Iran-Krieg zwingt Notenbanken zum Handeln – Südkorea erhöht erstmals seit 2023 die Zinsen

Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 16.07.2026, 11:20 Uhr

Heizereder, Steffen

Veröffentlicht am: 16.07.2026

Zuletzt bearbeitet am: 16.07.2026

Die südkoreanische Zentralbank hat am Donnerstag erstmals seit dreieinhalb Jahren ihren Leitzins angehoben – von 2,5 auf 2,75 Prozent. Damit reagiert die Bank of Korea auf eine Inflationsrate, die im Juni mit 3,2 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht hat. Haupttreiber sind die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Konflikts. Notenbankchef Shin Hyun-song hatte den Schritt bereits im Juni angekündigt: Eine Zinserhöhung sei „ohne Verzögerung" nötig, mit Priorität auf Preisstabilität.

Südkorea steht dabei nicht allein. Auch Australien, Neuseeland, Indonesien und die Philippinen haben ihre Geldpolitik zuletzt gestrafft. Und in den USA signalisierte Fed-Gouverneur Christopher Waller am Montag, dass eine Zinserhöhung „in naher Zukunft" nötig sein könnte, sollte der Preisdruck anhalten.

Das zeigt: Die Entspannung bei den Inflationsdaten ist nur eine Momentaufnahme. Sowohl die US-Verbraucherpreise als auch die Erzeugerpreise fielen im Juni überraschend. Letztere sanken um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, der erste Rückgang seit zehn Monaten. Doch die Daten spiegeln nur die vorübergehende Waffenruhe im Juni wider. Seitdem sind die Ölpreise mit der erneuten Eskalation bereits wieder auf über 84 Dollar pro Barrel gestiegen.

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DAX Performance Index

Der DAX notiert am Donnerstagmorgen 0,3 Prozent schwächer bei rund 24.925 Punkten. Der Leitindex pendelt seit einer Woche in einer engen Spanne um die 25.000-Punkte-Marke. In Asien dominierten erneut Verluste bei Halbleiterwerten: Der Kospi fiel um 6,4 Prozent, der Nikkei 225 verlor rund 2,8 Prozent. Gegen den Trend legte der Hongkonger Hang Seng um 1,3 Prozent zu.

An der Wall Street schloss der Dow Jones am Vortag 0,3 Prozent fester. Der Nasdaq 100 gab hingegen 0,3 Prozent nach. Die US-Anleiherenditen fielen leicht: Die Zehnjahresrendite steigt um rund 3 Basispunkte auf 4,57 Prozent. Gold steht bei 4.036 US-Dollar.

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