XETRA-SCHLUSS/Renditeanstieg und enttäuschender China-Gipfel drücken DAX
(Dow Jones Newswires)
DOW JONES--Kräftig abwärts ist es am Freitag am deutschen Aktienmarkt gegangen. Der DAX brach um 2,1 Prozent ein auf 23.951 Punkte. Deutlich steigende Renditen und Inflationssorgen wegen steigender Ölpreise belasteten. Dazu gesellte sich ein enttäuschender Gipfel in China: Wie befürchtet kehrte US-Präsident Donald Trump mit leeren Händen vom Treffen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping zurück. Verbindliche Zusagen zu einer Vermittlung Chinas im Iran-Krieg gab es nicht, entsprechend sprang die Ölsorte Brent um 2,9 Prozent auf 108,75 Dollar nach oben.
Auch gab es nicht die erhofften Mega-Deals für die vielen CEO der Technologie-Branche, die mit nach China gereist waren.
Die Inflationsangst durch lange Zeit hohe Ölpreise und gleichzeitige Staatsverschuldung sorgte für Ausbrüche von langlaufenden Renditen nach oben. Die 30-jährige Bundesanleihe sprang auf 3,67 Prozent, die zehnjährige Anleihe notierte auf einem 15-Jahreshoch.
Die massivsten Verluste wiesen Europas Minen-Aktien auf. Der Sektor gilt als wichtiges Barometer für die Konjunktur. Entsprechend fielen auch Titel wie Heidelberg Materials im DAX um 7,2 Prozent. Zudem verschärfte sich die Krise im deutschen Wohnungsbau im April massiv. Wie das Ifo-Institut mitteilte, brach das Geschäftsklima im Sektor so stark ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Angst vor einem Konjunktureinbruch drückte auch Vorzeigeaktien wie Siemens um 5,2 Prozent.
Aktien von Chip-Herstellern litten unter Zweifeln, ob die USA weitere Chipverkäufe nach China zulassen würden und ob China überhaupt vermehrt Chips importieren wollte. Dazu drückte der Zinsanstieg die sehr hohen Bewertungen der Technologieaktien und schob alle Branchenwerte ins Minus. Infineon schlossen 4,2 Prozent im Minus, Aixtron reduzierten sich um 6,0 Prozent.
Gegen den Trend erholten sich SAP um 2,0 Prozent. Auch die beiden Rückversicherer im DAX verzeichneten Kursgewinne.
Fraport verloren 4,7 Prozent. Die Streiks bei der Lufthansa hatten wie erwartet das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen im April erheblich geschmälert. Beim IT-Dienstleister Nagarro setzte sich im ersten Quartal die Nachfrage-Schwäche aus dem Vorquartal fort, die Aktie büßte x,x Prozent ein.
Freenet gewannen 3,9 Prozent. Das Unternehmen verdiente nach einem negativen Ergebniseffekt bei dem übernommenen Unternehmen Mobilezone im ersten Quartal weniger, dies war aber erwartet.
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Index zuletzt +/- % +/- % YTD
DAX 23.951 -2,1 -2,2
DAX-Future 23.983 -1,7 -0,8
XDAX 23.938 -1,8 -2,6
MDAX 31.365 -1,7 2,3
TecDAX 3.796 -1,6 4,7
SDAX 18.366 -1,3 6,9
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 124,16 -105
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mod/ros
(END) Dow Jones Newswires
May 15, 2026 11:48 ET (15:48 GMT)
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