ETF weekly: UK-Gilts folgen den globalen Renditetrends

ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.

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Chart der Woche: UK-Gilts folgen den globalen Renditetrends

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Chart der Woche: UK-Gilts folgen den globalen Renditetrends

Warum britische Renditen heute stärker von globalen Zinsen als von der heimischen Politik getrieben werden.

Der angekündigte Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer ist ein politischer Einschnitt. An den Finanzmärkten fiel die Reaktion darauf jedoch bemerkenswert verhalten aus. Genau diese Ruhe ist aufschlussreich. Sie zeigt, dass Investoren aktuell weniger auf politische Schlagzeilen als auf die Frage achten, ob sich der geld- und fiskalpolitische Rahmen Großbritanniens tatsächlich ändert. Bislang lautet die Antwort eher nein.

Über viele Jahre hinweg nahmen Gilts eine stabile Mittelposition zwischen US-Treasuries und Bunds ein.1 Dahinter standen klare makroökonomische Unterschiede: Die Federal Reserve agierte früher und entschlossener, was die Renditen in den USA eher oben hielt, während die Europäische Zentral Bank (EZB) die Renditen deutscher Staatsanleihen durch Negativzinsen und Anleihenkäufe auf der Unterseite verankerte. Großbritannien lag mit höherer Inflation als im Euroraum, aber weniger zyklischem Druck als in den USA dazwischen. Entsprechend rentierten Gilts dauerhaft über Bunds, aber unter Treasuries.

Dieser Zusammenhang wurde 2022 zunächst enger und dann abrupt aufgebrochen. Auslöser war der so genannte Liz-Truss-Moment, als ein nicht gegenfinanziertes Fiskalpaket einen massiven Ausverkauf auslöste. Für Investoren war dies eine Zäsur, denn fiskalische Glaubwürdigkeit ist in Großbritannien seither nicht mehr selbstverständlich. Seitdem werden Gilts weniger als „Mittelwert“ und stärker als eigenständiger Markt mit klarer Sensibilität gegenüber globalen Zinsbewegungen bewertet.

Dass sich Gilts zuletzt enger an Treasuries orientierten, hat vor allem drei Gründe. Erstens ist die britische Risikoprämie nach der Truss-Episode zurückgegangen. Zweitens haben sich die geldpolitischen Profile von Bank of England und Federal Reserve angenähert. Die Inflation zeigt sich auch in Großbritannien hartnäckiger, wodurch die Zinsen länger restriktiv bleiben dürften als bisher erwartet. Drittens werden beide Märkte zunehmend parallel von globalen Realzinsbewegungen geprägt, während Bunds stärker durch EZB-spezifische Faktoren beeinflusst werden.

Vor diesem Hintergrund ist die geringe Marktreaktion auf Starmers Rücktritt nicht überraschend. Die Ankündigung wirkte weniger wie ein neuer Schock, sondern vielmehr wie der Abschluss einer bereits laufenden Anpassung. Ein Teil der politischen Risikoprämie war bereits im Vorfeld eingepreist. Entscheidend ist nun, ob sich der wirtschaftspolitische Kurs verändert. Solange dies nicht erkennbar ist, dürfte die Marktreaktion begrenzt bleiben.

Unsere Einschätzung für Gilts bleibt konstruktiv, wenngleich das Renditeniveau die Attraktivität etwas relativiert. Unterstützt wird diese Einschätzung durch nachlassende Inflation, einen lockereren Arbeitsmarkt und eine Notenbank, die sich Zeit lassen kann. Lucas Brauner, UK-Ökonom bei der DWS, bringt es auf den Punkt: „Für die Bank of England ändert sich durch den Rücktritt wenig. Die Geldpolitik ist bereits restriktiv, und das Umfeld spricht eher für Geduld als für schnelle weitere Zinsschritte.“

Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Die Schlagzeilen kommen aus Westminster. Die Richtung der Gilts bestimmen jedoch weiterhin die globalen Zinsen, die Bank of England und die fiskalische Glaubwürdigkeit. Solange sich daran nichts Grundlegendes ändert, dürfte auch der politische Lärm an den Märkten begrenzt bleiben.

Investieren in Gold

Die Gold-ETCs der Börse Stuttgart: EUWAX Gold Core und EUWAX Gold II

UK-Gilts werden zunehmend durch globale Zinsen beeinflusst

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand 23.06.2026

1 Sämtliche Finanzdaten – sofern nicht anders angegeben – von Bloomberg Finance L.P.; Stand 23.06.2026

ETF-Anlegertrends: ETF-Markt im Detail

Top 30 der meistgehandelten ETFs

Rang

WKN

Name

Trades

Total in €

Anlegertrend

1

A0RPWH

iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N.

460

19.413.730

Buy

2

A111X9

iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF

230

5.650.898

StrongBuy

3

A1W4DP

S&P 500 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class)

189

420.856

StrongSell

4

A0YEDL

iShares NASDAQ 100 UCITS ETF

169

25.273.953

Buy

5

A1JJTD

SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS

147

2.494.350

StrongBuy

6

A0YEDG

iShares Core S&P 500 UCITS ETF

146

12.768.706

Buy

7

A1XB5U

Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR)

134

1.918.499

Buy

8

A0F5UF

iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE)

134

11.026.029

Buy

9

DBX0AN

Xtrackers II EONIA UCITS ETF

114

19.157.202

Buy

10

593393

iShares Core DAX® UCITS ETF (DE)

100

7.454.060

Neutral

11

A1C9KK

HSBC MSCI WORLD ETF

97

2.457.638

Buy

12

DBX1EU

Xtrackers DJ Euro STOXX 50

96

1.693.826

Sell

13

A0F5UH

iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)

84

2.358.923

StrongBuy

14

A1W37K

Stoxx Europe 600 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class)

78

383.727

Neutral

15

A1103E

Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR)

78

2.259.869

Buy

16

UB42AA

UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF

76

672.866

Neutral

17

A0X8ZS

AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF

73

325.897

StrongSell

18

A1JSHV

SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS

72

547.537

Buy

19

DBX1DA

Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR)

71

8.389.580

StrongSell

20

LYX0AG

Lyxor ETF MSCI World

66

1.139.911

Neutral

21

A0HGV0

iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)

59

675.385

Neutral

22

A1C1H3

iShares MSCI Korea UCITS ETF (Acc)

58

1.592.593

Neutral

23

798328

Lyxor ETF Euro STOXX 50

57

368.507

Neutral

24

DBX0EY

Xtrackers II IBOXX EUR LIQUID CORPORATE UCITS ETF

56

1.188.478

Neutral

25

A1C1H5

iShares MSCI EM Asia UCITS ETF

52

1.143.119

StrongBuy

26

A1JJTC

SPDR MSCI ACWI ETF UCITS

52

651.049

StrongBuy

27

LYX0AC

Lyxor ETF DAX

51

1.216.014

Neutral

28

DBX0NJ

Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF (DR)

50

1.885.681

Buy

29

A0HGWC

iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist)

48

430.534

Buy

30

263530

iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)

47

1.816.498

Buy

Anlegertrends nach Anlageklassen

Geldmarkt

KW26

KW25

 

Buy

🡩

Anleihen

 

 

Anleihen

Buy

Anleihen Short

StrongSell

Aktien Gesamtmarkt

 

 

 

Buy

- Europa

 

 

Deutschland (Long)

Sell

🡫🡫

Deutschland, gehebelt (Leverage)

Buy

🡩🡩

Deutschland, negativ (Short)

Neutral

🡩

Deutschland (Nettoposition)

Neutral

Eurozone (Long)

Buy

Eurozone, gehebelt (Leverage)

Neutral

🡩🡩

Eurozone, negativ (Short)

Neutral

🡩

Eurozone (Nettoposition)

Buy

Sektor-Indices

Buy

- Amerika, Asien, Global

 

 

Nordamerika

Neutral

🡫

Südamerika

StrongSell

🡫🡫

Asien

Buy

Global ex EM

Buy

- Schwellenländer

 

 

Emerging Markets

Buy

EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA)

StrongSell

EM Asien

Buy

EM Lateinamerika

Neutral

🡫🡫

Rohstoffe

 

 

 

Neutral

🡩

Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro

Geldmarkt

28.518.287

Anleihen Long

11.781.568

Anleihen Short

282.586

Aktien Long

154.414.195

Aktien Long gehebelt

2.960.126

Aktien Short

1.380.884

Aktien Short gehebelt

106.581

Rohstoffe

96.517

Gesamtumsatz

199.578.147

Jahresdurchschnitt

220.023.840

Jahreshoch

355.331.381

Jahrestief

113.172.244

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an. 

ETF im Fokus

Der ETF Xtrackers Electrification Technologies & Smart Grid UCITS bildet die Wertentwicklung des Nasdaq Global Electrification Technologies and Smart Grid Index ab. Der Index bietet Zugang zu Unternehmen aus globalen entwickelten und aufstrebenden Märkten, die im Bereich Elektrifizierungstechnologien und Smart-Grid-Infrastruktur tätig sind, einschließlich Smart Grid Komponenten, intelligenter Messsysteme (Smart Metering), Energiespeicherung, sauberer Energie sowie Kernenergie. Die entsprechenden Wertpapiere werden unter Verwendung des patentierten, themenbasierten Klassifizierungsrahmens von Nasdaq ausgewählt, wobei globale Patentdaten genutzt werden, um Unternehmen mit wesentlicher Beteiligung an den jeweiligen Sub-Themen zu identifizieren.

Der ETF wurde am 31. März 2026 in Irland aufgelegt. Er bildet die Wertentwicklung des Index durch vollständige Replikation nach. Die Dividendenerträge im ETF werden thesauriert. Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,35 Prozent.

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Index im Fokus: MDAX

 

Der Aktienindex MDAX bildet die Wertentwicklung von 50 Aktien Deutscher Unternehmen ab, die eine mittelgroße Marktkapitalisierung aufweisen. Bei den Sektoren verfügen Industrietitel mit 30,0% und zyklische Konsumgüter mit 19,9% über die höchsten Indexgewichtungen. Größter Einzelwert ist die Aktie der Deutschen Lufthansa mit 6,0%. Es folgen Knorr Bremse mit 4,2% und Talanx mit 4,1%.

Im Verlauf der letzten Woche verlor der MDAX -3,2% an Wert. Seit Beginn des Jahres steht ein Zuwachs von +3,2% in den Büchern. Am Freitag notierte der Index -5,3% unter dem Trendhoch, auf das er am 29. Mai gestiegen war. Zuletzt hatten wir den MDAX Ende März analysiert. Wie wir heute wissen, hatte der MDAX da den Tiefpunkt der jüngsten Schwächephase erreicht. Damals hatten wir eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Vollendung einer negativen Trendwende beschrieben: „Am 13. März durchbrach der MDAX erstmals die relevante Unterstützung (rU). Nach einer dreitägigen Erholungsphase tauchte der Index am 19. März wieder darunter. Zugleich sendete der MDAX an diesem Tag das negative Bestätigungssignal für den Bruch unter die relevante Unterstützung, denn zum Handelsende notierte der Index -6,7% unter der 200-Tage-Linie.
  

Im Wochenverlauf folgten weitere Bestätigungssignale. So notierte der MDAX am Freitag -9,0% unter der vielbeachteten Signallinie. Auf dem Weg nach unten lässt sich als nächste relevante Marke ein Indexstand von 26.293 Punkte ableiten. Dieser befindet sich -18,7% unter dem Trendhoch vom 12. Januar. Auf dem Höhepunkt der US-Zollkrise war der MDAX am 7. April um -18,7% unter das vorherige Trendhoch gefallen.“ Wie wir heute wissen, hat der MDAX eine negative Trendwende abgewehrt. Im April gelang dem Index eine imposante Erholungsbewegung. Und seit dem 30. April hält sich der MDAX ununterbrochen über der 200-Tage-Linie. Am 29. Mai kletterte der Index sogar auf ein neues Trendhoch. Unterstellt man eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends, dann könnte sich die aktuelle Schwächephase als lukrative Einstiegschance herausstellen. Denkbar ist allerdings auch, dass zunächst weitere Verluste in Richtung der 200-Tage-Linie drohen könnten. Die vielbeachtete Signallinie notiert aktuell bei 30.627 Punkten. Ein Rückgang bis zu diesem Niveau entspricht einem Verlustrisiko von 3%.

* Definition Indexkonzentration: Hoch: Die Top 5 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Mittel: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Gering: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von unter 50%.

Häufigste Trades

Gewinner & Verlierer