Wie stark drückt der Ölpreis die US-Inflation?

Der Börse Stuttgart Marktbericht vom 14.07.2026, 10:50 Uhr

Heizereder, Steffen

Veröffentlicht am: 14.07.2026

Zuletzt bearbeitet am: 14.07.2026

Christopher Waller, Gouverneur der US-Notenbank Fed, hat am Montagabend eine Zinserhöhung ins Spiel gebracht, sollten die Inflationsdaten dieser Woche anhaltend hohen Preisdruck zeigen. Die Zahlen folgen heute: Um 14:30 Uhr veröffentlicht die US-Statistikbehörde BLS den US-Verbraucherpreisindex für Juni.

Ökonomen erwarten laut Datenanbieter FactSet einen Rückgang der Jahresrate von 4,2 auf 3,8 Prozent – getrieben vor allem durch gesunkene Benzinpreise während der vorübergehenden Waffenruhe im Juni. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel soll mit 2,9 Prozent aber kaum nachgeben.

Genau diese Kernrate dürfte für die Fed entscheidend sein. Der iranisch-amerikanische Konflikt trieb die Ölpreise seit März zeitweise um mehr als 60 Prozent nach oben, was über steigende Benzin- und Transportkosten in die Verbraucherpreise durchschlug.

Für die Geldpolitik ist der Bericht von unmittelbarer Bedeutung. In den Protokollen der Fed-Sitzung vom 16. und 17. Juni hielten zahlreiche Mitglieder Zinserhöhungen bis Jahresende für angebracht, sollte die Inflation erhöht bleiben.

Zusätzliche Spannung bringt die Berichtssaison, die traditionell von den US-Großbanken eröffnet wird: JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America, Wells Fargo und Citigroup legen heute vor US-Handelsstart ihre Quartalszahlen vor.

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DAX Performance Index

Der DAX notiert am Dienstagvormittag rund 0,5 Prozent schwächer bei 24.980 Punkten. Belastend wirkt der auf ein Monatshoch gestiegene Ölpreis: Brent notiert am Morgen bei über 86 Dollar pro Barrel, nachdem US-Präsident Trump eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen den Iran und eine 20-prozentige Gebühr auf den Frachtwert für die Passage durch die Straße von Hormus angekündigt hatte. Die US-Streitkräfte flogen in der Nacht erneut Angriffe auf Stellungen im Iran.

An der Wall Street schloss der Dow Jones am Montag 0,3 Prozent tiefer bei 52.499 Punkten. Der S&P 500 gab 0,8 Prozent nach, der Nasdaq 100 verlor 1,9 Prozent – Technologiewerte standen unter dem Druck wachsender Zweifel an der KI-Rally. In Asien stabilisierten sich die Märkte am Dienstagmorgen: Der Kospi erholte sich um gut 0,7 Prozent nach dem Einbruch vom Vortag, der Nikkei 225 legte 0,7 Prozent zu. Gold notiert am Vormittag bei rund 4.022 Dollar und damit knapp über der psychologisch wichtigen 4.000-Dollar-Marke.

Marktgeschehen auf einen Blick

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