Euwax Trends: Amazon baut am KI-Motor – und braucht dafür viel Kapital

Auf welche Optionsscheine, Knock-Outs & Co. setzen unsere Anleger? Unsere Börsen-Trends am 02. Juli 2026, Stand: 12:00 Uhr

Heizereder, Steffen

Veröffentlicht am: 02.07.2026

Zuletzt bearbeitet am: 02.07.2026

Die meistgehandelten Hebelprodukte an der Börse Stuttgart 

1. Knock-out-Call – Infineon: Die Aktie konsolidiert nach dem satten Kursanstieg

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2. Call-Optionsschein – Amazon: Amazon baut am KI-Motor – und braucht dafür viel Kapital

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3. Call-Optionsschein – Baidu: Baidu wechselt vom Suchgeschäft auf die KI-Spur

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Die meistgehandelten Hebelprodukte

1. Knock-out-Call – Infineon: Die Aktie konsolidiert nach dem satten Kursanstieg

Infineon steht nach dem kräftigen Lauf der vergangenen Monate unter Druck. Der Kurs ist binnen gut einer Woche um rund 15 Prozent gefallen; das zuvor hohe Bewertungsniveau reagiert damit empfindlich auf mögliche Belastungsfaktoren. Dazu zählen schwächere Vorgaben für Chipwerte, der uneinheitliche Bedarf aus der Autoindustrie und die Frage, wie schnell Erwartungen an Leistungshalbleiter in Erlöse übergehen.

Parallel baut Infineon die Fertigung aus: In Dresden wurde die Smart Power Fab eröffnet, mit rund fünf Milliarden Euro Investitionsvolumen und rund 1.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Die Anlage verdoppelt die Kapazität am Standort und produziert Leistungshalbleiter für Elektroautos, erneuerbare Energien, Rechenzentren und Industrie.

In Stuttgart kaufen Anleger einen K.o.-Call auf Infineon.

2. Call-Optionsschein – Amazon: Amazon baut am KI-Motor – und braucht dafür viel Kapital

Amazon bleibt vor allem ein KI- und Infrastrukturthema. Auch bei Amazon stellen sich Anleger die Frage, wie schnell die hohen Ausgaben in Cloud-Erlöse und Effizienzvorteile übersetzt werden. Für das Gesamtjahr sind Investitionen von rund 200 Milliarden Dollar vorgesehen, vor allem für Rechenzentren, KI-Infrastruktur und technische Kapazitäten. Das erklärt die Zurückhaltung gegenüber den steigenden Infrastrukturkosten, auch wenn die Cloud-Sparte AWS mit neuen KI-Angeboten die Nutzung in Unternehmen ausweiten will.

Ein Gegengewicht sind eigene Prozessoren wie Graviton, Trainium und Nitro: Diese Sparte erreicht inzwischen einen annualisierten Umsatz von mehr als 20 Milliarden Dollar und verringert die Abhängigkeit von externen Chiplieferanten. Zusätzlich bindet das Satellitenprojekt Kuiper, inzwischen als Amazon Leo geführt, weiter Kapital - der Ausbau bleibt kostenintensiv.

An der Börse Stuttgart zeigen sich Anleger bei einem Call auf Amazon auf der Käuferseite.

3. Call-Optionsschein – Baidu: Baidu wechselt vom Suchgeschäft auf die KI-Spur

Baidu zeigt einen Trendwechsel vom klassischen Such- und Werbegeschäft hin zu KI-Infrastruktur, Cloud und autonomen Diensten. Die Aktie erholte sich zuletzt; der Anstieg steht im Zusammenhang mit der stärkeren Gewichtung der KI-nahen Sparten. Im Zentrum steht die Chiptochter Kunlunxin, für die ein Börsengang in Hongkong mit einer Bewertung von bis zu 50 Milliarden Dollar vorbereitet wird. Das stärkt die Wahrnehmung von Baidus Rolle in Chinas technischer Eigenständigkeit, erhöht aber zugleich die Abhängigkeit von Kapitalmarktinteresse und Chipnachfrage.

Operativ wächst das KI-Geschäft deutlich schneller als das Kerngeschäft: Die KI-Cloud-Infrastruktur-Sparte verzeichnete ein Plus von 79 Prozent, das KI-gestützte Kerngeschäft einen Zuwachs 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Dem steht ein schwächeres Werbeumfeld gegenüber, das die Gesamtentwicklung bremst. Apollo Go bleibt als Robotaxi-Plattform ein zusätzlicher Wachstumspfad, bindet aber Kapital und operative Ressourcen. Baidu wandelt sich damit sichtbar vom Suchkonzern zu einem Anbieter von KI-Rechenleistung, Chips und autonomen Mobilitätsdiensten.

Stuttgarter Derivateanleger verkaufen heute einen Baidu-Call.

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