ETF weekly: Preisdruck mit Verzögerung?

ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.

► Tipp: Abonnieren Sie unseren ETF weekly für die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt.

ETF weekly: 

Chart der Woche: Preisdruck mit Verzögerung?

► Mehr erfahren 

ETF-Anlegertrends

Top 30 der meistgehandelten ETFs

Mehr erfahren 

Anlegertrends nach Anlageklassen

Mehr erfahren 

ETF im Fokus

► Mehr erfahren

Index im Fokus

►  Entfällt leider

Täglicher Marktbericht: KI-Rally reißt ab – Nasdaq mit größtem Tagesverlust seit April 2025

►  Mehr erfahren

Chart der Woche: Preisdruck mit Verzögerung?

Lange galt Inflation im Euroraum als erledigtes Thema. Nun mahnen steigende Preiserwartungen der Industrie zur Wachsamkeit – aber nicht zur Panik.


„Die Wahrheit ist selten rein und niemals einfach“ – nicht nur in Oscar Wildes „Ernst sein ist alles“. Über Jahre war die Inflation im Euroraum fast zu langweilig. Verbraucher, Unternehmen und Märkte hatten sich daran gewöhnt, niedrige und stabile Preise als Normalfall zu betrachten. Seit 2022 hat sich der Reflex ins Gegenteil verkehrt: Jede beunruhigende Entwicklung steht sofort unter Verdacht, der Auftakt zu einer neuen Runde unangenehmer Überraschungen zu sein.

Unser Chart der Woche zeigt die Preisentwicklung bei Waren ohne Energie im Vergleich zu den Preiserwartungen der Industrie – Letztere um zwölf Monate nach vorn verschoben. Damit wird der direkte Einfluss der Energiepreise auf die Gesamtinflation ausgeblendet. Zur Kristallkugel wird die Grafik dadurch nicht. Die Preissetzungserwartungen der Unternehmen können sich rasch ändern, falls etwa Lieferengpässe zunehmen oder sich die Finanzlage der privaten Haushalte verdüstert. Genau deshalb liefern die Erwartungen der Hersteller nützliche Frühindikatoren. Wie die Grafik zeigt, bewegen sich Fabrikpreise häufig vor den Verbraucherpreisen: Erst steigen für Produzenten die Kosten, dann entscheiden sie, ob und in welchem Umfang sie diese weitergeben können. Danach testet der Einzelhandel, wie viel die Haushalte tatsächlich akzeptieren.

Ganz deckungsgleich verliefen beide Linien nie. In den Jahren 2021 und 2022 schnellten die Energiepreise nach oben, Lieferketten gerieten ins Stocken, und staatliche Hilfen stützten in weiten Teilen der entwickelten Welt die Kaufkraft. Die Hersteller erhöhten zuerst ihre Preise; die Inflation bei Konsumgütern folgte mit Verzögerung. 2023 und 2024 drehte sich der Prozess um. Der Druck in den vorgelagerten Produktionsstufen ließ nach, doch frühere Preiserhöhungen kamen erst nach und nach in den Geschäften an – und noch etwas später auf so manchem Lohnzettel.

Die Gefahr liegt nun gar nicht so sehr in einer Wiederholung von 2022 als in der Macht der jüngsten Erinnerung. Bisher spricht wenig für eine neue Lohn-Preis-Spirale wie 2022. Zwar sind die Preiserwartungen der Industrie deutlich gestiegen, die Inflation bei Konsumgütern bleibt jedoch verhalten. „Sofern sich die Störungen in den Lieferketten nicht verschärfen, dürfte die vergleichsweise schwache Nachfrage die Weitergabe höherer Kosten an die Verbraucherpreise bremsen“, sagt Ulrike Kastens, Senior Economist bei der DWS.

Für Anleger ist aber entscheidend, dass die Erinnerung an 2022 ihre Schatten vorauswirft. Die Notenbanken reagierten damals eher langsam. Diesmal, denken wir, werden sie sich hüten, sich allzu früh festzulegen. Schwächeres Wachstum spricht für niedrigere Renditen; neuer Druck bei Güterpreisen begrenzt jedoch den Spielraum für Entlastung. François Villeroy de Galhau, der scheidende Gouverneur der Banque de France, hat kürzlich betont, dass Notenbanken Inflationserwartungen verankert halten und zugleich auf neue Daten reagieren müssen.1 Bis dahin dürfte jede Zahl an den Märkten genau seziert werden. Oscar Wilde hätte das kaum überrascht: Sein Stück trug den Untertitel „Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute“.

Investieren in Gold

Die Gold-ETCs der Börse Stuttgart: EUWAX Gold Core und EUWAX Gold II

Konsumgüterinflation und Erzeugerpreiserwartungen im Euroraum

Quellen: Haver Analytics, Eurostat, S&P Global, DWS Investment GmbH; Stand 03.06.2026

* HVPI: Harmonisierter Verbraucherpreisindex: Inflation bei Konsumgütern ohne Energie

** PMI: Purchasing Managers‘ Index: Preiserwartungen im verarbeitenden Gewerbe, um zwölf Monate nach vorne verschoben

1 François Villeroy de Galhau in The Economist, May 25, 2026, “A central banker’s lessons from a fragmented decade.”

ETF-Anlegertrends: ETF-Markt im Detail

Top 30 der meistgehandelten ETFs

Rang

WKN

Name

Trades

Total in €

Anlegertrend

1

A0RPWH

iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N.

520

18.275.089

Buy

2

A1JJTD

SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS

303

6.080.734

StrongBuy

3

A111X9

iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF

257

4.137.567

StrongBuy

4

A0YEDL

iShares NASDAQ 100 UCITS ETF

199

25.027.111

StrongBuy

5

DBX0AN

Xtrackers II EONIA UCITS ETF

155

12.784.962

Neutral

6

A1XB5U

Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR)

129

1.072.370

Buy

7

A0F5UF

iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE)

114

11.363.402

Buy

8

A0F5UH

iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)

110

2.682.711

StrongBuy

9

A0YEDG

iShares Core S&P 500 UCITS ETF

99

10.412.644

StrongBuy

10

A1C9KK

HSBC MSCI WORLD ETF

92

2.921.339

StrongBuy

11

593393

iShares Core DAX® UCITS ETF (DE)

83

6.774.199

Sell

12

DBX1EU

Xtrackers DJ Euro STOXX 50

82

1.272.591

Sell

13

A1103E

Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR)

81

11.759.506

Buy

14

A0HGV0

iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)

65

1.501.295

Buy

15

A1C1H3

iShares MSCI Korea UCITS ETF (Acc)

64

1.091.303

Buy

16

DBX1DA

Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR)

63

4.893.254

Buy

17

LYX0AG

Lyxor ETF MSCI World

63

793.618

Sell

18

LYX0GP

Lyxor ETF MSCI WORLD Information Technologies TR

57

561.719

Sell

19

263530

iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)

54

1.506.452

StrongBuy

20

A0HGWC

iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist)

53

432.603

Neutral

21

UB42AA

UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF

52

1.064.900

Neutral

22

DBX1MW

Xtrackers MSCI WORLD INDEX UCITS ETF

50

479.239

StrongSell

23

A1C1H5

iShares MSCI EM Asia UCITS ETF

49

3.028.032

StrongBuy

24

DBX1A7

Xtrackers STOXX® EUROPE 600 UCITS ETF (DR)

49

1.778.546

Sell

25

A1JSHV

SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS

46

313.041

Sell

26

A1JJTC

SPDR MSCI ACWI ETF UCITS

45

1.975.345

StrongBuy

27

A0RPWG

iShares MSCI Europe UCITS ETF Registered Shares Acc. EUR o.N.

45

482.967

StrongBuy

28

622391

iShares S&P 500 UCITS  ETF (Dist)

45

952.887

Neutral

29

A0X8ZS

AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF

45

370.216

Neutral

30

628938

iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE)

42

386.908

Sell

Anlegertrends nach Anlageklassen

Anlegertrends nach Anlageklassen

Geldmarkt

KW23

KW22

 

Buy

🡩

Anleihen

 

 

Anleihen

Buy

🡩

Anleihen Short

StrongSell

Aktien Gesamtmarkt

 

 

 

Buy

- Europa

 

 

Deutschland (Long)

Neutral

🡩

Deutschland, gehebelt (Leverage)

Buy

🡩🡩

Deutschland, negativ (Short)

Neutral

Deutschland (Nettoposition)

Neutral

🡩

Eurozone (Long)

Neutral

🡩

Eurozone, gehebelt (Leverage)

StrongSell

🡫🡫

Eurozone, negativ (Short)

StrongSell

Eurozone (Nettoposition)

Neutral

🡩

Sektor-Indices

Buy

- Amerika, Asien, Global

 

 

Nordamerika

Buy

Südamerika

StrongSell

Asien

Buy

Global ex EM

Buy

- Schwellenländer

 

 

Emerging Markets

Buy

🡩

EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA)

StrongSell

EM Asien

Buy

EM Lateinamerika

StrongBuy

🡩🡩

Rohstoffe

 

 

 

Buy

🡩🡩

Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro

Geldmarkt

19.339.643

Anleihen Long

9.517.509

Anleihen Short

0

Aktien Long

160.128.003

Aktien Long gehebelt

7.804.053

Aktien Short

922.719

Aktien Short gehebelt

311.836

Rohstoffe

616.396

Gesamtumsatz

198.721.965

Jahresdurchschnitt

222.615.789

Jahreshoch

355.331.381

Jahrestief

113.172.244

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an. 

ETF im Fokus

 Mit dem Xtrackers MSCI World Value UCITS ETF partizipieren Anleger an der Wertentwicklung des MSCI World Enhanced Value Index. Dieser bietet Zugang zu sogenannten Substanzwerten der Industrieländer weltweit. Die Titel werden dabei mithilfe eines Wertfaktors ausgewählt. Der setzt sich zusammen aus drei Variablen: Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs zu künftigen Gewinnerwartungen sowie Unternehmenswert zu operativem Cashflow. Die Branchenverteilung im Index entspricht der des MSCI World. Die Zusammensetzung des Index wird halbjährlich überprüft.

Der ETF bildet die Wertentwicklung des MSCI World Enhanced Value Index durch vollständige Replikation, sprich den Erwerb aller Indexbestandteile nach. Die Dividendenerträge im ETF werden thesauriert, die Gesamtkostenquote des Produkts liegt bei 0,25 Prozent pro Jahr. In dem ETF stecken aktuell rund 4,4 Milliarden Euro Anlagevolumen.

Börse Stuttgart Anlegerclub

Exklusive Club-Events & spannende Insights

Häufigste Trades

Gewinner & Verlierer