Finanznachrichten

XETRA-SCHLUSS/DAX gibt mit steigender Rendite weiter nach

30.06.2017 - 17:53 Uhr


Von Manuel Priego-Thimmel

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang weiter nachgegeben. Für anhaltende Unruhe sorgten die jüngsten Verwerfungen an den Anleihemärkten. Auslöser war die falkenhaft interpretierten Rede von EZB-Präsident Mario Draghi vom Dienstag. Draghi hatte die Bereitschaft der EZB zur Anpassung der Geldpolitik an die anhaltende Konjunkturerholung angedeutet und ebenso die Erwartung, dass sich die gute Konjunktur auch in einer höheren Inflation niederschlagen werde. Der DAX schloss mit Verlusten von 0,7 Prozent bei 12.325 Punkten und damit fast auf Tagestief.

Unterdessen ist die Kernteuerungsrate im Euroraum im Juni etwas stärker als erwartet gestiegen, was die Einschätzung Draghis zu unterstützen scheint. Die Preise sind im Kern auf 1,1 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten 1,0 Prozent erwartet. Die Commerzbank glaubt allerdings, dass der Preisanstieg nicht der Beginn der von der EZB erhofften Aufwärtsbewegung ist. Denn noch gebe es keine Anzeichen für einen deutlich stärkeren Lohnanstieg. Dennoch ging es mit der Rendite von Bundesanleihen am Freitag weiter leicht nach oben.

Bayer überrascht mit Gewinnwarnung

Auf Unternehmensseite stand die Gewinnwarnung von Bayer im Blick. Ein schwaches Geschäft in Brasilien werde den Gewinn des Geschäftsbereichs Crop Science bis zu 400 Millionen Euro niedriger ausfallen lassen. Dadurch werde auch die Konzernprognose bei Umsatz und Gewinn fallen, hieß es. Die DZ Bank sprach von einem Vertrauensverlust. Zudem treffe es die Pflanzenschutz-Sparte Crop Science kurz vor Ende des Fusionsprozesses mit Monsanto, der bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Bayer büßten 4,1 Prozent ein.

Adidas legten hingegen um 2,1 Prozent zu nach sehr gut ausgefallenen Zahlen des Konkurrenten Nike. Als gut auch für Adidas bezeichneten Händler, dass das Nike-Geschäft vor allem in China und Westeuropa gut gelaufen ist. Die Zuwachsraten des Konkurrenten in China belegen nach Einschätzung von Warburg, wie anhaltend gesund die Nachfrage auf diesen Märkten ausfalle.

Delivery Hero liefert - Noratis nicht

Erfolgreich gestaltete sich das Börsendebüt von Delivery Hero. Der erste Kurs der Aktie wurde mit 26,90 Euro festgestellt. Gegenüber dem Ausgabepreis an Erstzeichner von 25,50 Euro entsprach das einem Plus von 5,4 Prozent. Der Börsengang hatte sich schon im Vorfeld reger Nachfrage erfreut, so dass der Vermittler von Essensbestellungen den Angebotspreis auf das obere Ende der Preisspanne von 22,00 bis 25,50 Euro hatte legen können. Delivery Hero gingen mit 27,80 Euro aus dem Handel.

Rocket Internet profitierten aber nicht von dem guten Delivery-Börsendebüt. Einer der Gründe war der schwache Börsenstart von Blue Apron. Blue Apron ist ein Mitbewerber von HelloFresh, einer Beteiligung von Rocket Internet. Wie Warburg anmerkte, legt der Blue-Apron-IPO-Preis von 10 Dollar einen Wert von 1,56 Milliarden Euro für die HelloFresh-Beteiligung von Rocket nahe. Der Buchwert von HelloFresh wurde zuletzt aber noch bei 2,09 Milliarden Euro ausgewiesen. Rocket Internet gaben um 2,2 Prozent nach.

Keinen guten Börsenstart erwischten auch Noratis. Wurden die Aktien des Entwicklers von Bestandswohnungen bereits am unteren Ende der Angebotsspanne ausgegeben, lag der erste Kurs mit 18,75 Euro auf exakt diesem Niveau. Die Aktien schlossen allerdings mit 16,79 Euro weit unter dem Emissionspreis.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 98,7 (Vortag: 119,0) Millionen Aktien im Wert von rund 4,16 (Vortag: 4,03) Milliarden Euro. Es gab 13 Kursgewinner und 17 -verlierer.

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INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          12.325,12  -0,73%     +7,35% 
DAX-Future   12.325,50  -0,63%     +7,71% 
XDAX         12.333,50  -0,56%     +7,74% 
MDAX         24.452,30  +0,09%    +10,20% 
TecDAX        2.188,25  +0,69%    +20,78% 
SDAX         10.846,67  +0,37%    +13,94% 
               zuletzt   +/- Ticks 
Bund-Future     161,87     -26 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

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June 30, 2017 11:53 ET (15:53 GMT)

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