Bedürfnissen umsetzbare Projekte und Anlagechancen machen können.“
Die Umsetzung bleibt die eigentliche Schwierigkeit. Doch immerhin werden nationale Investitionspläne zunehmend von Reformen begleitet. Sie sollen Genehmigungen beschleunigen und privatem Kapital bessere Voraussetzungen bieten. In Deutschland sollen öffentliche Mittel vor allem in Kernbereiche wie nationale Schienen- und Stromnetze fließen. Zugleich geht es darum, private Mittel stärker in digitale Infrastruktur, erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu lenken.
Nach den Verzögerungen und Enttäuschungen der Vergangenheit wird es nicht allen leicht fallen, daran zu glauben. Auch Alice fällt zunächst tief, nachdem sie dem weißen Kaninchen in den Bau folgt. Europas Infrastrukturvorstoß wird über Nacht kein wirtschaftliches Wunderland schaffen. Gelingt er aber, könnte er nicht nur mehr Versorgungssicherheit, saubereren Strom, bessere Netze, zusätzliche Rechenzentren und größere strategische Eigenständigkeit bringen. Er könnte auch etwas weniger Greifbares, aber nicht minder Wichtiges wiederherstellen: das Vertrauen der Anleger, dass Europa aus verspäteten Versprechen wieder glaubwürdige Chancen machen kann.
Das Volumen angekündigter Infrastrukturprojekte: Europa versus Nordamerika*

Quellen: BMI Infrastructure Key Projects Data, DWS Investment GmbH; Stand 16.06.2026
* Die Analyse umfasst nur angekündigte Infrastruktur- und Großprojekte vor Baubeginn.
** Europa ohne Türkei, Russland, Zentralasien und die Ukraine.
1 Financial Times, June 13, 2026, “Germany’s €100bn bid to make the trains run on time”
Top 30 der meistgehandelten ETFs
Rang | WKN | Name | Trades | Total in € | Anlegertrend |
1 | A0RPWH | iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N. | 472 | 20.168.733 | Buy |
2 | A1JJTD | SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS | 189 | 5.765.511 | StrongBuy |
3 | A111X9 | iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF | 183 | 3.082.717 | StrongBuy |
4 | A0YEDL | iShares NASDAQ 100 UCITS ETF | 174 | 23.941.523 | Buy |
5 | A0YEDG | iShares Core S&P 500 UCITS ETF | 132 | 10.589.400 | Buy |
6 | A1XB5U | Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR) | 122 | 3.364.916 | Buy |
7 | DBX0AN | Xtrackers II EONIA UCITS ETF | 117 | 9.650.577 | Neutral |
8 | A1W4DP | S&P 500 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class) | 114 | 402.668 | Neutral |
9 | DBX1EU | Xtrackers DJ Euro STOXX 50 | 112 | 4.803.575 | Neutral |
10 | A0F5UF | iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE) | 108 | 11.904.011 | Buy |
11 | 593393 | iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) | 105 | 9.574.818 | Neutral |
12 | A1C9KK | HSBC MSCI WORLD ETF | 95 | 2.049.876 | StrongBuy |
13 | A0F5UH | iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) | 93 | 2.329.280 | StrongBuy |
14 | A1W37K | Stoxx Europe 600 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class) | 88 | 191.203 | Neutral |
15 | DBX1DA | Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR) | 77 | 8.375.586 | Buy |
16 | UB42AA | UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF | 77 | 1.011.447 | Buy |
17 | 263530 | iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE) | 76 | 2.465.511 | StrongBuy |
18 | A1JSHV | SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS | 72 | 1.570.080 | StrongBuy |
19 | A0HGV0 | iShares MSCI World UCITS ETF (Dist) | 69 | 724.391 | Neutral |
20 | LYX0AG | Lyxor ETF MSCI World | 65 | 690.434 | Sell |
21 | A0X8ZS | AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF | 63 | 466.339 | Neutral |
22 | A1103E | Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR) | 59 | 2.750.470 | StrongBuy |
23 | A0HGWC | iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist) | 54 | 1.400.408 | StrongBuy |
24 | DBX0EY | Xtrackers II IBOXX EUR LIQUID CORPORATE UCITS ETF | 50 | 1.249.862 | Buy |
25 | LYX0CB | Lyxor ETF New Energy | 49 | 308.280 | Neutral |
26 | DBX1A7 | Xtrackers STOXX® EUROPE 600 UCITS ETF (DR) | 49 | 3.046.545 | Neutral |
27 | A1JJTC | SPDR MSCI ACWI ETF UCITS | 48 | 737.846 | StrongBuy |
28 | A1C1H5 | iShares MSCI EM Asia UCITS ETF | 47 | 2.738.018 | StrongBuy |
29 | A1C1H3 | iShares MSCI Korea UCITS ETF (Acc) | 44 | 723.387 | Sell |
30 | 798328 | Lyxor ETF Euro STOXX 50 | 44 | 317.911 | Neutral |
Anlegertrends nach Anlageklassen
Geldmarkt | KW25 | KW24 |
| Neutral | 🡩 |
Anleihen |
|
|
Anleihen | Buy | ⭘ |
Anleihen Short | StrongSell | ⭘ |
Aktien Gesamtmarkt |
|
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| Buy | ⭘ |
- Europa |
|
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Deutschland (Long) | Buy | ⭘ |
Deutschland, gehebelt (Leverage) | StrongSell | 🡫🡫 |
Deutschland, negativ (Short) | Sell | ⭘ |
Deutschland (Nettoposition) | Neutral | 🡫 |
Eurozone (Long) | Buy | ⭘ |
Eurozone, gehebelt (Leverage) | StrongSell | ⭘ |
Eurozone, negativ (Short) | Sell | 🡩 |
Eurozone (Nettoposition) | Buy | ⭘ |
Sektor-Indices | Buy | ⭘ |
- Amerika, Asien, Global |
|
|
Nordamerika | Buy | ⭘ |
Südamerika | Buy | 🡩 |
Asien | Buy | ⭘ |
Global ex EM | Buy | ⭘ |
- Schwellenländer |
|
|
Emerging Markets | Buy | 🡫 |
EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA) | StrongSell | ⭘ |
EM Asien | Buy | ⭘ |
EM Lateinamerika | StrongBuy | 🡩🡩 |
Rohstoffe |
|
|
| Sell | 🡫🡫 |
Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro | ||
Geldmarkt | 14.896.510 | |
Anleihen Long | 11.567.215 | |
Anleihen Short | 27.260 | |
Aktien Long | 170.882.074 | |
Aktien Long gehebelt | 5.031.526 | |
Aktien Short | 781.861 | |
Aktien Short gehebelt | 292.142 | |
Rohstoffe | 154.949 | |
Gesamtumsatz | 203.736.238 | |
Jahresdurchschnitt | 220.841.668 | |
Jahreshoch | 355.331.381 | |
Jahrestief | 113.172.244 | |

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an.
ETF im Fokus
Mit dem synthetisch replizierenden Xtrackers Nasdaq 100 Swap UCITS ETF erhalten Anleger einen besonders präzisen und kostengünstigen Zugang zum US-Technologiewerteindex Nasdaq 100. Die Wertentwicklung des Börsenbarometers wird durch eine Swap-Struktur im ETF abgebildet, die auf Performanceeffizienz bei US-Engagements ausgelegt ist. Der ETF wurde in Irland aufgelegt und ist in einer thesaurierenden und einer ausschüttenden Variante (IE000EXUE0G2) erhältlich. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt 0,18 Prozent.
Index im Fokus: DAX
Der Leitindex DAX bildet die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Aktien deutscher Unternehmen ab. Industriewerte haben mit 36,4% die höchste Indexgewichtung. Danach folgen die Sektoren Finanzdienstleistungen mit 20,3% und Informationstechnologie mit 14,3%. Bei den Indexmitgliedern verfügt die Aktie von Siemens mit 11,9% über das höchste Gewicht. Danach folgen als Indexschwergewichte die Aktien von Allianz mit 9,0%, Siemens Energy mit 8,1% und SAP mit 8,0%.
Im Verlauf der letzten Woche kletterte der DAX um +1,4%. Seit Beginn des Jahres steht ein Gewinn von
2,0% in den Büchern. Zuletzt haben wir den DAX Anfang März analysiert:“ Somit befindet sich der DAX, gemessen mittels Abstand zur 200-Tage-Linie, in der schlechtesten Marktverfassung der letzten zwei Jahre. Der Ausbruch über die obere Begrenzung (W) des Seitwärtskanals hat sich als Fehlsignal herausgestellt. Insofern könnte der DAX wieder in eine Bewegungsphase innerhalb des Seitwärtskanals eingetreten sein. Die untere Begrenzung lässt sich mittels der Tiefpunkte vom 19. Juni 2025 (23.057) und 21. November 2025 (23.092) herleiten. Allerdings könnte eine neue Eskalationsstufe beim Iran-Krieg den DAX schnell in Richtung der relevanten Unterstützung (22.675) fallen lassen. Als Folge dessen könnte eine negative Trendwende drohen.“ Wie wir heute wissen, ist der DAX für einige Handelstage unter die relevante Unterstützung gerutscht. Erstmals am 20. März mit einem Endstand von 22.380 Punkten. Das Tief erreichte der deutsche Leitindex am 27. März bei 22.301 Punkten. An diesem Tag notierte der DAX -12,3% unter dem Hoch vom 13. Januar 2026. Als relevante Unterstützung (rU) für die Fortsetzung des Aufwärtstrends hatten wir bisher die Marke von 22.675 Punkten definiert.


Diese Marke liegt -10,8% unter dem Rekordhoch. Ohne die Verzerrung durch die US-Zollpolitik hatte bisher das größte Verlustausmaß im Trendverlauf -10,8% betragen (Korrekturtief am 27. Oktober 2023). Somit hätte die Kursschwäche im März durchaus eine negative Trendwende ankündigen können. Wie wir heute wissen blieb allerdings ein negatives Bestätigungssignal aus. Bereits am 31. März endete der Handel wieder oberhalb der relevanten Unterstützung. Darauf folgte eine dynamische Erholungsbewegung. Am 25. Mai kletterte der DAX bis -0,1% unter sein Rekordhoch. Insofern könnte der DAX schon bald mit einem neuen Allzeithoch ein Bestätigungssignal für die Gültigkeit des übergeordneten Aufwärtstrends senden. Allerdings zeigt das Chartbild auch, dass der DAX seit einem Jahr über keine starke Aufwärtsdynamik verfügt, sondern sich tendenziell in einem Seitwärtstrendkanal bewegt. Insofern könnte aktuell ein Abwarten an der Seitenlinie die dominante Strategie sein.
* Definition Indexkonzentration: Hoch: Die Top 5 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Mittel: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Gering: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von unter 50%.
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