ETF weekly: UK-Gilts folgen den globalen Renditetrends
ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.
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ETF weekly:
Chart der Woche: UK-Gilts folgen den globalen Renditetrends
ETF-Anlegertrends
Top 30 der meistgehandelten ETFs
Anlegertrends nach Anlageklassen
ETF im Fokus
Index im Fokus
Täglicher Marktbericht: USA und Iran legen Scharmützel bei – DAX leicht im Plus
Chart der Woche: UK-Gilts folgen den globalen Renditetrends
Warum britische Renditen heute stärker von globalen Zinsen als von der heimischen Politik getrieben werden.
Der angekündigte Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer ist ein politischer Einschnitt. An den Finanzmärkten fiel die Reaktion darauf jedoch bemerkenswert verhalten aus. Genau diese Ruhe ist aufschlussreich. Sie zeigt, dass Investoren aktuell weniger auf politische Schlagzeilen als auf die Frage achten, ob sich der geld- und fiskalpolitische Rahmen Großbritanniens tatsächlich ändert. Bislang lautet die Antwort eher nein.
Über viele Jahre hinweg nahmen Gilts eine stabile Mittelposition zwischen US-Treasuries und Bunds ein.1 Dahinter standen klare makroökonomische Unterschiede: Die Federal Reserve agierte früher und entschlossener, was die Renditen in den USA eher oben hielt, während die Europäische Zentral Bank (EZB) die Renditen deutscher Staatsanleihen durch Negativzinsen und Anleihenkäufe auf der Unterseite verankerte. Großbritannien lag mit höherer Inflation als im Euroraum, aber weniger zyklischem Druck als in den USA dazwischen. Entsprechend rentierten Gilts dauerhaft über Bunds, aber unter Treasuries.
Dieser Zusammenhang wurde 2022 zunächst enger und dann abrupt aufgebrochen. Auslöser war der so genannte Liz-Truss-Moment, als ein nicht gegenfinanziertes Fiskalpaket einen massiven Ausverkauf auslöste. Für Investoren war dies eine Zäsur, denn fiskalische Glaubwürdigkeit ist in Großbritannien seither nicht mehr selbstverständlich. Seitdem werden Gilts weniger als „Mittelwert“ und stärker als eigenständiger Markt mit klarer Sensibilität gegenüber globalen Zinsbewegungen bewertet.
Dass sich Gilts zuletzt enger an Treasuries orientierten, hat vor allem drei Gründe. Erstens ist die britische Risikoprämie nach der Truss-Episode zurückgegangen. Zweitens haben sich die geldpolitischen Profile von Bank of England und Federal Reserve angenähert. Die Inflation zeigt sich auch in Großbritannien hartnäckiger, wodurch die Zinsen länger restriktiv bleiben dürften als bisher erwartet. Drittens werden beide Märkte zunehmend parallel von globalen Realzinsbewegungen geprägt, während Bunds stärker durch EZB-spezifische Faktoren beeinflusst werden.
Vor diesem Hintergrund ist die geringe Marktreaktion auf Starmers Rücktritt nicht überraschend. Die Ankündigung wirkte weniger wie ein neuer Schock, sondern vielmehr wie der Abschluss einer bereits laufenden Anpassung. Ein Teil der politischen Risikoprämie war bereits im Vorfeld eingepreist. Entscheidend ist nun, ob sich der wirtschaftspolitische Kurs verändert. Solange dies nicht erkennbar ist, dürfte die Marktreaktion begrenzt bleiben.
Unsere Einschätzung für Gilts bleibt konstruktiv, wenngleich das Renditeniveau die Attraktivität etwas relativiert. Unterstützt wird diese Einschätzung durch nachlassende Inflation, einen lockereren Arbeitsmarkt und eine Notenbank, die sich Zeit lassen kann. Lucas Brauner, UK-Ökonom bei der DWS, bringt es auf den Punkt: „Für die Bank of England ändert sich durch den Rücktritt wenig. Die Geldpolitik ist bereits restriktiv, und das Umfeld spricht eher für Geduld als für schnelle weitere Zinsschritte.“
Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Die Schlagzeilen kommen aus Westminster. Die Richtung der Gilts bestimmen jedoch weiterhin die globalen Zinsen, die Bank of England und die fiskalische Glaubwürdigkeit. Solange sich daran nichts Grundlegendes ändert, dürfte auch der politische Lärm an den Märkten begrenzt bleiben.
UK-Gilts werden zunehmend durch globale Zinsen beeinflusst

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand 23.06.2026
1 Sämtliche Finanzdaten – sofern nicht anders angegeben – von Bloomberg Finance L.P.; Stand 23.06.2026
Top 30 der meistgehandelten ETFs
Rang | WKN | Name | Trades | Total in € | Anlegertrend |
1 | A0RPWH | iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N. | 460 | 19.413.730 | Buy |
2 | A111X9 | iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF | 230 | 5.650.898 | StrongBuy |
3 | A1W4DP | S&P 500 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class) | 189 | 420.856 | StrongSell |
4 | A0YEDL | iShares NASDAQ 100 UCITS ETF | 169 | 25.273.953 | Buy |
5 | A1JJTD | SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS | 147 | 2.494.350 | StrongBuy |
6 | A0YEDG | iShares Core S&P 500 UCITS ETF | 146 | 12.768.706 | Buy |
7 | A1XB5U | Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR) | 134 | 1.918.499 | Buy |
8 | A0F5UF | iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE) | 134 | 11.026.029 | Buy |
9 | DBX0AN | Xtrackers II EONIA UCITS ETF | 114 | 19.157.202 | Buy |
10 | 593393 | iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) | 100 | 7.454.060 | Neutral |
11 | A1C9KK | HSBC MSCI WORLD ETF | 97 | 2.457.638 | Buy |
12 | DBX1EU | Xtrackers DJ Euro STOXX 50 | 96 | 1.693.826 | Sell |
13 | A0F5UH | iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) | 84 | 2.358.923 | StrongBuy |
14 | A1W37K | Stoxx Europe 600 THEAM Easy UCITS ETF (EUR-accumulation share class) | 78 | 383.727 | Neutral |
15 | A1103E | Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR) | 78 | 2.259.869 | Buy |
16 | UB42AA | UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF | 76 | 672.866 | Neutral |
17 | A0X8ZS | AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF | 73 | 325.897 | StrongSell |
18 | A1JSHV | SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS | 72 | 547.537 | Buy |
19 | DBX1DA | Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR) | 71 | 8.389.580 | StrongSell |
20 | LYX0AG | Lyxor ETF MSCI World | 66 | 1.139.911 | Neutral |
21 | A0HGV0 | iShares MSCI World UCITS ETF (Dist) | 59 | 675.385 | Neutral |
22 | A1C1H3 | iShares MSCI Korea UCITS ETF (Acc) | 58 | 1.592.593 | Neutral |
23 | 798328 | Lyxor ETF Euro STOXX 50 | 57 | 368.507 | Neutral |
24 | DBX0EY | Xtrackers II IBOXX EUR LIQUID CORPORATE UCITS ETF | 56 | 1.188.478 | Neutral |
25 | A1C1H5 | iShares MSCI EM Asia UCITS ETF | 52 | 1.143.119 | StrongBuy |
26 | A1JJTC | SPDR MSCI ACWI ETF UCITS | 52 | 651.049 | StrongBuy |
27 | LYX0AC | Lyxor ETF DAX | 51 | 1.216.014 | Neutral |
28 | DBX0NJ | Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF (DR) | 50 | 1.885.681 | Buy |
29 | A0HGWC | iShares MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist) | 48 | 430.534 | Buy |
30 | 263530 | iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE) | 47 | 1.816.498 | Buy |
Anlegertrends nach Anlageklassen
Geldmarkt | KW26 | KW25 |
| Buy | 🡩 |
Anleihen |
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Anleihen | Buy | ⭘ |
Anleihen Short | StrongSell | ⭘ |
Aktien Gesamtmarkt |
|
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| Buy | ⭘ |
- Europa |
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Deutschland (Long) | Sell | 🡫🡫 |
Deutschland, gehebelt (Leverage) | Buy | 🡩🡩 |
Deutschland, negativ (Short) | Neutral | 🡩 |
Deutschland (Nettoposition) | Neutral | ⭘ |
Eurozone (Long) | Buy | ⭘ |
Eurozone, gehebelt (Leverage) | Neutral | 🡩🡩 |
Eurozone, negativ (Short) | Neutral | 🡩 |
Eurozone (Nettoposition) | Buy | ⭘ |
Sektor-Indices | Buy | ⭘ |
- Amerika, Asien, Global |
|
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Nordamerika | Neutral | 🡫 |
Südamerika | StrongSell | 🡫🡫 |
Asien | Buy | ⭘ |
Global ex EM | Buy | ⭘ |
- Schwellenländer |
|
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Emerging Markets | Buy | ⭘ |
EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA) | StrongSell | ⭘ |
EM Asien | Buy | ⭘ |
EM Lateinamerika | Neutral | 🡫🡫 |
Rohstoffe |
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| Neutral | 🡩 |
Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro | ||
Geldmarkt | 28.518.287 | |
Anleihen Long | 11.781.568 | |
Anleihen Short | 282.586 | |
Aktien Long | 154.414.195 | |
Aktien Long gehebelt | 2.960.126 | |
Aktien Short | 1.380.884 | |
Aktien Short gehebelt | 106.581 | |
Rohstoffe | 96.517 | |
Gesamtumsatz | 199.578.147 | |
Jahresdurchschnitt | 220.023.840 | |
Jahreshoch | 355.331.381 | |
Jahrestief | 113.172.244 | |

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an.
ETF im Fokus
Der ETF Xtrackers Electrification Technologies & Smart Grid UCITS bildet die Wertentwicklung des Nasdaq Global Electrification Technologies and Smart Grid Index ab. Der Index bietet Zugang zu Unternehmen aus globalen entwickelten und aufstrebenden Märkten, die im Bereich Elektrifizierungstechnologien und Smart-Grid-Infrastruktur tätig sind, einschließlich Smart Grid Komponenten, intelligenter Messsysteme (Smart Metering), Energiespeicherung, sauberer Energie sowie Kernenergie. Die entsprechenden Wertpapiere werden unter Verwendung des patentierten, themenbasierten Klassifizierungsrahmens von Nasdaq ausgewählt, wobei globale Patentdaten genutzt werden, um Unternehmen mit wesentlicher Beteiligung an den jeweiligen Sub-Themen zu identifizieren.
Der ETF wurde am 31. März 2026 in Irland aufgelegt. Er bildet die Wertentwicklung des Index durch vollständige Replikation nach. Die Dividendenerträge im ETF werden thesauriert. Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,35 Prozent.
Index im Fokus: MDAX
Der Aktienindex MDAX bildet die Wertentwicklung von 50 Aktien Deutscher Unternehmen ab, die eine mittelgroße Marktkapitalisierung aufweisen. Bei den Sektoren verfügen Industrietitel mit 30,0% und zyklische Konsumgüter mit 19,9% über die höchsten Indexgewichtungen. Größter Einzelwert ist die Aktie der Deutschen Lufthansa mit 6,0%. Es folgen Knorr Bremse mit 4,2% und Talanx mit 4,1%.
Im Verlauf der letzten Woche verlor der MDAX -3,2% an Wert. Seit Beginn des Jahres steht ein Zuwachs von +3,2% in den Büchern. Am Freitag notierte der Index -5,3% unter dem Trendhoch, auf das er am 29. Mai gestiegen war. Zuletzt hatten wir den MDAX Ende März analysiert. Wie wir heute wissen, hatte der MDAX da den Tiefpunkt der jüngsten Schwächephase erreicht. Damals hatten wir eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Vollendung einer negativen Trendwende beschrieben: „Am 13. März durchbrach der MDAX erstmals die relevante Unterstützung (rU). Nach einer dreitägigen Erholungsphase tauchte der Index am 19. März wieder darunter. Zugleich sendete der MDAX an diesem Tag das negative Bestätigungssignal für den Bruch unter die relevante Unterstützung, denn zum Handelsende notierte der Index -6,7% unter der 200-Tage-Linie.


Im Wochenverlauf folgten weitere Bestätigungssignale. So notierte der MDAX am Freitag -9,0% unter der vielbeachteten Signallinie. Auf dem Weg nach unten lässt sich als nächste relevante Marke ein Indexstand von 26.293 Punkte ableiten. Dieser befindet sich -18,7% unter dem Trendhoch vom 12. Januar. Auf dem Höhepunkt der US-Zollkrise war der MDAX am 7. April um -18,7% unter das vorherige Trendhoch gefallen.“ Wie wir heute wissen, hat der MDAX eine negative Trendwende abgewehrt. Im April gelang dem Index eine imposante Erholungsbewegung. Und seit dem 30. April hält sich der MDAX ununterbrochen über der 200-Tage-Linie. Am 29. Mai kletterte der Index sogar auf ein neues Trendhoch. Unterstellt man eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends, dann könnte sich die aktuelle Schwächephase als lukrative Einstiegschance herausstellen. Denkbar ist allerdings auch, dass zunächst weitere Verluste in Richtung der 200-Tage-Linie drohen könnten. Die vielbeachtete Signallinie notiert aktuell bei 30.627 Punkten. Ein Rückgang bis zu diesem Niveau entspricht einem Verlustrisiko von 3%.
* Definition Indexkonzentration: Hoch: Die Top 5 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Mittel: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Gering: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von unter 50%.



