ETF weekly: Der lauteste Teil der Lohninflation wird leiser
ETF weekly: Der ETF-Markt im Detail. Montags informieren wir Sie über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen am ETF-Markt. Erhalten Sie einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen, Statistiken der gefragtesten ETFs und weitere Informationen rund um das Thema Exchange Traded Funds.
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ETF weekly:
Chart der Woche: Der lauteste Teil der Lohninflation wird leiser
ETF-Anlegertrends
Top 30 der meistgehandelten ETFs
Anlegertrends nach Anlageklassen
ETF im Fokus
Index im Fokus
Täglicher Marktbericht: USA und Iran einigen sich auf Friedensabkommen
Chart der Woche: Der lauteste Teil der Lohninflation wird leiser
Im Freizeit- und Gastgewerbe normalisiert sich die Dynamik – ein Signal für den gesamten US-Arbeitsmarkt?
Die jüngsten Zahlen zur Lohnentwicklung in den USA senden ein wichtiges Signal. Während der Arbeitsmarkt robust bleibt, zeigt das Lohnwachstum keine merkliche Beschleunigung. Stattdessen bestätigt sich der Eindruck einer schrittweisen Normalisierung. Auf den ersten Blick mag die Lohninflation damit weiterhin zäh erscheinen - ein genauerer Blick zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild.
Besonders aufschlussreich ist der Sektor Freizeit- und Gastgewerbe (Leisure & Hospitality). Als eines der am niedrigsten bezahlten Segmente des US-Arbeitsmarkts war er von den Verwerfungen nach der Pandemie besonders stark betroffen, und zugleich ein zentraler Treiber des zwischenzeitlich sehr hohen Lohnwachstums. Gegen Ende 2021 lag die Wachstumsrate der Stundenlöhne im Vorjahresvergleich hier bei rund 13,8 Prozent.1
Die Gründe liegen in den außergewöhnlichen Ungleichgewichten während und nach der Pandemie: Viele Arbeitskräfte verließen zwischenzeitlich den Sektor, während mit der Wiederöffnung die Nachfrage abrupt zurückkehrte. Gleichzeitig dämpften Faktoren wie vorgezogene Ruhestände und geringere Zuwanderung das Arbeitsangebot. In einem ohnehin durch hohe Fluktuation geprägten Bereich führte dies zu besonders starkem Lohndruck. Verstärkt wurde dieser Effekt durch statistische Verzerrungen: Der Wegfall vieler gering bezahlter Jobs ließ die Durchschnittslöhne zeitweise auch rein rechnerisch steigen.
Inzwischen hat sich das Bild deutlich gewandelt. Arbeitskräfte sind zurückgekehrt, die Nachfrage hat sich normalisiert und das Arbeitskräfteangebot stabilisiert. Der Druck zu Neueinstellungen hat spürbar nachgelassen – sichtbar unter anderem an fallenden Kündigungsraten – und auch die Lohndynamik hat sich merklich beruhigt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer nachlassenden Dynamik bei Arbeitsplatzwechseln und Neueinstellungen.
Ein Blick auf die längerfristige Entwicklung unterstreicht diese Normalisierung: Das annualisierte Lohnwachstum in diesem Sektor lag in den Jahren vor der Pandemie (2016 bis Ende 2019) bei rund 3,65 Prozent und bewegt sich seit 2023 mit etwa 3,75 Prozent auf nahezu identischem Niveau. Die Dynamik ist damit faktisch gleich. Unserer Einschätzung nach ist dies ein klares Indiz dafür, dass sich der Arbeitsmarkt wieder an seinem strukturellen Trend orientiert.
„Gerade im Niedriglohnsektor zeigt sich besonders deutlich, wie stark der pandemiebedingte Lohndruck durch temporäre Ungleichgewichte getrieben war – und wie dieser Anpassungsprozess inzwischen überwunden ist“, sagt Christian Scherrmann, US-Ökonom der DWS. „Wenn sich die Dynamik in einem Segment wie Leisure & Hospitality wieder normalisiert, ist das ein wichtiges Signal für den breiteren Arbeitsmarkt.“
Gerade weil der Bereich Freizeit- und Gastgewerbe zuvor zu den größten Ausreißern zählte, ist diese Entwicklung besonders aussagekräftig. Sie deutet darauf hin, dass ein wesentlicher Teil des pandemiebedingten Lohnschocks inzwischen absorbiert ist – auch wenn strukturelle Veränderungen eine vollständige Rückkehr zu früheren Mustern nicht zwingend erwarten lassen.
Niedriglohnsektoren reagieren besonders sensibel auf Engpässe und wirken direkt auf die Dienstleistungsinflation, und damit auf einen für die Geldpolitik besonders wichtigen Bereich. Wenn sich insbesondere hier die Dynamik normalisiert, spricht das dafür, dass ein zentraler Treiber der US-Lohninflation an Bedeutung verloren hat. Dies ist eine Entwicklung, die sich zunehmend auch in anderen arbeitsintensiven Dienstleistungsbereichen widerspiegelt. Der lauteste Teil des Lohnanstiegs ist damit deutlich leiser geworden – auch wenn temporäre Faktoren, etwa eine durch Großereignisse wie die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft gestützte Nachfrage im Freizeit- und Gastgewerbe, kurzfristig für punktuelle Impulse sorgen könnten. „Unter der Annahme, dass sich der Ölpreis nicht noch signifikant verteuert, erwarten wir, dass die Inflation in den nächsten Monaten ihren Höhepunkt erreicht“, bestätigt Scherrmann.
US-Lohnwachstum im Bereich Freizeit und Gastgewerbe wieder auf Vor-Corona-Niveau

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand 09.06.2026
1 Sämtliche Finanzdaten – sofern nicht anders angegeben – von Bloomberg Finance L.P.; Stand: 09.06.2026
Top 30 der meistgehandelten ETFs
Rang | WKN | Name | Trades | Total in € | Anlegertrend |
1 | A0RPWH | iShares Core MSCI World UCITS ETCF Registered Shares Acc. USD o.N. | 552 | 17.503.781 | Buy |
2 | A1JJTD | SPDR MSCI ACWI IMI ETF UCITS | 241 | 4.614.022 | StrongBuy |
3 | A0YEDL | iShares NASDAQ 100 UCITS ETF | 201 | 27.338.304 | Neutral |
4 | A0F5UF | iShares NASDAQ-100® UCITS ETF (DE) | 187 | 10.516.454 | Buy |
5 | A111X9 | iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF | 182 | 3.944.626 | StrongBuy |
6 | A1XB5U | Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF (DR) | 149 | 2.899.314 | StrongBuy |
7 | DBX0AN | Xtrackers II EONIA UCITS ETF | 126 | 11.388.587 | Buy |
8 | A0YEDG | iShares Core S&P 500 UCITS ETF | 123 | 5.441.489 | Buy |
9 | A0F5UH | iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) | 110 | 2.304.476 | StrongBuy |
10 | 593393 | iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) | 102 | 9.156.514 | Neutral |
11 | A1C9KK | HSBC MSCI WORLD ETF | 100 | 2.580.423 | Buy |
12 | DBX1EU | Deka iBoxx EUR Liquid Ger. Covered Diversified UCITS ETF | 88 | 471.004 | StrongBuy |
13 | A0HGV0 | iShares MSCI World UCITS ETF (Dist) | 86 | 2.311.639 | Neutral |
14 | DBX1DA | Xtrackers DAX® UCITS ETF (DR) | 81 | 4.434.084 | Buy |
15 | A1103E | Xtrackers Equity Value Factor UCITS ETF (DR) | 73 | 1.903.489 | StrongBuy |
16 | LYX0AG | Lyxor ETF MSCI World | 71 | 652.911 | Sell |
17 | DBX1EU | Xtrackers DJ Euro STOXX 50 | 66 | 1.708.199 | Buy |
18 | 263530 | iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE) | 64 | 3.247.808 | Neutral |
19 | A0RGCS | Source MSCI World TRN | 57 | 602.515 | Buy |
20 | LYX0AD | LYXOR UCITS ETF DAILY LevDAX | 57 | 7.468.765 | Buy |
21 | A1JJTC | SPDR MSCI ACWI ETF UCITS | 56 | 496.557 | StrongBuy |
22 | LYX0GP | Lyxor ETF MSCI WORLD Information Technologies TR | 52 | 1.757.101 | Sell |
23 | A1JSHV | SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF UCITS | 51 | 541.003 | Buy |
24 | A0X8ZS | AMUNDI ETF LEVERAGED MSCI USA DAILY UCITS ETF | 49 | 756.977 | Sell |
25 | UB42AA | UBS ETF – MSCI Emerging Markets UCITS ETF | 48 | 580.648 | Buy |
26 | A0RPWG | iShares MSCI Europe UCITS ETF Registered Shares Acc. EUR o.N. | 47 | 267.388 | Buy |
27 | 622391 | iShares S&P 500 UCITS ETF (Dist) | 47 | 2.005.654 | Neutral |
28 | DBX1MW | Xtrackers MSCI WORLD INDEX UCITS ETF | 47 | 981.506 | StrongSell |
29 | DBX1K2 | Xtrackers MSCI KOREA INDEX UCITS ETF (DR) | 46 | 619.871 | StrongBuy |
30 | A1JVYP | UBS (Irl) ETF plc – Solactive Global Pure Gold Miners UCITS ETF - A Dis USD o.N. | 45 | 1.100.965 | Neutral |
Anlegertrends nach Anlageklassen
Anlegertrends nach Anlageklassen | ||
Geldmarkt | KW24 | KW23 |
| Buy | 🡩 |
Anleihen |
|
|
Anleihen | Buy | ⭘ |
Anleihen Short | StrongSell | ⭘ |
Aktien Gesamtmarkt |
|
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| Buy | ⭘ |
- Europa |
|
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Deutschland (Long) | Buy | 🡩 |
Deutschland, gehebelt (Leverage) | Buy | ⭘ |
Deutschland, negativ (Short) | Sell | 🡫 |
Deutschland (Nettoposition) | Buy | 🡩 |
Eurozone (Long) | Buy | 🡩 |
Eurozone, gehebelt (Leverage) | StrongSell | ⭘ |
Eurozone, negativ (Short) | StrongSell | ⭘ |
Eurozone (Nettoposition) | Buy | 🡩 |
Sektor-Indices | Buy | ⭘ |
- Amerika, Asien, Global |
|
|
Nordamerika | Buy | ⭘ |
Südamerika | Neutral | 🡩🡩 |
Asien | Buy | ⭘ |
Global ex EM | Buy | ⭘ |
- Schwellenländer |
|
|
Emerging Markets | StrongBuy | 🡩 |
EM Europa, Middle East, Afrika (EMEA) | StrongSell | ⭘ |
EM Asien | Buy | ⭘ |
EM Lateinamerika | Neutral | 🡫🡫 |
Rohstoffe |
|
|
| Buy | ⭘ |
Umsätze in ETFs nach Anlageklassen in Euro | ||
Geldmarkt | 21.042.565 | |
Anleihen Long | 8.178.889 | |
Anleihen Short | 59.240 | |
Aktien Long | 150.042.792 | |
Aktien Long gehebelt | 11.878.991 | |
Aktien Short | 4.509.782 | |
Aktien Short gehebelt | 972.145 | |
Rohstoffe | 178.738 | |
Gesamtumsatz | 197.142.319 | |
Jahresdurchschnitt | 221.554.394 | |
Jahreshoch | 355.331.381 | |
Jahrestief | 113.172.244 | |

Erläuterung: Der Trend ergibt sich aus dem Verhältnis von ausgeführten Kauf- zu Verkaufsorders an der Börse Stuttgart. Die Berechnungen erfolgen auf Grundlage der vorläufigen Daten für 2026. Die Trendpfeile geben die Veränderung der Trends zur Vorwoche an.
ETF im Fokus
Breite, globale ETFs aus Industrie- und Schwellenländern sind ein zentraler Baustein für langfristige Sparpläne und dürften auch eine große Rolle spielen bei der künftig staatlich geförderten Altersvorsorge. Über lange Zeiträume beeinflussen die ETF-Kosten wesentlich, wie sich die Wertentwicklung des Aktienmarktes im Portfolio widerspiegelt.
Vor diesem Hintergrund hat die DWS jüngst, zum 1. Juni 2026, die jährliche Pauschalgebühr für den Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF von 0,12 Prozent auf 0,07 Prozent gesenkt. Damit bietet der ETF, bezogen auf die jährliche Pauschalgebühr, aktuell den kosteneffizientesten Zugang zu großen und mittelgroßen Aktien aus Industrie- und Schwellenländern in einem Index.
Der FTSE All-World Index umfasst rund 4.200 Aktien mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung aus Industrie- und Schwellenländern in mehr als 45 Ländern. Als Teil der FTSE Global Equity Index Series repräsentiert er etwa 90 bis 95 Prozent der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung und bietet damit einen breiten, transparenten Zugang zu globalen Aktien in einem einzigen Index.
Der ETF bildet die Wertentwicklung des Index durch ein Sampling-Verfahren (Erwerb einer Auswahl der Indexbestandteile) nach. Die Dividendenerträge im ETF werden thesauriert (in den ETF reinvestiert).
Index im Fokus: S&P 500
Der S&P 500 Index bildet die Wertentwicklung von 500 US-Aktiengesellschaften ab, die rund 75% der Marktkapitalisierung der US-Börsen repräsentieren. Damit zählt der S&P 500 zu den führenden Leitindizes der USA und gilt als eines der wichtigsten Börsenbarometer weltweit. Der Sektor Informationstechnologie verfügt mit 37,2% über die höchste Indexgewichtung. Es folgen Finanzwerte mit 11,9% und Aktien aus dem Sektor Kommunikation mit 10,0%. Die größten Indexschwergewichte sind die Aktien von Nvidia mit 7,8% und Apple mit 6,7%. Es folgen die Aktien von Alphabet mit 6,0% und Microsoft mit 4,5%.
Im Verlauf der Handelswoche stieg der S&P 500 Index um +0,6%. Seit Beginn des Jahres steht ein Zuwachs von +8,6% in den Büchern. Am Freitag notierte der Index -2,3% unter dem Allzeithoch vom 2. Juni. Am 9. März hatten wir den US-Leitindex zuletzt analysiert. Seit dieser Analyse hat der S&P 500 Index +10,3% an Wert gewonnen. Wenige Handelstage nach dem Ausbruch des Iran-Krieges hatten wir die erstaunliche Widerstandsfähigkeit des S&P 500 Index beschrieben sowie eine relevante Unterstützung definiert: „Daher betrachten wir einen maximalen Rückgang von bis zu -10,3% als einen verlässlicheren Indikator, um die Gültigkeit des übergeordneten Aufwärtstrends zu unterstellen.“


Wie wir heute im Chartbild sehen können, hat die relevante Unterstützung (rU per 6.3.26) gehalten. Am 30. März erreichte der US-Leitindex den Tiefpunkt, der -9,1% unter dem vorherigen Trendhoch vom 27.1.2026 lag. Danach folgte eine fulminante Erholungsbewegung. Bereits am 15. April kletterte der S&P 500 Index auf ein neues Rekordhoch. Am 2. Juni erreichte der US-Leitindex das aktuell gültige Allzeithoch. Bezogen auf dieses Trendhoch würde ein Rückgang von -10,3% einem Indexstand 6.666 Punkten entsprechen. Folglich verschiebt sich das Niveau der relevanten Unterstützung (rU) bis zu diesem Punktestand. Am 27. Oktober 2023 war der S&P 500 Index -10,3% unter sein vorheriges Trendhoch gefallen. Dieses Tief lag -2,9% unter der 200-Tage-Linie. Im Gegensatz dazu ist der US-Leitindex am 30. März sogar um -4,4% unter die vielbeachtete Signallinie gefallen. Die 200-Tage-Linie notierte am Freitag bei 6.882 Punkten. Ein Rückgang von -4,4% würde derzeit einem Indexstand von 6.579 Punkten entsprechen. Ein bestätigtes Abtauchen unter dieses Niveau kann als negatives Bestätigungssignal für einen negativen Trendwechsel gewertet werden.
* Definition Indexkonzentration: Hoch: Die Top 5 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Mittel: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von über 50%. Gering: Die Top 10 Indexgewichte haben zusammen eine Gewichtung von unter 50%.



