Ordertypen an der Börse Stuttgart

Sie bestimmen die Taktik, wir führen sie aus: Automatisieren Sie einfach Ihr Ordermanagement. Wir erklären, wie Sie Handelsstrategien mit nur einer Order umsetzen.

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Florian Handel

Sie wollen Ihr Depot nicht permanent überwachen, aber trotzdem auf steigende oder fallende Kurse reagieren? Dank intelligenter Ordertypen können Sie steuern, wann, wo und zu welchem Preis Ihre Wertpapiere automatisch gekauft oder verkauft werden – ganz gleich, ob es um Aktien, Anlage- oder Hebelprodukte, ETPs oder Anleihen geht.

Die Trailing-Stop-Order

Die Trailing-Stop-Order kann Ihnen helfen, Gewinne abzusichern. Dazu koppeln Sie das gewünschte Stop-Limit bei der Orderaufgabe in einem von Ihnen gewählten Abstand an den Kurs des Wertpapiers. Diesen Abstand können Sie – je nach Bank – als absoluten oder prozentualen Wert angeben. Steigt dieser, wird Ihr Stop-Limit automatisch nachgezogen. Dadurch realisieren Sie bei einer Trendwende bislang erzielte Gewinne automatisch. Fällt der Kurs, greift das zu dem Zeitpunkt gültige Limit: Wird es erreicht, wird Ihr Wertpapier zum nächstmöglichen Preis verkauft.

Im umgekehrten Fall einer Kauforder bietet Ihnen ein Trailing Stop eine bessere Chance auf einen optimierten Einstiegskurs. Auf diese Weise müssen Sie nicht ständig selbst den Markt beobachten und die Stop-Limits manuell anpassen. Aber wie bei jedem Stop-Loss gilt auch hier: Je volatiler das Wertpapier ist, desto größer sollte der gewählte Abstand sein.

So funktioniert die Trailing Stop Order

Die Stop Limit Order

Die Stop Limit Order bietet sich an, wenn Sie – anders als bei einer Stop Market Order – nicht bereit sind, jeden möglichen Verkaufspreis nach Erreichen des Stop Loss’ zu akzeptieren.

Und das funktioniert so: Geben Sie neben einem Verkaufslimit zusätzlich ein darüber liegendes Stop Loss Limit an. Sobald letzteres erreicht wird, wandert Ihre Order mit dem gewählten Verkaufslimit in das Orderbuch. Wird danach ein Preis ermittelt, der größer beziehungsweise gleich dem Verlaufslimit ist, wird Ihr Wertpapier verkauft. Auf dieser Weise erhalten Sie Ihren gewünschten Mindestverkaufspreis. Sollte dieser aufgrund der Marktbedingungen jedoch nicht erreicht werden, wird das Wertpapier nicht automatisch verkauft. Sie bleiben in der Position investiert. Geht es um den Kauf eines Wertpapiers, ermöglicht Ihnen die Stop Limit Order – die in diesem Fall eher eine Start Buy Order ist – den Einstieg zu einem von Ihnen definierten maximalen Preis.

Bild Stop Limit Order
So funktioniert die Stop Limit Order

Die One-Cancels-Other-Order

Die One-Cancels-Other-Order könnte auch 2-in-1-Order heißen. Mit dieser können Sie sich gleichzeitig für fallende und steigende Kursentwicklungen positionieren. Dabei kombinieren Sie zwei Orders miteinander, bei der die eine sofort nach Ausführung der anderen Order gelöscht wird. Je nachdem, welche Marke im weiteren Kursverlauf als erstes erreicht wird, wird das Wertpapier zum entsprechenden Preis verkauft.

Das funktioniert so: Geht es um einen Verkauf, setzen Sie neben einem Stop-Limit zur Absicherung Ihrer Position nach unten gleichzeitig ein oberes Verkaufslimit. Auf diese Weise realisieren Sie entweder automatisch Gewinne – oder begrenzen Verluste.

Wenden Sie die One-Cancels-Other-Order als Kauforder an, können Sie entweder zu einem günstigeren als dem aktuellen Preis einsteigen oder sobald das von Ihnen gewählten oberen Kauflimit erreicht wird – weil Sie bei Durchbrechen dieser Marke weiter steigende Preise erwarten. Das Kauflimit muss hier unter oder auf dem aktuellen Marktpreis und die Stop-Buy-Marke darüber liegen.

So funktioniert die One-Cancels-Other Order

Die Next-Order

Mit der Next-Order können Sie bis zu drei Aufträge zu einer Kette verknüpfen: Kombinieren Sie beispielsweise eine limitierte Kauforder direkt mit einem Verkaufsauftrag für das gleiche Papier und in gleicher Stückzahl. Die Folgeorder wird dann erst aktiv, wenn die vorhergehende Order vollständig ausgeführt wurde. 
Übrigens lässt sich jeder Teil der Orderkette unabhängig von Ursprungs- oder Folgeorder ändern. Wird eine Order jedoch gelöscht, führt dies zur automatischen Löschung aller nachfolgenden Orders.

Periodische Gültigkeit

Der Orderzusatz für periodische Gültigkeit erlaubt es Ihnen, bis zu drei tägliche Gültigkeitsperioden zu definieren, in denen Ihre Wertpapierorder zur Ausführung kommen kann. Das ist etwa mit Blick auf die Haupthandelszeiten einer Aktie interessant: In diesem Zeitraum werden die meisten Papiere gehandelt. Das verringert die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Wollen Sie diesem Umstand Rechnung tragen, begrenzen Sie die Gültigkeit Ihrer Order beispielsweise auf die Zeit zwischen 9 bis 17:30 Uhr für eine deutsche Aktie oder 15:30 bis 22:00 Uhr bei einem US-Titel. Diese Vorgabe gilt dann automatisch an jedem Handelstag, bis die Order ausgeführt wird oder erlischt.

Wie und wo Sie den Ordertyp eingeben

Wenn Sie eine Order über die Ordermaske Ihres Online-Brokers aufgeben, müssen Sie als Handelsplatz einfach Börse Stuttgart sowie den gewünschten Ordertyp auswählen. Manche Anbieter führen die dafür benötigten Angaben auch unter „Orderzusätze“ auf. Oder Sie lassen die Order über Ihren Bankberater an der Börse Stuttgart mit den entsprechenden Orderzusätzen platzieren.

Wichtig: Noch bietet nicht jedes Finanzinstitut die intelligenten Ordertypen der Börse Stuttgart an – sprechen Sie einfach Ihre Bank an und fragen Sie, ab wann Sie diesen Service nutzen können.