MÄRKTE EUROPA/Nahost und Chip-Einbruch bremsen

(Dow Jones Newswires)

DOW JONES--Leichter sind die europäischen Börsen am Montag in die neue Handelswoche gestartet. Die Aktienmärkte werden von zwei Seiten in die Mangel genommen - über die Zinsseite nach dem Schock über den starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag einerseits und eine erneute Eskalation im Nahost-Konflikt andererseits. Nach einem Angriff Israels auf den Libanon schlug der Iran zurück, worauf wiederum Israel den Iran angriff, obwohl US-Präsident Trump versuchte hatte, Israels Premier Netanjahu davon abzuhalten. Der Brent-Ölpreis schießt wie üblich nach oben. Der DAX verliert 0,7 Prozent auf 24.588 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,7 Prozent auf 6.020 Zähler.

Der "Payroll-Schock" aus den USA greife direkt die extrem hohen Aktienbewertungen an, heißt es im Handel, nachdem die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA im Rahmen des US-Arbeitsmarktbericht für Mai doppelt so hoch wie erwartet ausgefallen war und Zinssenkungshoffnungen zunichte gemacht hatte. Zugleich ist die Erwartung einer US-Zinserhöhung per September auf über 38 Prozent gestiegen - verglichen mit 19,5 Prozent eine Woche zuvor. Die 10-jährigen US-Zinsen schnellten von unter 4,50 auf zeitweise über 4,60 Prozent nach oben - die zehnjährige Bundesanleihe rentiert auf dem höchsten Niveau seit zwei Wochen.

Darauf war der Nasdaq-Index am Freitag um über 4 Prozent eingebrochen. Der wichtige SOX-Index der US-Chipaktien sackte sogar um über 10 Prozent ab. Die europäischen Technologiewerte halten sich noch wacker. So geben ASML nur 1,2 Prozent nach, STMicro halten sich unverändert und Infineon können wie erhofft die nötige Stabilisierung erreichen und legen 0,3 Prozent zu.

Als Belastungsfaktor wird auch der Börsengang von SpaceX gesehen. Marktteilnehmer hatten auch ohne den "Payroll-Schock" schon mit Abgabedruck auf Technologiewerte gerechnet, weil in den Portfolios der Fonds Platz geschaffen und Liquidität generiert werden muss, um SpaceX-Aktien zu zeichnen. Der Börsengang soll fast 80 Milliarden Dollar bringen.

Kräftig nach unten geht es im Luftfahrt-Bereich: Der Branchenverband Iata hat eine Gewinnwarnung für die Fluglinien ausgesprochen. Wegen der Krise im Nahen Osten und der Folge einer Preisexplosion bei Kerosin rechnet er in der Branche 2026 mit Gewinnen von 23 Milliarden Euro verglichen mit 45 Milliarden im Jahr zuvor. Lufthansa, MTU Aero und Airbus fallen bis zu 2,4 Prozent - auch gedrückt von steigenden Redölpreisen.

Gesucht sind französische Telekommunikationstitel. Das Übernahmeangebot eines Konsortiums für SFR stützt. "Die Anzahl der Konkurrenten reduziert sich von vier auf drei - damit dürften die Preisschlachten im Mobilfunkbereich ein Ende finden", sagt ein Händler. Entsprechend steigen Orange um 1,5 Prozent und Bouygues um 0,6 Prozent gegen den schwachen Gesamtmarkt.

In Italien steht der Bankensektor im Fokus. Dort kommt es zu einem Übernahmewettkampf um die Banca Monte dei Paschi, die Aktien springen um 9,7 Prozent empor. Nachdem zunächst die Banco BPM (-1,3%) den Vorschlag einer Fusion unterbreitet hatte, grätscht nun die Intesa Sanpaolo dazwischen und bietet in einen Mix aus eigenen Aktien und Cash umgerechnet aktuell knapp 31 Milliarden Euro. Intesa fallen 3,7 Prozent.

Kräftige Auswirkungen haben auch die Umstufungen durch Banken. So hat die UBS bei Voestalpine die Kaufempfehlung zurückgezogen und Exane BNP die Titel von CTS Eventim sogar auf "Underperform" gesenkt. Beide Aktien fallen um je 5 Prozent. Bei Remy Cointreau geht es 1,7 Prozent höher, hier stützt die Hochstufung der UBS.

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INDEX                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           6.019,59   -0,7     -42,48        6.062,07        3,9 
Stoxx-50                5.152,70   -0,7     -36,59        5.189,29        4,8 
DAX                    24.587,76   -0,7    -171,29       24.759,05        0,4 
MDAX                   32.195,80   -0,8    -270,80       27.039,42        5,2 
TecDAX                  4.057,69   -0,4     -16,45        3.091,28       12,0 
SDAX                   18.280,79   -0,8    -153,03       13.062,07        6,4 
FTSE                   10.338,50   -0,3     -29,55       10.368,05        4,1 
CAC                     8.169,88   -0,6     -48,36        8.218,24        0,3 
SMI                    13.294,31   -0,7     -93,92       13.388,23        0,2 
ATX                     5.991,66   -1,5     -92,51        6.084,17       12,5 
 
DEVISEN                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag  Fr, 17:10 
EUR/USD                   1,1524   +0,0     0,0005          1,1519     1,1549 
EUR/JPY                   184,58   -0,1    -0,1200           184,7   185,1300 
EUR/CHF                   0,9188   +0,2     0,0015          0,9173     0,9176 
EUR/GBP                    0,864   +0,0     0,0003          0,8637     0,8631 
USD/JPY                   160,18   -0,1    -0,1100          160,29   160,2800 
GBP/USD                   1,3337   -0,0    -0,0002          1,3339     1,3379 
USD/CNY                   6,7838   +0,3     0,0183          6,7655     6,7655 
USD/CNH                   6,7859   -0,1    -0,0051          6,7910     6,7848 
AUS/USD                   0,7053   +0,1     0,0008          0,7045     0,7074 
Bitcoin/USD            63.264,92   +2,3   1.395,50       61.869,42  60.733,07 
 
ROHÖL                    zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex                  94,36   +4,2       3,82           90,54 
Brent/ICE                  97,22   +4,4       4,13           93,09 
 
Metalle                  zuletzt  +/- %   +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold                    4.300,28   -0,7     -28,52        4.328,80 
Silber                     67,01   -1,2      -0,80           67,81 
Platin                  1.763,41   -0,8     -13,39        1.776,80 
(Angaben ohne Gewähr) 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 08, 2026 03:50 ET (07:50 GMT)