Finanznachrichten

MÄRKTE ASIEN/Wenig Bewegung - Autowerte in Tokio unter Druck

24.01.2017 - 09:01 Uhr


Von Thomas Rossmann

TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Mit einer uneinheitlichen Tendenz haben sich die Aktienmärkte in Ostasien am Dienstag gezeigt. Letztlich bewegten sich die Indizes jedoch in recht engen Bahnen. Die Investoren beobachteten weiterhin aufmerksam die Entwicklungen in den ersten Tagen der Präsidentschaft unter Donald Trump. So hat er wie bereits angekündigt den Ausstieg aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP besiegelt. Er hatte TPP als "Arbeitsplatzvernichter" und "potenzielle Katastrophe für unser Land" bezeichnet. Dazu kamen weitere protektionistische Töne aus Washington. Allerdings sei vieles schon in den Kursen eingepreist, hieß es.

Die erneute Androhung von Strafzöllen belastete die Autowerte in Tokio, die den Nikkei-225 um 0,6 Prozent auf 18.788 Punkte ins Minus drückten. Dagegen erhöhte sich der Schanghai-Composite um 0,2 Prozent auf 3.143 Punkte. In Sydney kletterte der S&P/ASX-200, gestützt von Aufschlägen bei den Minen-Werten, um 0,7 Prozent. Auslöser war ein Anstieg der Eisenerz-Futures in China und gute Zahlen von BlueScope Steel, deren Aktien um 8 Prozent nach oben schossen. BHP Billiton, Rio Tinto und Fortescue Metals verbesserten sich zwischen 2,4 Prozent und 5,5 Prozent.

Mit dem Ende von TPP dürften eine ganze Reihe von Ländern näher an China heranrücken, so ein Beobachter. "Wenn es notwendig wird, dass China eine Führungsrolle übernehmen muss, dann muss sich das Land dieser Verantwortung stellen", heißt es von Zhang Jun, Leiter des Ressorts internationale Beziehungen beim chinesischen Außenministerium.

Dollar mit leichter Erholung

Der Dollar zeigte nach den jüngsten Abgaben eine leichte Erholung. Nachdem er zum Yen zwischenzeitlich bis auf 112,52 Yen abgerutscht war, eroberte er im späten Handel die Marke von 113 Yen wieder zurück. Der Euro rutschte auf ein Tagestief bei 1,0736 Dollar, nach einem Stand von 1,0775 Dollar im Tageshoch. Optimistisch für die US-Devise zeigten sich die Devisen-Analysten von Morgan Stanley. Von der Dollarschwäche im Umfeld der Amtseinführung des neuen Präsidenten sollten sich die Anleger nicht schrecken lassen, bemerken die Experten. Stattdessen verwiesen sie auf die starke US-Konjunktur, die dazu führen werde, dass die US-Notenbank die Zinsen anheben werde. Die gegenwärtigen Korrekturbewegungen des Dollar böten daher neue Einstiegsgelegenheiten.

Der Goldpreis zeigte sich mit einem leichten Minus, nachdem der Preis für die Feinunze am Vortag auf den höchsten Stand seit November geklettert war. Der Goldpreis reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 1.216 Dollar.

Für die Ölpreise ging es leicht nach oben. Weiter stand die Entwicklung der globalen Ölförderung nach der beschlossenen Mengenbegrenzung der Opec im Fokus. "Die starke Zunahme der Förderstellen in den USA nimmt den Opec-Beschlüssen etwas den Glanz", hieß es von der ANZ in Australien. Am Freitag hatte Baker Hughes den stärksten Wochenzuwachs in den USA aktiver Förderanlagen seit rund vier Jahren bekannt gegeben. Ein Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 53,12 Dollar. Für Brent ging es um 0,7 Prozent auf 55,62 Dollar aufwärts.

Samsung überzeugt mit Zahlen

Überzeugende Geschäftszahlen verhalfen der Samsung-Aktie in Seoul zu einem Plus von 0,3 Prozent. Samsung hat im vierten Quartal 2016 trotz der Probleme mit dem Rückruf von 3 Millionen Smartphones operativ den höchsten Gewinn seit mehr als drei Jahren eingefahren. Der Rückruf des Galaxy Note 7 habe im vergangenen Jahr 5 Milliarden US-Dollar an Kosten und entgangenen Umsätzen gekostet, gestand Samsung ein. Zudem teilte der Elektronikkonzern mit, für 9,3 Billionen Won eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Die Anteilsscheine sollen eingezogen werden.

Erneut abwärts geht es in Tokio mit der Takata-Aktie, die weitere 6 Prozent verlor. Für die Titel ging es an den vergangenen sieben Handelstagen bereits um 58 Prozent abwärts. Weiter sorgten sich die Investoren, dass der Konzern kurz vor einem Insolvenzantrag stehen könnte. Takata hat wegen des Rückrufs fehlerhafter Airbags möglicherweise mehrere Milliarden US-Dollar zu zahlen.

In Tokio standen vor allem die Autowerte mit den protektionischten Aussagen von Trump unter Abgabedruck. Für Nissan ging es um 1,1 Prozent nach unten, Mazda Motor verloren 2,3 Prozent und Mitsubishi Motors gaben um 3,1 Prozent nach. Aber auch die Finanzwerte bauten ihre Vortagesverluste noch weiter aus. Mitsubishi UFJ verloren 2,7 Prozent und Dai-ichi Life verzeichneten ein Minus von 3,2 Prozent.

Dagegen zeigten sich einige Elektronikhersteller mit Aufschlägen. Die Zeitung Nikkei hatte berichtet, dass die Auftragseingänge im vergangenen Quartal um 3 Prozent über dem Vorjahr gelegen hätten. Hintergrund sei eine starke Nachfrage aus China. Die Aktien von Alps Electric gewannen 2 Prozent und TDK legten um 0,4 Prozent zu.

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Index (Börse)                   zuletzt   +/- %   % YTD   Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)           5.650,10  +0,70%  -0,86%  06:00 
Nikkei-225 (Tokio)            18.787,99  -0,55%  -1,71%  07:00 
Kospi (Seoul)                  2.065,61  -0,35%  +1,93%  07:00 
Schanghai-Comp. (Schanghai)    3.143,09  +0,20%  +1,27%  08:00 
CSI-300 (Schanghai/Shenzhen)   1.974,40      0%  +1,63%  08:00 
Hang-Seng-Index (Hongkong)    22.948,53  +0,22%  +4,12%  09:00 
Straits-Times (Singapur)       3.039,28  +0,46%  +5,50%  10:00 
KLCI (Malaysia)                1.678,25  +0,42%  +2,22%  10:00 
BSE (Mumbai)                  27.247,17  +0,48%  +2,33%  11:00 
 
DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Mo, 8.58 Uhr  % YTD 
EUR/USD   1,0747  -0,2%   1,0772        1,0744  +2,2% 
EUR/JPY   121,49  +0,2%   121,25        121,98  -1,2% 
EUR/GBP   0,8613  +0,2%   0,8594        0,8627  +1,1% 
GBP/USD   1,2477  -0,4%   1,2533        1,2458  +1,1% 
USD/JPY   113,04  +0,4%   112,56        113,50  -3,3% 
USD/KRW  1166,03  +0,3%  1162,92       1166,36  -3,4% 
USD/CNY   6,8551  +0,0%   6,8540        6,8573  -1,3% 
USD/CNH   6,8159  +0,1%   6,8118        6,8245  -2,3% 
USD/HKD   7,7570  +0,0%   7,7564        7,7575  +0,0% 
AUD/USD   0,7570  -0,4%   0,7601        0,7562  +4,9% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         53,12      52,75  +0,7%     0,37  -2,8% 
Brent/ICE         55,62      55,23  +0,7%     0,39  -2,0% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)    1.215,73   1.218,53  -0,2%    -2,80  +5,6% 
Silber (Spot)     17,16      17,23  -0,4%    -0,07  +7,8% 
Platin (Spot)    982,15     983,00  -0,1%    -0,85  +8,7% 
Kupfer-Future      2,65       2,65  -0,1%    -0,00  +5,6% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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January 24, 2017 03:01 ET (08:01 GMT)

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