Die meistgehandelten strukturierten Wertpapiere unserer Anleger in der KW 26 sind u.a. Bitcoin, Silber und Dell: Tech-Ergebnisse, Kryptos und Rohstoffe bewegen den Markt für strukturierte Wertpapiere
Knock-Outs, Optionsscheine und Anlagezertifikate im Fokus
Heizereder, Steffen
Veröffentlicht am: 24.06.2026
Zuletzt bearbeitet am: 24.06.2026
Erfahren Sie, welche strukturierten Wertpapiere bei unseren Anlegern diese Woche die beliebtesten sind. Für Sie direkt vom Stuttgarter Börsenparkett und wöchentlich neu.
Knock-Out-Produkte: Schwankungsintensive Konsolidierungen in zahlreichen Sektoren treiben Knock-Out-Handel an
Optionsscheine: KI-Infrastrukturgeschäft und Energie bleiben nachgefragt, vor allem US-Konzerne sind gefragt.
Anlagezertifikate: Adidas und Themenzertifikate: Zwischen Fußball WM und spannenden Investmenttrends
Marktbericht: Rheinmetall unter Druck
Knock-Out-Produkte: Schwankungsintensive Konsolidierungen in zahlreichen Sektoren treiben Knock-Out-Handel an
In der vergangenen Woche war das Handelsgeschehen bei Optionsscheinen an der Börse Stuttgart vor allem durch die Entwicklungen bei Rohstoffen und Kryptos geprägt. Besonders im Fokus standen dabei der Silberpreis und Bitcoin.
Silber ist in der vergangenen Woche spürbar unter Druck geraten. Der Preis fiel in Richtung 61 Dollar je Feinunze und setzte damit die Korrektur des Vormonats fort. Auf Monatssicht steht ein Minus von mehr als 20 Prozent in den Büchern, trotz weiterhin klarer Gewinne gegenüber dem Vorjahr. Der Trend wurde vor allem durch das Makroumfeld bestimmt: Ein stärkerer US-Dollar verteuerte das Metall außerhalb des Dollarraums, zugleich nahmen die Erwartungen an höhere US-Zinsen zu. Das belastet Edelmetalle, weil sie keine laufenden Erträge abwerfen. Hinzu kam eine breitere Zurückhaltung an den Rohstoff- und Aktienmärkten. Die industrielle Rolle von Silber blieb zwar ein stützender Faktor, vor allem über Elektronik und Solarwirtschaft. Kurzfristig überwogen aber die Belastungen durch Geldpolitik, Währungseffekt und schwächere Risikobereitschaft.
In der vergangenen Woche hat Bitcoin weiter an Schwung verloren. Die Kryptowährung rutschte unter die Marke von 63.000 Dollar und gab auf Wochensicht rund 4,5 Prozent nach. Damit blieb der Markt zwar oberhalb der besonders beachteten Zone um 60.000 Dollar, eine klare Erholung setzte sich aber nicht durch. Der Trend war von Zurückhaltung geprägt: Aus den US-Spot-ETFs floss über mehrere Wochen Kapital ab, zeitweise fehlten neue Zuflüsse als Stütze. Zugleich belasteten unsichere Erwartungen an die US-Geldpolitik, ein festerer Dollar und schwächere Risikobereitschaft bei wachstumsnahen Werten. Das traf Bitcoin stärker, weil die Kryptowährung derzeit wieder eng mit globalen Risikoanlagen läuft. Stützend wirkten einzelne Käufe großer Unternehmen wie zum Beispiel Strategy und die Stabilisierung im Bereich von 62.000 bis 64.000 Dollar.
LVMH hat in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Die Aktie fiel auf knapp 484 Euro und verlor über fünf Handelstage rund 7 Prozent. Damit wurde ein Teil der vorherigen Erholung im europäischen Luxussegment wieder abgegeben. Der Trend war nicht von einer einzelnen Unternehmensmeldung geprägt, sondern vor allem vom veränderten Marktumfeld. Zunächst hatten nachlassende Sorgen um Energiepreise und Inflation zyklische Konsumwerte gestützt. Diese Unterstützung hielt jedoch nicht an, weil wieder mehr Vorsicht gegenüber globalen Aktien aufkam und höhere Zinserwartungen den Spielraum für konjunkturabhängige Titel einengten. Für LVMH kommt hinzu, dass der Luxusmarkt weiter zwischen Stabilisierung und schwacher Nachfrage pendelt. Besonders wichtig bleibt die Entwicklung in China, wo sich der Konsum hochwertiger Produkte zwar nicht weiter stark verschlechtert, aber auch keine breite Dynamik zeigt.
Optionsscheine: KI-Infrastrukturgeschäft und Energie bleiben nachgefragt, vor allem US-Konzerne sind gefragt.
Der Ausbau der KI-Rechenzentren betrifft zahlreiche Branchen und ist immer noch durch starkes Wachstum geprägt, ebenfalls bei Energiewerten.
Dell war als Basiswert bei Optionsscheinen in der vergangenen Woche sehr gefragt und setzte seinen Aufwärtstrend fort, allerdings mit spürbaren Schwankungen. Der Kurs bewegte sich von gut 419 auf knapp 428 Dollar und gewann damit leicht, nachdem zwischenzeitlich Gewinnmitnahmen und ein schwächeres Technikumfeld belastet hatten. Getragen wird die Entwicklung weiter von der Neubewertung des Geschäfts mit KI-Infrastruktur. Dell meldete 43,8 Milliarden Dollar Quartalsumsatz, ein Plus von 88 Prozent, sowie 16,1 Milliarden Dollar Umsatz mit KI-optimierten Servern. Das zeigt, dass das Unternehmen nicht mehr vor allem als PC-Anbieter wahrgenommen wird, sondern stärker als Lieferant für Rechenzentren. Stützend wirkten Analysen über die gute Positionierung bei KI- und Cloud-Ausgaben.
Die Aktie von Applied Materials zeigte in der vergangenen Woche einen volatilen Trend. Unter dem Strich blieb auf Wochensicht ein Aufwärtstrend, das vor allem vom starken Umfeld für Halbleiterausrüster getragen wurde. Entscheidend war die Erwartung, dass der Ausbau von KI-Rechenzentren die Nachfrage nach Fertigungsanlagen für Speicherchips, Logikchips und Advanced Packaging weiter antreibt. Branchenprognosen sehen den Markt für Wafer-Fertigungsausrüstung von etwa 145 Milliarden Dollar auf bis zu 250 Milliarden Dollar in den kommenden Jahren wachsen.
Cameco zeigte in der vergangenen Woche einen stabilen Aufwärtstrend, getragen wurde die Entwicklung vor allem vom wieder freundlicheren Umfeld für Uran- und Atomkraftwerte. Besonders stützend wirkten neue US-Pläne für bis zu 17,5 Milliarden Dollar an bedingten Krediten zur Stärkung der nuklearen Lieferkette. Davon kann Cameco indirekt über die Beteiligung an Westinghouse profitieren, weil die Finanzierung den Bau großer AP1000-Reaktoren beschleunigen soll. Damit rückt neben dem Uranverkauf stärker das Geschäft entlang der gesamten nuklearen Wertschöpfungskette in den Vordergrund.
Anlagezertifikate: Adidas und Themenzertifikate: Zwischen Fußball WM und spannenden Investmenttrends
Das Anlagezertifikat LUS Wikifolio Index AlphaStars gehörte in dieser Woche zu den besonders gefragten Produkten an der Börse Stuttgart. Das Papier setzt auf eine Strategie, die in Form eines Indexzertifikats umgesetzt wird und gezielt qualitativ hochwertige, wachstumsstarke Unternehmen in den Index aufnimmt. Berücksichtigt werden Aktien von Firmen, die ein überdurchschnittliches Umsatz und Gewinnwachstum vorweisen, hohe Profitabilität erreichen, solide Bilanzen besitzen und über nachhaltige Wettbewerbsvorteile verfügen. Der Ansatz ist stark fundamental geprägt und zielt darauf ab, Unternehmen zu identifizieren, die langfristig „Alpha“ generieren – also eine bessere Wertentwicklung erzielen als der Gesamtmarkt.
Die Aktie von Adidas konnte sich seit Anfang April wieder deutlich erholen. Gestützt wurde die Bewegung vor allem durch die Fortsetzung des Aktienrückkaufs. Adidas will in der zweiten Tranche bis zu 500 Millionen Euro einsetzen; zusammen mit der ersten Tranche summiert sich das Programm auf bis zu 1 Milliarde Euro. Das signalisiert finanzielle Spielräume und dämpfte zeitweise die Zurückhaltung am Markt. Operativ blieb das Bild gemischt. Neue Fußball- und Produktkooperationen passten zum Rückenwind durch die Weltmeisterschaft und stärkten die Markenpräsenz, während das Verbot einzelner Umweltwerbeaussagen in Großbritannien ein Reputationsrisiko sichtbar machte.
Der Chip Titans Index zeigte in der vergangenen Woche einen insgesamt festen, aber zunehmend schwankungsanfälligen Verlauf. Nach einem Stand von rund 108 Punkten stieg der Index zeitweise bis über 117 Punkte und lag damit klar über dem Niveau der Vorwoche. Der Trend wurde zunächst von der weiter hohen Nachfrage nach KI-Rechenleistung, Speicherchips und Komponenten für Rechenzentren getragen. Besonders die breite Aufstellung über 20 Werte aus Chipdesign, Speicher, Fertigungsausrüstung und Infrastruktur half, positive Impulse aus mehreren Segmenten aufzunehmen. Rückenwind kam zudem von Berichten über anhaltend hohe Investitionen in KI-Infrastruktur sowie von der Hoffnung, dass Server-CPUs, schnelle Datenverbindungen und Speicherlösungen weiter gefragt bleiben. Gegen Ende der Woche nahm der Druck jedoch zu. Sorgen über stark gestiegene Bewertungen im Technologiesektor, mögliche höhere US-Zinsen und Zweifel an der Rentabilität hoher KI-Ausgaben belasteten Halbleiterwerte weltweit.
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