ROUNDUP/Umfrage: Britische Jugendliche oft als Erwachsene im Netz

(dpa-AFX) LONDON (dpa-AFX) - Kinder und Jugendliche in Großbritannien haben sich einer Untersuchung zufolge bei mehr als 1,6 Millionen Konten in sozialen Netzwerken fälschlich als Erwachsene ausgegeben. Wie die britische Medienaufsicht (ASA) am Dienstag mitteilte, besitzen 93 Prozent der 11- bis 17-Jährigen mindestens einen Account bei Facebook, Instagram, Snapchat, Tiktok, Twitch, Twitter oder Youtube. In mindestens 11 Prozent der Fälle hätten sie ihr Alter zu Unrecht mit mindestens 18 angegeben. Dadurch seien sie deutlich häufiger altersbeschränkter Werbung ausgesetzt als Nutzer, die sich mit ihrem korrekten Alter angemeldet haben. Für die Untersuchung waren etwa 1000 Kinder und Jugendliche befragt worden.

LONDON (dpa-AFX) - Kinder und Jugendliche in Großbritannien haben sich einer Untersuchung zufolge bei mehr als 1,6 Millionen Konten in sozialen Netzwerken fälschlich als Erwachsene ausgegeben. Wie die britische Medienaufsicht (ASA) am Dienstag mitteilte, besitzen 93 Prozent der 11- bis 17-Jährigen mindestens einen Account bei Facebook, Instagram, Snapchat, Tiktok, Twitch, Twitter oder Youtube. In mindestens 11 Prozent der Fälle hätten sie ihr Alter zu Unrecht mit mindestens 18 angegeben. Dadurch seien sie deutlich häufiger altersbeschränkter Werbung ausgesetzt als Nutzer, die sich mit ihrem korrekten Alter angemeldet haben. Für die Untersuchung waren etwa 1000 Kinder und Jugendliche befragt worden.

"Da sich viele Kinder mit einem falschen Alter in sozialen Medien registrieren, ist es wichtig, dass Vermarkter von altersbeschränkten Anzeigen ihre Medienwahl überdenken", sagte ASA-Chef Guy Parker. Werbung nur auf der Grundlage von Altersdaten zu schalten, reiche nicht mehr aus.

Der Studie zufolge haben Kinder und Jugendliche im Durchschnitt Accounts in drei sozialen Netzwerken. Bei schätzungsweise gut fünf Millionen 11- bis 17-Jährigen in Großbritannien bedeute dies mehr als 15 Millionen Konten. Der ASA-Untersuchung zufolge melden sich Kinder immer früher für Social Media an. Zudem gebe es kaum eine Kontrolle durch Eltern: In drei Vierteln der Fälle meldeten sich die Jugendlichen ohne Aufsicht an, sogar 94 Prozent nutzten für den Zugang eigene Geräte.

Von deutschen Medienregulierern gab es eine Reaktion auf die britische Untersuchung. Der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bei den Landesmedienanstalten, Marc Jan Eumann, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Für Kinder ist es kinderleicht, sich durch einen Klick älter zu machen. Kaum ein soziales Netzwerk führt eine wirksame Altersüberprüfung durch." Zugleich verwies er auf einen derzeitigen Test einer großen Plattform, bei dem es um eine von der Kommission als positiv bewertete Altersüberprüfung gehe - diese arbeite mit künstlicher Intelligenz./bvi/rin/DP/men