Euwax Trends: RWE im Aufwind, Adidas enttäuscht

Auf welche Optionsscheine, Knock-Outs & Co. setzen unsere Anleger? Unsere Börsen-Trends am 30. Juni 2026, Stand: 12:00 Uhr

Heizereder, Steffen

Veröffentlicht am: 30.06.2026

Zuletzt bearbeitet am: 30.06.2026

Die meistgehandelten Hebelprodukte an der Börse Stuttgart 

1. Knock-out-Call – Amazon: Australien-Klage bremst Amazons Prime-Dynamik

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2. Call-Optionsschein – RWE: Amprion-Zukauf stützt RWE-Trend

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3. Call-Optionsschein – Adidas: WM-Dämpfer belastet Adidas-Trend

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Täglicher Marktbericht: Starke Quartalsgewinne in Asien – DAX heute früh leicht im Plus

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Die meistgehandelten Hebelprodukte

1. Knock-out-Call – Amazon: Australien-Klage bremst Amazons Prime-Dynamik

Amazon schwankt derzeit deutlich, der Kurs bewegt sich um 241 Dollar. Der kurzfristige Trend zeigt aber nach oben, gestützt von den Aktivitäten rund um Prime Day, Cloud-Preise und KI-Investitionen. Im Handelsgeschäft steht die laufende Prime-Day-Saison im Fokus. Sie dient als aktueller Test für Konsumnachfrage, Rabattintensität und Margenqualität. Im Cloudgeschäft stützen Preiserhöhungen für bestimmte AWS-Kapazitäten im Bereich maschinelles Lernen die Wahrnehmung knapper KI-Infrastruktur.

Gleichzeitig verstärken sie die Debatte über den hohen Kapitalbedarf für Rechenzentren, Chips und Stromversorgung. Die geplanten Investitionen von rund 200 Mrd. Dollar und der deutlich gesunkene freie Mittelzufluss machen die Aktie anfällig für Richtungswechsel. Zusätzlich sorgt die Klage der australischen Wettbewerbsbehörde wegen Prime-Video-Werbeklauseln für regulatorischen Gegenwind.

In Stuttgart kaufen Anleger mehrheitlich einen K.o.-Call auf Amazon.

2. Call-Optionsschein – RWE: Amprion-Zukauf stützt RWE-Trend

RWE bleibt fest und klettert heute um rund 1 Prozent nach oben. Seit Wochenbeginn überwiegt ein positiver Trend, trotz Verwässerung durch die Kapitalerhöhung zum Kauf von Amprion. Der Konzern erhöhte vergangene Woche seinen indirekten Anteil am Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf 55 Prozent und zahlt rund 3,6 Mrd. Euro. Die Mittel verschieben das Profil stärker in Richtung regulierter Netzerträge, die berechenbarer sind als Erzeugung und Energiehandel. Ein angehobenes Analystenkursziel von 68 Euro zeigt, dass der Zukauf derzeit der zentrale Treiber der Neubewertung ist.

Operativ kamen im ersten Quartal bessere Windverhältnisse und neue Kapazitäten hinzu: Das bereinigte EBITDA stieg auf 1,6 Mrd. Euro, das bereinigte Nettoergebnis auf 0,6 Mrd. Euro. Der Gewinnsprung war jedoch auch durch eine Entschädigung des niederländischen Staates von 332 Mio. Euro für Kohlekraft-Beschränkungen gestützt; ohne diesen Sondereffekt wäre die Entwicklung flacher. Gegenwind kommt aus der geplanten Netzentgelt-Reform und dem Wegfall der steuerfreien Ladestrom-Pauschale, den die Amprion-Nachricht bislang überlagert.

An der Börse Stuttgart zeigen sich Anleger bei einem Call auf RWE überwiegend auf der Käuferseite.

3. Call-Optionsschein – Adidas: WM-Dämpfer belastet Adidas-Trend

Adidas steht nach der jüngsten Erholung unter Druck, der Kurs bewegt sich um 179 Euro. Der Trend hat sich kurzfristig eingetrübt, weil das frühe WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die zuvor starke Fantasie rund um Trikot- und Fanartikelverkäufe dämpft. Der Konzern hielt bereits zuvor an seinem Ziel fest, den Umsatz im hohen einstelligen Bereich zu steigern und ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Mrd. Euro zu erzielen.

Die WM bleibt wegen Spielball, Teams und internationaler Reichweite relevant, der deutsche Absatzimpuls verliert aber mittelfristig an Gewicht. Hinzu kommt der strategische Bruch im DFB-Geschäft: Ab 2027 wird die Nationalmannschaft nicht mehr von Adidas ausgerüstet, wodurch ein traditionsreicher Marketinganker ausläuft. Gegenläufig stützen starke Nachfrage nach Retro- und Lifestyle-Produkten, bessere Verfügbarkeit im Handel und die fortgesetzte Erholung der Kernmarke. Belastend wirken weiter Zölle, Währungen und vorsichtige Konsumstimmung.

Stuttgarter Derivateanleger verkaufen mehrheitlich einen Adidas-Call.

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