Bayer und Microsoft mit Neuordnung – Deutsche Telekom, Micron, SpaceX und Rheinmetall sind angeschlagen
In unserem Aktien weekly erfahren Sie, welche Werte im Fokus unserer Anleger stehen – informativ & auf den Punkt.
Die Top 3 Inlandsaktien im Fokus
► Rheinmetall: Zwischen Fregattenbremse und Auftragswind
► Glyphosat-Einstufung stützt Bayer im Rechtsstreit - Konzern will Bereich neu ordnen
► Deutsche Telekom: Rückkäufe stützen nach US-Gegenwind
Die 10 meistgehandelten Inlandsaktien
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Die Top 3 Auslandsaktien im Fokus
► Micron surft auf der KI-Welle
► SpaceX steht vor Nasdaq100-Aufnahme
► Microsoft findet neuen Schub aus der Cloud
Die 10 meistgehandelten Auslandsaktien
Die Top 3 meistgehandelten Inlandsaktien im Fokus
1. Rheinmetall: Zwischen Fregattenbremse und Auftragswind
Rheinmetall hat sich in der zurückliegenden Woche nach einem deutlichen Rücksetzer in den vergangenen Monaten stabilisiert. Der Kurs lag zuletzt wieder über 1.000 Euro; die Bewegung blieb vor allem eine Gegenreaktion auf die Belastung durch das deutsche Fregattenprogramm F126.
Der Trend wurde weniger von einzelnen Tagesbewegungen geprägt als von der Frage, wie belastbar die Auftragsfantasie im europäischen Rüstungssektor ist. Zunächst überwog Unsicherheit, weil Deutschland den Bau von sechs F126-Fregatten nicht wie geplant weiterverfolgen und kleinere Meko-A-200-Schiffe prüfen soll. Für Rheinmetall war das relevant, weil der Konzern als wichtiger Auftragnehmer für ein Programm mit bis zu 15 Milliarden Euro galt.
Dazu passte die verschobene Börsenplatzierung von KNDS: Der Wettbewerber bekam das schwächere Umfeld ebenfalls zu spüren. Gegenläufig wirkten neue Aufträge. Rheinmetall teilte mit, die Ukraine habe 155-Millimeter-Artilleriemunition und Treibladungen im niedrigen fünfstelligen Bereich bestellt; der Wert liegt im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die Produktion läuft bereits. Zudem rückte Skyranger stärker in den Fokus: Rheinmetall beschreibt das System als mobile Flugabwehrlösung mit 360-Grad-Überwachung. Gemeldete Managertransaktionen nach dem Kursrutsch stützten die jüngste Stabilisierung zusätzlich.
Die Aktie von Rheinmetall war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 1.553 Orders die am häufigsten gehandelte Inlandsaktie.
2. Glyphosat-Einstufung stützt Bayer im Rechtsstreit - Konzern will Bereich neu ordnen
Die Bayer Aktie knüpfte in der abgelaufenen Woche an ihren jüngsten Aufwärtstrend an – weniger wegen operativer Überraschungen, sondern vor allem aufgrund einer neu bewerteten Rechtslage in den USA. Ausschlaggebend ist ein Urteil im Roundup Komplex: Bundesrecht hat Vorrang vor einzelstaatlichen Klagen zu Warnhinweisen. Da die US Umweltbehörde EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft, verlieren viele der rund 65.000 offenen Verfahren voraussichtlich erheblich an Gewicht.
Außerdem hat Bayer die Abspaltung des US Glyphosatgeschäfts angekündigt. Zusammen mit dem jüngsten Urteil des Supreme Court sinkt damit die Wahrnehmung juristischer Risiken – ein Doppelimpuls, der den Fokus der Anleger wieder stärker auf die operativen Perspektiven des Konzerns gelenkt hat.
An der Börse Stuttgart haben die Anleger in dieser Woche auch die Aktie von Bayer häufig gehandelt. Mit 1.053 Orders war sie die am zweithäufigsten gehandelte Inlandsaktie.
3. Deutsche Telekom: Rückkäufe stützen nach US-Gegenwind
Die Deutsche Telekom hat in der zurückliegenden Woche nach zwei Belastungswellen wieder Halt gefunden. Nach einem Rutsch um gut fünf Prozent und einem weiteren deutlichen Minus stabilisierte sich der Kurs zuletzt wieder um 25 Euro.
Der erste Druck kam von Berichten über eine mögliche Zusammenführung mit T-Mobile US. Damit rückten die Konzernstruktur, die Bewertung der US-Tochter und mögliche regulatorische Hürden in den Vordergrund. Weil die Telekom rund 53 Prozent an T-Mobile US hält und der US-Markt den Konzern stark prägt, traf die Debatte den Kern der aktuellen Bewertung. Der zweite Rücksetzer kam aus dem US-Umfeld. Genannt wurden Sorgen vor stärkerem Wettbewerb im Mobilfunk sowie Verschiebungen im Kabel- und Telekomsektor nach einer Strategieänderung bei Comcast. Dadurch wurde die Schwäche von T-Mobile US auch auf die Telekom übertragen.
Die Erholung stützte vor allem das Aktienrückkaufprogramm. Die Telekom teilte mit, dass nach zwei Tranchen mit zusammen gut einer Milliarde Euro nun weitere eigene Aktien für bis zu 560 Millionen Euro erworben werden sollen.
Die Aktie der Deutschen Telekom war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 929 Orders die am dritthäufigsten gehandelte Inlandsaktie.
Aktie | WKN | Preisfestellungen | Rang |
703000 | 1.553 | 1 | |
BAY001 | 1.053 | 2 | |
555750 | 929 | 3 | |
716460 | 691 | 4 | |
766403 | 641 | 5 | |
ENER6Y | 593 | 6 | |
623100 | 529 | 7 | |
840400 | 432 | 8 | |
710000 | 412 | 9 | |
519000 | 399 | 10 |
* gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 25. Juni bis zum 02. Juli 2026 an der Börse Stuttgart
Die Top 3 meistgehandelten Auslandsaktien im Fokus
1. Micron surft auf der KI-Welle
Der KI Boom zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Zwar tauchen regelmäßig Spekulationen über ein mögliches Ende des Hypes auf, doch die Zahlen der großen Branchenakteure lassen solche Debatten verlässlich verstummen. Jüngstes Beispiel: Micron Technology.
Künstliche Intelligenz bleibt ein zentraler Wachstumsmotor der Tech Industrie. Die Nachfrage nach entsprechender Infrastruktur ist enorm, die verfügbaren Kapazitäten knapp. Davon profitiert besonders der US Speicherchip Spezialist Micron Technology, ein wichtiger Zulieferer für Nvidia.
Micron gilt als führender Anbieter von High Bandwidth Memory, einem Schlüsselbaustein moderner KI Rechenzentren. Das rasante Wachstum hat den Börsenwert des Unternehmens inzwischen auf über eine Billion Dollar gehoben – ein Niveau, das auch die südkoreanischen Wettbewerber Samsung Electronics und SK Hynix erreicht haben.
Die Aktie von Micron war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 645 Orders die am häufigsten gehandelte Auslandsaktie.
2. SpaceX steht vor Nasdaq100-Aufnahme
SpaceX ist erst seit wenigen Wochen an der Börse – und doch jagt der Konzern bereits dem ersten großen Prestigeerfolg entgegen.
Der Börsengang war ein Kraftakt: 75 Milliarden Dollar flossen sofort in das Unternehmen. Nach einem frühen Kurssprung setzte jedoch eine deutliche Korrektur ein. Nun steht ein wichtiger Börsenschritt an. Denn SpaceX wurde zeitnah nach dem IPO in die Russell Indizes aufgenommen und wird ab dem 7. Juli auch im technologielastigen Nasdaq 100 vertreten sein. Marktbeobachter erwarten eine spürbare Welle passiver Zuflüsse, weil Indexfonds die Aktie automatisch nachkaufen müssen. Bei JP Morgan rechnet man mit Kapitalströmen in Milliardenhöhe.
Beim S&P 500 hingegen bleibt SpaceX außen vor. Der Indexbetreiber lehnt Sonderregeln ab: Für eine Aufnahme ist unter anderem ein nachgewiesener Gewinn erforderlich. 2025 schrieb SpaceX jedoch 4,9 Milliarden Dollar Verlust. Trotz dieser Hürde kommt das Unternehmen aktuell auf eine Börsenbewertung von rund zwei Billionen Dollar.
An der Börse Stuttgart haben die Anleger in dieser Woche auch die SpaceX-Aktie häufig gehandelt. Mit 452 Orders lag sie auf Platz 2 der meistgehandelten Auslandsaktien.
3. Microsoft findet neuen Schub aus der Cloud
Microsoft hat sich in dieser Woche wieder erholt, nach einem kräftigen Rücksetzer in den vergangenen Wochen. Getragen wurde der Trend zunächst von einer breiteren Verschiebung im Technologiesektor. Nach der Schwäche vieler KI- und Halbleiterwerte rückten Softwarekonzerne wieder stärker in den Vordergrund. Microsoft profitierte dabei von seiner Rolle als Cloud- und KI-Plattformanbieter, weil der Konzern weniger nur an Rechenleistung hängt, sondern KI stärker in bestehende Unternehmenssoftware und Cloud-Dienste einbindet.
Kursrelevant war zudem die neue KI-Initiative für Firmenkunden. Microsoft teilte mit, eine neue Einheit mit 2,5 Milliarden Dollar auszustatten, die Unternehmen bei Auswahl, Anpassung und Einsatz von KI-Technologien unterstützen soll. Das stärkte das Bild, dass der Konzern den hohen Aufwand für KI-Infrastruktur stärker in konkrete Geschäftsanwendungen überführen will.
Belastend blieben Meldungen über geplante Stellenstreichungen von weniger als 2,5 Prozent der Belegschaft sowie die Prüfung der italienischen Wettbewerbsbehörde zu Microsoft 365. Im Gesamtbild überwog zuletzt die Wahrnehmung, dass Microsofts KI-Strategie stärker auf kommerzielle Nutzung ausgerichtet wird.
Die Microsoft-Aktie war an der Börse Stuttgart in dieser Woche mit 413 Orders die am dritthäufigsten gehandelte Auslandsaktie.
Aktie | WKN | Preisfestellungen | Rang |
869020 | 645 | 1 | |
A42D4F | 452 | 2 | |
870747 | 413 | 3 | |
918422 | 393 | 4 | |
A0M4W9 | 315 | 5 | |
906866 | 304 | 6 | |
938914 | 294 | 7 | |
A14Y6F | 283 | 8 | |
A1W9Z9 | 245 | 9 | |
A2JN55 | 230 | 10 |
* gemessen an der Anzahl der Preisstellungen im Zeitraum vom 25. Juni bis zum 02. Juli 2026 an der Börse Stuttgart
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