ETF weekly: Der lauteste Teil der Lohninflation wird leiser

ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.

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Chart der Woche: Der lauteste Teil der Lohninflation wird leiser

Im Freizeit- und Gastgewerbe normalisiert sich die Dynamik – ein Signal für den gesamten US-Arbeitsmarkt?


Die jüngsten Zahlen zur Lohnentwicklung in den USA senden ein wichtiges Signal. Während der Arbeitsmarkt robust bleibt, zeigt das Lohnwachstum keine merkliche Beschleunigung. Stattdessen bestätigt sich der Eindruck einer schrittweisen Normalisierung. Auf den ersten Blick mag die Lohninflation damit weiterhin zäh erscheinen - ein genauerer Blick zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild.

Besonders aufschlussreich ist der Sektor Freizeit- und Gastgewerbe (Leisure & Hospitality). Als eines der am niedrigsten bezahlten Segmente des US-Arbeitsmarkts war er von den Verwerfungen nach der Pandemie besonders stark betroffen, und zugleich ein zentraler Treiber des zwischenzeitlich sehr hohen Lohnwachstums. Gegen Ende 2021 lag die Wachstumsrate der Stundenlöhne im Vorjahresvergleich hier bei rund 13,8 Prozent.1

Die Gründe liegen in den außergewöhnlichen Ungleichgewichten während und nach der Pandemie: Viele Arbeitskräfte verließen zwischenzeitlich den Sektor, während mit der Wiederöffnung die Nachfrage abrupt zurückkehrte. Gleichzeitig dämpften Faktoren wie vorgezogene Ruhestände und geringere Zuwanderung das Arbeitsangebot. In einem ohnehin durch hohe Fluktuation geprägten Bereich führte dies zu besonders starkem Lohndruck. Verstärkt wurde dieser Effekt durch statistische Verzerrungen: Der Wegfall vieler gering bezahlter Jobs ließ die Durchschnittslöhne zeitweise auch rein rechnerisch steigen.

Inzwischen hat sich das Bild deutlich gewandelt. Arbeitskräfte sind zurückgekehrt, die Nachfrage hat sich normalisiert und das Arbeitskräfteangebot stabilisiert. Der Druck zu Neueinstellungen hat spürbar nachgelassen – sichtbar unter anderem an fallenden Kündigungsraten – und auch die Lohndynamik hat sich merklich beruhigt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer nachlassenden Dynamik bei Arbeitsplatzwechseln und Neueinstellungen.

Ein Blick auf die längerfristige Entwicklung unterstreicht diese Normalisierung: Das annualisierte Lohnwachstum in diesem Sektor lag in den Jahren vor der Pandemie (2016 bis Ende 2019) bei rund 3,65 Prozent und bewegt sich seit 2023 mit etwa 3,75 Prozent auf nahezu identischem Niveau. Die Dynamik ist damit faktisch gleich. Unserer Einschätzung nach ist dies ein klares Indiz dafür, dass sich der Arbeitsmarkt wieder an seinem strukturellen Trend orientiert.

„Gerade im Niedriglohnsektor zeigt sich besonders deutlich, wie stark der pandemiebedingte Lohndruck durch temporäre Ungleichgewichte getrieben war – und wie dieser Anpassungsprozess inzwischen überwunden ist“, sagt Christian Scherrmann, US-Ökonom der DWS. „Wenn sich die Dynamik in einem Segment wie Leisure & Hospitality wieder normalisiert, ist das ein wichtiges Signal für den breiteren Arbeitsmarkt.“

Gerade weil der Bereich Freizeit- und Gastgewerbe zuvor zu den größten Ausreißern zählte, ist diese Entwicklung besonders aussagekräftig. Sie deutet darauf hin, dass ein wesentlicher Teil des pandemiebedingten Lohnschocks inzwischen absorbiert ist – auch wenn strukturelle Veränderungen eine vollständige Rückkehr zu früheren Mustern nicht zwingend erwarten lassen.

Niedriglohnsektoren reagieren besonders sensibel auf Engpässe und wirken direkt auf die Dienstleistungsinflation, und damit auf einen für die Geldpolitik besonders wichtigen Bereich. Wenn sich insbesondere hier die Dynamik normalisiert, spricht das dafür, dass ein zentraler Treiber der US-Lohninflation an Bedeutung verloren hat. Dies ist eine Entwicklung, die sich zunehmend auch in anderen arbeitsintensiven Dienstleistungsbereichen widerspiegelt. Der lauteste Teil des Lohnanstiegs ist damit deutlich leiser geworden – auch wenn temporäre Faktoren, etwa eine durch Großereignisse wie die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft gestützte Nachfrage im Freizeit- und Gastgewerbe, kurzfristig für punktuelle Impulse sorgen könnten. „Unter der Annahme, dass sich der Ölpreis nicht noch signifikant verteuert, erwarten wir, dass die Inflation in den nächsten Monaten ihren Höhepunkt erreicht“, bestätigt Scherrmann.

Investieren in Gold

Die Gold-ETCs der Börse Stuttgart: EUWAX Gold Core und EUWAX Gold II

US-Lohnwachstum im Bereich Freizeit und Gastgewerbe wieder auf Vor-Corona-Niveau

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand 09.06.2026

1 Sämtliche Finanzdaten – sofern nicht anders angegeben – von Bloomberg Finance L.P.; Stand: 09.06.2026

ETF-Anlegertrends: ETF-Markt im Detail

Top 30 der meistgehandelten ETFs

Rang

WKN

Name

Trades

Total in €

Anlegertrend

1

A0RPWH

iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N.

552

17.503.781

Buy

2

A1JJTD

SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS

241

4.614.022

StrongBuy

3

A0YEDL

iShares NASDAQ 100 UCITS ETF

201

27.338.304

Neutral

4

A0F5UF

iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE)

187

10.516.454

Buy

5

A111X9

iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF

182

3.944.626

StrongBuy

6

A1XB5U

Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR)

149

2.899.314

StrongBuy

7

DBX0AN

Xtrackers II EONIA UCITS ETF

126

11.388.587

Buy

8

A0YEDG

iShares Core S&P 500 UCITS ETF

123

5.441.489

Buy

9

A0F5UH

iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)

110

2.304.476

StrongBuy

10

593393

iShares Core DAX® UCITS ETF (DE)

102

9.156.514

Neutral

11

A1C9KK

HSBC MSCI WORLD ETF

100

2.580.423

Buy

12

DBX1EU

Deka iBoxx EUR Liquid Ger. Covered Diversified UCITS ETF

88

471.004

StrongBuy

13

A0HGV0

iShares MSCI World UCITS ETF (Dist)

86

2.311.639

Neutral

14

DBX1DA

Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR)

81

4.434.084

Buy

15

A1103E

Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR)

73

1.903.489

StrongBuy

16

LYX0AG

Lyxor ETF MSCI World

71

652.911

Sell

17

DBX1EU

Xtrackers DJ Euro STOXX 50

66

1.708.199

Buy

18

263530

iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE)

64

3.247.808

Neutral

19

A0RGCS

Source MSCI World TRN

57

602.515

Buy

20

LYX0AD

LYXOR UCITS ETF DAILY LevDAX

57

7.468.765

Buy

21

A1JJTC

SPDR MSCI ACWI ETF UCITS

56

496.557

StrongBuy

22

LYX0GP

Lyxor ETF MSCI WORLD Information Technologies TR

52

1.757.101

Sell

23

A1JSHV

SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS

51

541.003

Buy

24

A0X8ZS

AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF

49

756.977

Sell

25

UB42AA

UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF

48

580.648

Buy

26

A0RPWG

iShares MSCI Europe UCITS ETF Registered Shares Acc. EUR o.N.

47

267.388

Buy

27

622391

iShares S&P 500 UCITS  ETF (Dist)

47

2.005.654

Neutral

28

DBX1MW

Xtrackers MSCI WORLD INDEX UCITS ETF

47

981.506

StrongSell

29

DBX1K2

Xtrackers MSCI KOREA INDEX UCITS ETF (DR)

46

619.871

StrongBuy

30

A1JVYP

UBS (Irl) ETF plc – Solactive Global Pure Gold Miners UCITS ETF - A Dis USD o.N.

45

1.100.965

Neutral

Anlegertrends nach Anlageklassen

Anlegertrends nach Anlageklassen

Geldmarkt

KW24

KW23

 

Buy

🡩

Anleihen

 

 

Anleihen

Buy

Anleihen Short

StrongSell

Aktien Gesamtmarkt

 

 

 

Buy

- Europa

 

 

Deutschland (Long)

Buy

🡩

Deutschland, gehebelt (Leverage)

Buy

Deutschland, negativ (Short)

Sell

🡫

Deutschland (Nettoposition)

Buy

🡩

Eurozone (Long)

Buy

🡩

Eurozone, gehebelt (Leverage)

StrongSell

Eurozone, negativ (Short)

StrongSell

Eurozone (Nettoposition)

Buy

🡩

Sektor-Indices

Buy

- Amerika, Asien, Global

 

 

Nordamerika

Buy

Südamerika

Neutral

🡩🡩

Asien

Buy

Global ex EM

Buy

- Schwellenländer

 

 

Emerging Markets

StrongBuy

🡩

EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA)

StrongSell

EM Asien

Buy

EM Lateinamerika

Neutral

🡫🡫

Rohstoffe

 

 

 

Buy

Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro

Geldmarkt

21.042.565

Anleihen Long

8.178.889

Anleihen Short

59.240

Aktien Long

150.042.792

Aktien Long gehebelt

11.878.991

Aktien Short

4.509.782

Aktien Short gehebelt

972.145

Rohstoffe

178.738

Gesamtumsatz

197.142.319

Jahresdurchschnitt

221.554.394

Jahreshoch

355.331.381

Jahrestief

113.172.244

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an. 

ETF im Fokus

Breite, globale ETFs aus Industrie- und Schwellenländern sind ein zentraler Baustein für langfristige Sparpläne und dürften auch eine große Rolle spielen bei der künftig staatlich geförderten Altersvorsorge. Über lange Zeiträume beeinflussen die ETF-Kosten wesentlich, wie sich die Wertentwicklung des Aktienmarktes im Portfolio widerspiegelt.

Vor diesem Hintergrund hat die DWS jüngst, zum 1. Juni 2026, die jährliche Pauschalgebühr für den Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF von 0,12 Prozent auf 0,07 Prozent gesenkt. Damit bietet der ETF, bezogen auf die jährliche Pauschalgebühr, aktuell den kosteneffizientesten Zugang zu großen und mittelgroßen Aktien aus Industrie- und Schwellenländern in einem Index.

Der FTSE All-World Index umfasst rund 4.200 Aktien mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung aus Industrie- und Schwellenländern in mehr als 45 Ländern. Als Teil der FTSE Global Equity Index Series repräsentiert er etwa 90 bis 95 Prozent der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung und bietet damit einen breiten, transparenten Zugang zu globalen Aktien in einem einzigen Index.

Der ETF bildet die Wertentwicklung des Index durch ein Sampling-Verfahren (Erwerb einer Auswahl der Indexbestandteile) nach. Die Dividendenerträge im ETF werden thesauriert (in den ETF reinvestiert).

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Index im Fokus: S&P 500

 

Der S&P 500 Index bildet die Wertentwicklung von 500 US-Aktiengesellschaften ab, die rund 75% der Marktkapitalisierung der US-Börsen repräsentieren. Damit zählt der S&P 500 zu den führenden Leitindizes der USA und gilt als eines der wichtigsten Börsenbarometer weltweit. Der Sektor Informationstechnologie verfügt mit 37,2% über die höchste Indexgewichtung. Es folgen Finanzwerte mit 11,9% und Aktien aus dem Sektor Kommunikation mit 10,0%. Die größten Indexschwergewichte sind die Aktien von Nvidia mit 7,8% und Apple mit 6,7%. Es folgen die Aktien von Alphabet mit 6,0% und Microsoft mit 4,5%.

Im Verlauf der Handelswoche stieg der S&P 500 Index um +0,6%. Seit Beginn des Jahres steht ein Zuwachs von +8,6% in den Büchern. Am Freitag notierte der Index -2,3% unter dem Allzeithoch vom 2. Juni. Am 9. März hatten wir den US-Leitindex zuletzt analysiert. Seit dieser Analyse hat der S&P 500 Index +10,3% an Wert gewonnen. Wenige Handelstage nach dem Ausbruch des Iran-Krieges hatten wir die erstaunliche Widerstandsfähigkeit des S&P 500 Index beschrieben sowie eine relevante Unterstützung definiert: „Daher betrachten wir einen maximalen Rückgang von bis zu -10,3% als einen verlässlicheren Indikator, um die Gültigkeit des übergeordneten Aufwärtstrends zu unterstellen.“
  

Wie wir heute im Chartbild sehen können, hat die relevante Unterstützung (rU per 6.3.26) gehalten. Am 30. März erreichte der US-Leitindex den Tiefpunkt, der -9,1% unter dem vorherigen Trendhoch vom 27.1.2026 lag. Danach folgte eine fulminante Erholungsbewegung. Bereits am 15. April kletterte der S&P 500 Index auf ein neues Rekordhoch. Am 2. Juni erreichte der US-Leitindex das aktuell gültige Allzeithoch. Bezogen auf dieses Trendhoch würde ein Rückgang von -10,3% einem Indexstand 6.666 Punkten entsprechen. Folglich verschiebt sich das Niveau der relevanten Unterstützung (rU) bis zu diesem Punktestand. Am 27. Oktober 2023 war der S&P 500 Index -10,3% unter sein vorheriges Trendhoch gefallen. Dieses Tief lag -2,9% unter der 200-Tage-Linie. Im Gegensatz dazu ist der US-Leitindex am 30. März sogar um -4,4% unter die vielbeachtete Signallinie gefallen. Die 200-Tage-Linie notierte am Freitag bei 6.882 Punkten. Ein Rückgang von -4,4% würde derzeit einem Indexstand von 6.579 Punkten entsprechen. Ein bestätigtes Abtauchen unter dieses Niveau kann als negatives Bestätigungssignal für einen negativen Trendwechsel gewertet werden.

* Definition Indexkonzentration: Hoch: Die Top 5 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Mittel: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Gering: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von unter 50%.

Häufigste Trades

Gewinner & Verlierer