ETF weekly: Inflationsrisiken am Horizont

ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.

► Tipp: Abonnieren Sie unseren ETF weekly für die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt.

ETF weekly: 

Chart der Woche: Inflationsrisiken am Horizont

► Mehr erfahren 

ETF-Anlegertrends

Top 30 der meistgehandelten ETFs

Mehr erfahren 

Anlegertrends nach Anlageklassen

Mehr erfahren 

ETF im Fokus

► Mehr erfahren

Index im Fokus

►  entfällt leider

Täglicher Marktbericht: DAX mit müdem Wochenauftakt

►  Mehr erfahren

Chart der Woche: Inflationsrisiken am Horizont

Frühere El-Niño-Phasen zeigen: Agrarpreise reagieren verzögert und uneinheitlich. Die aktuellen Risiken sollten trotzdem nicht unterschätzt werden.

Buchhaltung als waghalsiges Abenteuer auf hoher See – das klingt selbst für Monty-Python-Fans ziemlich absurd. Doch sobald El Niño wieder die Wetter- und Marktlage durcheinanderwirbelt, wird das Rechnen tatsächlich schwieriger. In den kommenden Monaten könnten Anleger und Notenbanken erneut feststellen, dass Wettermuster im Pazifik Inflation, Lieferketten und Markterwartungen weit über die Ozeane hinaus beeinflussen können. Das Phänomen entsteht im tropischen Pazifik: Ungewöhnlich warmes Oberflächenwasser schwächt die Passatwinde und verschiebt weltweit Niederschlagsmuster.1 Michael Lewis, Head of ESG Research bei der DWS, erklärt: „El Niño wird nicht durch den Klimawandel verursacht. In einer wärmeren Welt können sich die Effekte aber wechselseitig verstärken.“

Noch steht die neue Episode am Anfang. Frühindikatoren sprechen jedoch für einen besonders heftigen El Niño. Prognosen sehen die Meeresoberflächentemperaturen in Teilen des Pazifiks zeitweise mehr als 2,5 Grad über dem langfristigen Durchschnitt, möglicherweise nahe 3 Grad bis Anfang 2027.2 Seit 1980 gab es nur drei Phasen dieser Größenordnung: 1982/83, 1997/98 und 2015/16. Für statistisch belastbare Prognosen zu Agrarpreisen insgesamt sind das zu wenige Datenpunkte.

Unser Chart der Woche setzt deshalb enger an: Was geschah durchschnittlich in diesen Phasen mit Sojabohnen- und Palmölpreisen? Die Antwort ist differenzierter als manche Schlagzeile vermuten lässt. Beide Rohstoffe zeigten seit 1980 über zwei Jahre meist einen leicht steigenden Trend. Während starker El-Niño-Phasen lagen Sojapreise aber oft darunter. Palmöl folgte in diesen Phasen einem anderen Muster: erst Schwäche, später ein deutlicher Anstieg.

Dass die Preise für Soja und Palmöl so unterschiedlich reagierten, ist leicht erklärt. Soja wird in verschiedensten Weltregionen angebaut. Ausfälle aufgrund von mancherorts extremem Wetter können teilweise anderswo ausgeglichen werden. Palmöl ist stärker auf Südostasien konzentriert. Bleibt dort Regen aus, trifft es das Angebot oft erst mit Verzögerung – dann aber mit weniger Ausweichmöglichkeiten. Auch die Nachfrage zählt. Palmöl wird zwar zum Kochen verwendet, doch in den meisten Fällen könnte die Lebensmittelindustrie stattdessen auf Soja- oder Rapsöl ausweichen. Allerdings werden beide Pflanzen auch für Biokraftstoffe genutzt. Energiepreisschocks können daher zusätzliche Nachfrage in diese Märkte lenken. Die Öl- und Gaspreisschocks der vergangenen Monate könnten nun drohende Knappheiten bei diesen Lebensmitteln verstärken. Außerdem erlassen Regierungen im Rahmen der Bemühungen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, u.a. Biokraftstoffquoten, die dann zusätzlich die Nachfrage nach Pflanzenölen erhöhen, und verschärfen damit eine mögliche Angebotsverknappung bei Lebensmitteln.

El Niño ist also nicht nur Wetter- oder Ernährungsthema. Für Anleger dürfte es in den kommenden Monaten vor allem Volatilität bedeuten. Teure Düngemittel, unsichere Energiemärkte und fragile Lebensmittellieferketten verschärfen die Ausgangslage. „Preisanstiege bei Agrarrohstoffen dauern meist kürzer als bei Metallen oder Energie“, betont Darwei Kung, Co-Head of Commodities bei der DWS. „Ist das handelbare Angebot aber knapp, können schon kleine Ernteschocks die Preise heftig bewegen. Hinzu kommt der längerfristige Trend einer steigenden Nachfrage nach Biokraftstoffen, weil Regierungen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern wollen. Aus unserer Sicht dürfte der Preisdruck bei Lebensmitteln in den kommenden Monaten und Jahren weiter anhalten.“ Solche Effekte kommen oft verzögert und unterscheiden sich je nach Produkt und Region. Folgenschwer könnten sie dennoch sein, auch für die Geldpolitik: Nahrungsmittelpreise prägen Inflationserwartungen häufig stark, über ihr Gewicht im Warenkorb hinaus.

Investieren in Gold

Die Gold-ETCs der Börse Stuttgart: EUWAX Gold Core und EUWAX Gold II

Vergangene El Niños ließen Agrarpreise auseinanderlaufen

Quellen: DWS Investment GmbH; Bloomberg Finance L.P.; Stand 30.06.2026

1 NOAA Pacific Marine Environmental Laboratory, “What is El Niño?”, El Niño Theme Page.

2 The Economist, 16 June 2026, “Boy problems: The coming El Niño could be the strongest ever recorded”.

ETF-Anlegertrends: ETF-Markt im Detail

Top 30 der meistgehandelten ETFs

Rang

WKN

Name

Trades

Total in €

Anlegertrend

1

A0RPWH

iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N.

488

14.181.705

Buy

2

A1W4DP

S&P 500 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class)

263

469.963

Neutral

3

A1W37K

Stoxx Europe 600 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class)

211

268.218

Neutral

4

A111X9

iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF

179

7.695.912

StrongBuy

5

A0YEDL

iShares NASDAQ 100 UCITS ETF

173

27.443.419

Buy

6

A1JJTD

SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS

171

2.701.706

StrongBuy

7

A1XB5U

Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR)

153

2.593.385

Buy

8

A0YEDG

iShares Core S&P 500 UCITS ETF

132

22.401.144

Buy

9

DBX0AN

Xtrackers II EONIA UCITS ETF

121

9.402.724

Buy

10

A0F5UF

iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE)

117

8.708.400

Buy

11

A0F5UH

iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)

113

1.103.112

StrongBuy

12

A1C9KK

HSBC MSCI WORLD ETF

101

2.426.613

Buy

13

A0X8ZS

AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF

93

457.397

Buy

14

DBX1DA

Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR)

84

5.385.471

StrongSell

15

593393

iShares Core DAX® UCITS ETF (DE)

82

4.998.497

Sell

16

DBX1EU

Xtrackers DJ Euro STOXX 50

79

2.852.632

Buy

17

A0HGV0

iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)

75

2.861.702

Neutral

18

UB42AA

UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF

73

1.263.527

StrongBuy

19

LYX0AG

Lyxor ETF MSCI World

71

678.571

Sell

20

A1JSHV

SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS

68

718.213

StrongBuy

21

263530

iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)

66

873.845

Buy

22

798328

Lyxor ETF Euro STOXX 50

63

254.437

Neutral

23

DBX0EY

Xtrackers II IBOXX EUR LIQUID CORPORATE UCITS ETF

60

672.823

StrongBuy

24

A1103E

Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR)

59

1.620.628

StrongBuy

25

A0HGWC

iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist)

56

427.745

StrongBuy

26

A1JJTC

SPDR MSCI ACWI ETF UCITS

52

399.956

StrongBuy

27

LYX0AC

Lyxor ETF DAX

48

1.083.012

Sell

28

LYX0CB

Lyxor ETF New Energy

47

188.877

Buy

29

DBX0N8

Xtrackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus UCITS ETF

47

177.355

StrongBuy

30

LYX0AD

LYXOR UCITS ETF DAILY LevDAX

46

6.316.700

StrongSell

Anlegertrends nach Anlageklassen

Geldmarkt

KW27

KW26

 

Buy

🡩

Anleihen

 

 

Anleihen

Buy

Anleihen Short

StrongSell

Aktien Gesamtmarkt

 

 

 

Buy

- Europa

 

 

Deutschland (Long)

Sell

Deutschland, gehebelt (Leverage)

StrongSell

🡫🡫

Deutschland, negativ (Short)

StrongBuy

🡩🡩

Deutschland (Nettoposition)

Sell

🡫

Eurozone (Long)

StrongBuy

🡩

Eurozone, gehebelt (Leverage)

StrongSell

🡫🡫

Eurozone, negativ (Short)

Neutral

Eurozone (Nettoposition)

StrongBuy

🡩

Sektor-Indices

Buy

- Amerika, Asien, Global

 

 

Nordamerika

Buy

🡩

Südamerika

StrongSell

Asien

Buy

Global ex EM

Buy

- Schwellenländer

 

 

Emerging Markets

StrongBuy

🡩

EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA)

StrongSell

EM Asien

Buy

EM Lateinamerika

StrongSell

🡫🡫

Rohstoffe

 

 

 

Neutral

Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro

Geldmarkt

23.305.364

Anleihen Long

6.132.713

Anleihen Short

0

Aktien Long

162.760.624

Aktien Long gehebelt

9.855.349

Aktien Short

4.312.394

Aktien Short gehebelt

645.966

Rohstoffe

96.329

Gesamtumsatz

207.258.680

Jahresdurchschnitt

219.551.057

Jahreshoch

355.331.381

Jahrestief

113.172.244

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an. 

ETF im Fokus

Der Xtrackers-ETF bildet die Wertentwicklung des MSCI World Health Care Index ab. Dieser bietet Zugang zu Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus dem Gesundheitssektor (Klassifizierung nach Global Industry Classification Standard, kurz GICS) in den Industrieländern weltweit. Die Gewichtung der Unternehmen erfolgt nach dem Kriterium der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung. Die Zusammensetzung wird vierteljährlich überprüft.

Die Gesamtkostenquote des ETF liegt bei 0,25 Prozent pro Jahr. Der im März 2026 aufgelegte Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF zählt zu den größten und preiseffizientesten ETFs, die den MSCI World Health Care Index abbilden. Die Nachbildung des Index erfolgt durch vollständige Replikation, die Dividendenerträge werden thesauriert.

Börse Stuttgart Anlegerclub

Exklusive Club-Events & spannende Insights

Häufigste Trades

Gewinner & Verlierer